. . . .

FanSoccer

Das Frauenfußball-Magazin



1. Bundesliga, 17. Spieltag

Erneutes Debakel für den SC 07

SC 07 Bad Neuenahr - Hamburger SV 1:5 (0:3)

Text von Peter Eckhard
Bilder von Volker Lieberum

02.04.2009   Nach dem der Verfasser dieses Berichts am letzten Samstag mit allen, verfügbaren, Spielerinnen des Bundesligatraditionsklubs SC 07 Bad Neuenahr an zwei Orten in der Kurstadt auf Zuschauerwerbung gegangen war, ging er am Sonntag mit der absoluten Sicherheit zum Apollinarisstadion, den Hamburger SV mit 0 Punkten nach Hause fahren zu sehen.

Doch bereits bei Ankunft im Stadion purzelten die Hiobsbotschaften nur so raus. Lena Goeßling und Celia Okoyino da Mbabi sollten nicht auflaufen können. Goeßling wegen einer Mandelentzündung, deren Behandlung mit Antibiotika das Auflaufen unmöglich machte. Celia dagegen berichtete geknickt vom Verdacht des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Sollte sich dieser bestätigen, dürfte die Saison für die Nationalspielerin gelaufen sein.

1:0 Patricia Hanebeck

Yasmin Pietsch (links) und Nadine Hagmann kommen zu spät um Patricia Hanebeck am Schuss zum 1:0 zu hindern

Demnach war aller Optimismus dahin. Wer bitte könnte die Beiden adäquat ersetzen? Nun, niemand wie sich herausstellte.

Nach ausgeglichenem Beginn nahm der HSV schnell das Heft in die Hand. Und so dauerte es nur bis zur 15. Minute, ehe die ehemalige SC 07 Akteurin Patricia Hanebeck, nach einem kollektiven Tiefschlaf in der Neuenahrer Hintermannschaft zum 1:0 einnetzte. Jedem der nur 250 Zuschauer war klar, was nun folgen würde. Absolut keine Offensivaktionen der Gastgeberinnen und das 2:0 für den HSV in der 36. Spielminute! Erneut war Hanebeck erfolgreich. Als dann auch noch Kim Kulig sich nach einem Kopfball aus 8 Metern in die Torschützenliste eintrug, war dies in der 42. Minute ein Spiegelbild dessen, was sich auf dem Platz abspielte. Wie schwach der SC 07 in den ersten 45 Minuten war, davon zeugte die kräftige Kabinenpredigt von HSV Coach Achim Feifel, der überhaupt nicht mit der Darbietung seines Teams einverstanden war.

Kim Kulig gegen Nadine Hagmann

Hier konnte Nadine Hagmann (rechts) Kim Kulig im Strafraum fair vom Ball trennen. Doch Kulig erzielte mit dem Kopf das 3:0 für die Gäste vom Hamburger SV

Zehn Minuten nach der Halbzeit sah Imke Wübbenhorst nach einem wiederholten Trikottest des Gegners die gelb rote Karte.


Tor gegen Ursula Holl

Obwohl Bad Neuenahrs Keeperin Ursula Holl sich mächtig streckte, konnten sie und Isabelle Stümper dem Leder nur noch zum 2:0 nachsehen. Die Schützin war Patricia Hanebeck, die bereits das erste Tor in diesem Spiel erzielt hatte und ein weiteres folgen lassen sollte

Das Spiel gestaltete sich danach etwas ausgeglichener, das hielt aber Hanebeck nicht davon ab, in der 63. Minute nach einem schönen HSV Konter auf 4:0 zu erhöhen.

Der Rest ist schnell erzählt. Isabell Bachor erzielte in der 82. Spielminute den Ehrentreffer des SC 07. Maja Schubert stellte vier Minuten später mit einem überlegten Flachschuss den alten Abstand wieder her.

Rot für Imke Wübbenhorst

Denise Lehmann hob entsetzt die Arme, als Marija Kurtes Imke Wübbenhorst (am Boden) nach mehrmaligen Foulspiel die rote Karte zeigte, doch das Spiel wurde nur ein wenig ausgeglichener, der HSV blieb überlegen

Die anwesenden Zuschauer empfanden den Schlusspfiff von Marija Kurtes schließlich als Erlösung.

In Anbetracht der anderen Ergebnisse wäre ein Sieg natürlich genial gewesen. So konzentriert sich zunächst einmal alles auf den Ostermontag. Dann gastiert der direkte Konkurrent FF USV Jena an der Ahr.

Die Einstellung und Verfassung der Heimmannschaft sollte dann allerdings konträr der HSV Vorstellung sein, ansonsten findet man sich in der kommenden Saison in Liga Zwei wieder. Den Mechanismen des Fußballs folgend dürften auch Deniz Bakir unruhige Zeiten bevorstehen. Fakt ist aber auch, dass die Aktiven sich einmal an die eigene Nase fassen sollten, wie jeder beim SC 07. Wenn eine mittelmäßige Mannschaft


wie der HSV (Tabellenplatz 8.) den Kurstädterinnen in zwei Spielen 13 Tore einschenkt, dann weiß man, wo es anzusetzen gilt. Gegen Jena sind alle im Verein aber auch auf die Unterstützung des Umlandes angewiesen. Nach den bisherigen Heimspielen allerdings ein frommer Wunsch.

195

Die eingewechselte Maja Schubert konnte sich wenig später beim 5:1 ebenfalls in die Torschützenliste eintragen. In der Mitte Sara Krumscheid in ihrem ersten Bundesligaspiel (hochgezogen aus der eigenen Jugend), rechts Yasmin Pietsch

SC 07 Bad Neuenahr:
Holl - Stoerzel, Fols (29. Bartke), Arabaci (65. Krumscheid), Neumann, Westphal, Pietsch (80. Bakir), Bachor, Graf, Stümper, Hagmann

Hamburger SV:
Weech - Ewers (65. Schimpf), Kameraj, Vreden (83. Tekkal), Saländer(72. Schubert), Freese, Lehmann, Wübbenhorst, Haye, Kulig, Hanebeck

Tore:
0:1 Hanebeck (16.)
0:2 Hanebeck (37.)
0:3 Kulig (43.)
0:4 Hanebeck (65.)
1:4 Bachor (84.)
1:5 Schubert (88.)

Gelbe Karte: Neumann

Gelb rote Karte: Wübbenhorst (55.), wiederholtes Foulspiel

Schiedsrichterin: Marija Kurtes (Düsseldorf)

Zuschauer: 250


Zur 1. Bundesliga

Zur FanSoccer-Startseite