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1. Bundesliga, 1. Spieltag

Meister startet wie erwartet mit Sieg

SC 07 Bad Neuenahr - 1. FFC Frankfurt 0:5 (0:1)

Text von Peter Eckhard
Bilder von Volker Lieberum

09.09.2008   Mir einem deutlich aussehenden 5:0 Sieg im Apollinarisstadion begann am Samstag der deutsche Meister 1.FFC Frankfurt seine Mission der Saison 2008/2009. Niemand geringerer als Manager Siggi Dietrich selbst hatte dem neuen Trainer der Frankfurterinnen, diese Mission aufgetragen, nämlich alle drei Titel der Vorsaison zu verteidigen.

Alles war angerichtet zum Auftakt der neuen Spielzeit. Der HR hatte sich entschlossen, seine samstägliche Sportsendung aus dem Apollinarisstadion zu senden. Leider kamen nur 750 Zuschauer dem Aufruf nach, das neue Team des SC 07 Bad Neuenahr um Neu-Trainer Deniz Bakir zu unterstützen.
Hier sei einmal die Frage gestellt, wer als Gegner denn noch erscheinen muss, um die 1000er Marke zu knacken.

Petra Wimbersky und Celia Okoyino da Mbabi

Die 750 Zuschauer sahen ein hochklassiges Spiel mit vielen spannenden Zweikämpfen, hier zwischen den Nationalspielerinnen Petra Wimbersky (links) und Celia Okoyino da Mbabi

Angesichts des Restprogramms alleine im September, wenn noch Turbine Potsdam und Bayern München Ihre Visitenkarten abgeben, kann nur die Ansammlung von Spitzenpartien der Grund für den doch etwas enttäuschenden Besuch sein. Die erschienenen Zuschauer brauchten ihr Kommen allerdings nicht zu bereuen.

Das Ergebnis lässt eine drückende Überlegenheit der Wegmanntruppe vermuten, doch weit gefehlt. Zu Beginn ließen die Favoritinnen aufblitzen, wer die beste Mannschaft Europas im letzen Jahr war. Alexandra Krieger und Birgit Prinz hatten bei Ihren Versuchen allerdings noch leichte Visiereinstellungen vorzunehmen. Prinz selbst hatte dies nach zehn Minuten erledigt. Anne Westphal sprang im Spielaufbau der Ball zu weit vom Fuß und die erfahrene Fußballerin des Jahres nahm ihr den Ball ab und ließ, nach einem Solo, Bad Neuenahrd Keeperin Uschi Holl keine Chance.

Birgit Prinz

Birgit Prinz auf dem Weg zum 1:0, Laura Störzel neben ihr kann sie nicht mehr bremsen

Dies sollte für längere Zeit die letzte Möglichkeit für den Meister bleiben. Denn fortan fasste sich das blutjunge Ensemble von der Ahr ein Herz und setzte den Favoriten mächtig unter Druck. Celia Okoyino da Mbabi und


Uschi Holl greift zu

Den hat Bad Neuenahrs Keeperin, die starke Ursula Holl, sicher. Von links im Bild: Anne-Katrin Westphal, India Trotter, Laura Störzel, Ursula Holl, Saskia Bartusiak und Nadine Fols

Isabell Bachor waren es vor allem, die immer wieder schnelle Angriffe inszenierten.

Einzig im Abschluss blieben noch Verbesserungsmöglichkeiten offen, so als Bachor nach einer Hereingabe von außen erst kurz vor der Linie gestoppt wurde. Nach 30 Minuten dann die nächste Hiobsbotschaft für Deniz Bakir. Isabell Borchert, bis dahin mit einer sicheren Partie im Deckungszentrum, blieb bei einem Zweikampf im Rasen hängen und musste wegen einer Knieverletzung ausgewechselt werden. Erste Diagnose: Innenbandriss und 6-12 Wochen Pause. Die gerade 16 Jahre alt gewordene Mirvet Arabaci betrat das Feld und wurde in den Sturm beordert. Lena Goessling bekam die Aufgabe, Borchert zu vertreten. Als der Halbzeitpfiff von Monique Klauß ertönte, machten sich nicht wenige Fans des SC 07 noch reichlich Hoffnungen für einen positiven Verlauf der 2. Halbzeit.

Kerstin Garefrekes und Nadine Hagmann

Kerstin Garefrekes, hier im Zweikampf mit Nadine Hagmann, erzielte die Tore Nr.3 und Nr.5 für Frankfurt

Diese erhielten dann jedoch sieben Minuten nach Wiederbeginn einen weiteren Dämpfer. Sarah Günther spielte sich auf der linken Angriffsseite durch und bediente erneut Birgit Prinz, die keine Mühe hatte auf 2:0 zu erhöhen.

Die Antwort des SC 07 ließ nicht lange auf sich warten. Celia Okoyino da Mbabi traf mit einem fulminanten 20m Schuss nur die Querstange des von Stephanie Ullrich gehüteten Gehäuses. Ullrich selbst konnte dann mit einem tollem Reflex einen Kopfball von Celia gerade noch abwehren, Nach einem Flankenball prallten dann Günther und Goessling im 5-Meter-Raum der Kurstädterinnen zusammen und blieben liegen. Kerstin Garefrekes nutzte die allgemeine Verwirrung und traf mit einem Abstauber zum entscheidenden 3:0. Da Goessling die Abseitstellung von KG aufhob (regelkonform), gibt es keine Zweifel über die Berechtigung dieses Treffers.

Die beiden restlichen Tore fielen dann zwangsläufig und auch durch Fehler der Neuenahrer Hintermannschaft. Nachdem Nadine Hagmann noch einmal die Festigkeit des Aluminiums durch einen Pfostentreffer prüfte, war es


Anne Westphal (vielen noch bekannt als Anne Sabel), die mit einem Eigentor der Marke Tor des Monats Uschi Holl überwand. Nach einem Aussetzer von Yasmin Pietsch stellte dann erneut Garefrekes den Endstand her.

Gina Lewandowski, Anne Bartke und Sarah Günther

Sarah Günther (rechts im Bild neben Anne Bartke (mitte) und Gina Lewandowski) machte auf ihrer linken Seite ein Riesenspiel für den 1. FFC Frankfurt

Günter Wegmann konstatierte nach dem Spiel dann auch die engagierte Leistung des Gastgebers, welche sein Team vor einige Probleme stellte.
Deniz Bakir nannte das Ergebnis brutal, machte aber seiner jungen Truppe keinerlei Vorwürfe. Auf die Frage warum Sarah Günther schalten und walten konnte, wie sie wollte, konnte er nur darauf verweisen, keine Alternativen gehabt zu haben. Mit Recht. Alles in allem kann man trotz dieses Ergebnisses sagen, dass der Mannschaft von der Ahr die Zukunft gehört. Weiter hart an sich arbeiten und dann wird noch so manche Mannschaft der Frauenbundesliga hier in Neuenahr stolpern.

SC 07 Bad Neuenahr:
Holl, Störzel, Okoyino da Mbabi, Goessling, Fols, Borchert (30. Arabaci), Bartke, Westphal, Pietsch, Bachor, Hagmann

1. FFC Frankfurt:
Ullrich, Lewandowski (73. Marciak), Trotter, T. Wunderlich, Weber (70. Thomas), Prinz, Günther (73. Huth), Krieger, Garefrekes, Wimbersky, Bartusiak

Tore:
0:1 Prinz (10.)
0:2 Prinz (48.)
0:3 Garefrekes (65.)
0:4 Westphal (79. Eigentor)
0:5 Garefrekes (88.)

Gelbe Karten: Okoyino da Mbabi, Pietsch

Schiedsrichterin: Monique Klaus (Mülheim)

Zuschauer: 750


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