Von Juliane Mintel
18.02.2008
Im Vorfeld des Nachholspiels vom siebten Spieltag wurde die Spannung auf die Begegnung durch den überraschenden Trainerwechsel beim FCR 2001
Duisburg noch gesteigert. So schauten auch die Anhänger des Frauenfußballs, die keine der beiden Teams unterstützen, nach Wolfsburg, um zu sehen,
ob und wie die Duisburger diesen Schlag verkraften konnten.
Wolfsburg konnte schon kurz vor der Winterpause alle Blicke auf sich ziehen, als der Deutsche Meister aus Frankfurt nur mit einem Punkt im Gepäck die
Heimreise antreten konnte. Für die Gastgeberinnen endete die, schon als missglückt abgehakte, Hinrunde also mit sieben Punkten aus drei Spielen. Für
die Rückrunde nahm man sich vor, genau dort weiterzumachen, um am Ende noch einen Platz in der vorderen Tabellenhälfte einzunehmen.
Wer am Sonntag eine technisch versierte Partie erwartete, musste sich zumindest in der ersten Halbzeit enttäuschen lassen. Durch den Wintereinbruch war
der Platz gefroren, was zu häufigen Standproblemen führte und einen ruhigen Spielaufbau kaum zuließ. So war es zumeist der Vorteil, den die
Ballführende hatte, wenn ihre Gegenspielerin ausrutschte, der zu den wenigen Strafraumszenen des ersten Durchgangs führte. So wurde Martina Müller
in der 13. Minute zum ersten Mal vor dem Tor der Gäste frei gespielt, sie selbst konnte sich aber nicht mehr optimal zum Ball positionieren, so dass
sie die Chance nicht nutzen konnte. Im direkten Gegenzug konnte Anne Rissling im letzten Moment den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken,
sah jedoch in der 19. Minuten nicht gut aus, als Anne von Bonn den Ball hoch in den Strafraum brachte, Rissling jedoch auf der Linie klebte.
Die Duisburger Stürmerin Turid Knaak konnte den Ball, mit dem Rücken zum Tor stehend, ins lange Eck befördern.
Die Wölfinnen gaben sich nicht auf, standen jedoch tief, so dass Duisburg erst in der Wolfsburger Hälfte entscheidend gestört wurde. Die Abseitsfalle
der neuformierten Viererkette griff an diesem Tag ohne Fehler, auch wenn die Schiedsrichterent- scheidungen oft sehr knapp ausfielen. Auffälligste Spielerin
in diesem Spielabschnitt war Anna Blässe, die als zweite Sturmspitze agierte und überall auf dem Platz in Erscheinung trat, defensiv Aufgaben übernahm
und Impulse nach vorn gab.
Mit dem 0:1 ging es im Stadion am Elsterweg in die Kabinen, aus denen beide Mannschaften unverändert auf den Platz kamen, der nach der Pause eindeutig
besser bespielbar wurde. So wurde, erfreulich für Teams und Zuschauer, die Qualität des Spiels zunehmend besser.
Wolfsburg rückte merklich weiter heraus und übte konsequenten Druck aus. Duisburg musste die
|
Das frühe Tor von Turid Knaak (l.), Wolfsburg blieb dran.
Foto: Boris Schmelter, weitere Bilder
|
eigenen Angriffe immer wieder abbrechen und einen neuen
Spielaufbau starten. Die Gastgeberinnen erspielten sich nach und nach mehr Übergewicht und bewiesen echten Kampfgeist. In dieser Phase, als der
Ausgleich in der Luft lag, kam der zweite Fehler der VfL–Defensive, als Rissling den schon sicher geglaubten Ball fallen ließ, die Innenverteidigung
ihn nicht aus der Gefahrenzone schlagen konnte und Corinna Schröder eiskalt vollstreckte. Das dies die Entscheidung war, dachten wohl nicht nur
Zuschauer, sondern auch das Duisburger Team.
Anna Blässe schaffte die Überraschung und brachte den VfL zurück ins Spiel.
Foto: Boris Schmelter, weitere Bilder
Das Heimteam überraschte jedoch weiter mit Offensivfußball und absoluten Willen, die drei Punkte nicht ohne Gegenwehr herzugeben.
Duisburg ließ sich weit nach hinten fallen, tat nur noch wenig für das eigene Spiel. Schon im direkten Gegenzug, nach einer Ecke von Britta Carlson,
lief die agile Blässe zum ersten Pfosten ein und versenkte den Ball im Tor von Katrin Längert. Die Freude beim Heimteam war groß und die Aussichten
auf einen Punktgewinn stiegen, denn es waren immer noch fast zwanzig Minuten zu spielen. Die Gäste wirkten auch nach dem Anschlusstreffer nicht so,
als würden sie an ihrem Sieg
|
zweifeln. So war es in der 84. Spielminute, als sich wiederum Mannschaftsführerin Britta Carlson den Ball nahm, um einen Freistoß auf Höhe der Torauslinie
zu treten. Sie schlug ihn hoch in den Fünfmeterraum, wo die 17-jährige Lisa Eichholz, die im Sommer aus Duisburg kam, sich am höchsten schob und den Ball
ins Tor lenken konnte.
In den letzten Minuten hatte sowohl Inka Grings als auch Martina Müller die Chance, ihr Team zur Führung zu schießen, vergaben jedoch ihre Chancen,
so dass die Partie mit einem gerechten Unentschieden endete.
Für Duisburg ist es ein Punktverlust, der schwer wiegt, will man doch mit Frankfurt um die Meisterschaft kämpfen – Wolfsburg hingegen konnte sich um
einen Platz auf den sechsten Tabellenrang verbessern.
Statistik
Wolfsburg
Rissling - Höfler, Wilkens, Eichholz, Boroczinski – Brendel (90. Horwege), Carlson, Omilade, Unzeitig (60. Thompson) - Blässe, Müller
Duisburg
Längert - Schröder, Krahn, van Bonn, Fuss - Hegering, Oster, Hanebeck, Laudehr - Grings (89. Pedersen), Knaak (85. Oliveira Leite)
Tore
0:1 Knaak (19.)
0:2 Schröder (71.)
1:2 Blässe (72.)
2:2 Eichholz (84.)
Gelbe Karten
Unzeitig, Müller, Oster, Schröder
Schiedsrichterin
Christine Schönfeld (Schleiz- Gräfenwarth)
Zuschauer: 336
Zur Ersten Bundesliga
Zur FanSoccer-Startseite
|