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1. Bundesliga, 12. Spieltag

Wolfsburger Serie gerissen

VfL Wolfsburg -- SG Wattenscheid 09 0:1 (0:0)

Text von Juliane Mintel
Bilder von Boris Schmelter

26.03.2008   Am Ostermontag fiel in der ersten Bundesliga der Startschuss für die Rückrunde, dabei trafen im VfL -- Stadion am Elsterweg der VfL Wolfsburg, der zuvor in fünf Spielen ungeschlagen war und der Tabellenvorletzte SG Wattenscheid 09 auf einander. Das Hinspiel konnten die Wölfinnen nach 2:0 Rückstand noch zum 2:4 -- Sieg drehen -- Shelley Thompson war an diesem Tag die Matchwinnerin und konnte drei Tore zum Sieg beisteuern. Bei Wattenscheid sitzt mittlerweile André Birker auf der Trainerbank, der Anfang März Tanja Schulte ablöste und in Wolfsburg sein erstes Spiel als Chefcoach bestritt.

Um Punkt 14 Uhr pfiff Schiedsrichterin Rafalski die Partie an und die Gastgeberinnen begannen sofort mit einem Sturmlauf auf das Tor von Nadine Richter. Allein in den ersten 15 Spielminuten hätte Wolfsburg deutlich in Führung liegen können, doch wie auch schon in den letzten Spielen, wurden die vielen Chancen einfach nicht in zählbares umgewandelt. Die sehr agile Martina Müller wurde entweder durch den Abseitspfiff gestoppt oder scheiterte an der gut aufgelegten Richter.

Martina Müller und Melissa Thiem

Wenn die Schiedsrichterinnen mal nicht auf Abseits gegen Martina Müller entschieden, wurde sie oft gefoult, wie hier von Melissa Thiem

Wattenscheid verstand es immer mehr die Ballverluste des Gegners in schnelle Konter umzuwandeln und tauchten ein ums andere Mal gefährlich vor dem Tor von Anne Rißling auf, die jedoch immer goldrichtig stand und die Vorstöße entschärfen konnte. Bereits in der 22. Spielminute sah VfL - Abwehrspielerin Nicole Boroczinski nach einem taktischen Foul im Mittelfeld die Gelbe Karte, die sie schon früh zu mehr Vorsicht in ihren Aktionen zwang. Im Laufe der ersten Halbzeit entwickelte sich, bei Temperaturen knapp über 0°C, ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten, aus denen jedoch kein Team einen Vorteil für sich ziehen konnte.

So ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Kabinen, aus der die Gastgeberinnen gleich auf zwei Positionen verändert herauskamen. Die bereits verwarnte Boroczinski machte für Maren Tetzlaff auf der rechten Abwehrseite Platz und Annelie Brendel kam für Franziska Unzeitig, die auf links außen ein solides Spiel machte, in der Offensive jedoch nur wenige Akzente setzen konnte.

Nach dem Seitenwechsel passierte vorerst nicht viel auf dem Spielfeld. Keine Mannschaft konnte die Partie an sich reißen und sich große Chancen erspielen. In der 53. Minute pfiff die Schiedsrichterin Freistoß für die Gäste nach Foul von Brendel in Höhe der Mittellinie, die daraufhin den Ball weg schlug und die Gelbe Karte sah. Kerstin Stegemann, die bei einer geschlossen guten Mannschaftsleistung noch deutlich heraus stach, trat den Ball hoch und weit in den Torraum, Rißling konnte den Ball nicht festhalten. Lena Wermelt reagierte dabei am schnellsten und beförderte den Ball, am langen Pfosten stehend, ins Gehäuse der Wolfsburgerinnen.

Diese warfen daraufhin alles noch vorn, erhöhten das Tempo und drangen auf den Ausgleich. In der


Schuss Anna Blässe

Das Wattenscheider Tor war oft wie zugenagelt. Hier werfen sich vier Wattenscheiderinnen in einen Schuss von Anna Blässe

Weitere Bilder von Boris Schmelter vom Spiel findet ihr unter:
http://www.boris-schmelter.de/

66. Spielminute verfehlte ein Schuss von Anna Blässe, sie machte nun gewohnt viel Druck über die rechte Außenbahn, nur knapp das Tor. Einige Minuten später ergab sich für Nationalstürmerin Müller die Möglichkeit zum Torerfolg, als sie allein auf Nadine Richter zulief, diese aber glänzend reagierte. Dabei ergab sich für Shelley Thompson die Einschussgelegenheit, doch Torschützin Wermelt klärte kurz vor der Linie zur Ecke.

Anne Rißling

Torhüterinnenpech: Beim Wattenscheider Tor sah die Wolfsburger Torhüterin Anne Rißling nicht gut aus

Auch Wattenscheid kam noch mal vors gegnerische Tor, als Stegemann sich auf der rechten Seite durchsetzte und mit ihrem Schuss von der Strafraumkante nur die Latte traf. Die letzten Minuten musste der VfL in Unterzahl bestehen, nachdem sich Stürmerin Thompson bei einem Zweikampf im Mittelfeld am Knie verletzte und vom Platz getragen werden musste. Die Wölfinnen versuchten bis zur letzten Minute mit allen Mitteln den Ausgleich zu erzwingen, doch wie es die Gastgeberinnen auch versuchten, Wattenscheid hatte immer die richtige Antwort parat.

Lena Wermelt

Abwehrspielerin Lena Wermelt erzielte das Tor des Tages für Wattenscheid

So blieb es am Ende beim knappen und nicht unverdienten Sieg für die Gäste. Wattenscheid machte das Beste aus ihren Möglichkeiten, auch wenn Wolfsburg vielleicht die größeren Torchancen hatte. Der neue Trainer André Birker konnte sein Team perfekt auf das Spiel einstellen und die Freude war beim gesamten Team nach dem


Schlusspfiff riesig. Wolfsburg zeigte insgesamt eine gute Spielanlage, ist vorm Tor aber nicht abgeklärt genug, zudem fehlte nach dem Rückstand die Kreativität, um den tief stehenden Gegner auszuhebeln. Die erst 17-jährige Abwehrspielerin Lisa Eichholz machte zum wiederholten Male ein gutes Spiel, schlug die Bälle konsequent hinten raus und leitete immer wieder Offensiv- aktionen ihres Teams ein.

Zu kritisieren ist die Leistung des Schiedsrichtergespanns, welches offensichtlich mit einer umkämpften, aber keineswegs unfair geführten Begegnung überfordert war. Unzählige Male soll die schnelle Martina Müller im Abseits gestanden haben, als sie aus der Tiefe kam, gut frei gespielt wurde und für denke ich jeden im Stadion erkennenbar nicht im Abseits stehen konnte. Auch auf der anderen Seite gab es die ein oder andere vergleichbare Situation. Aber auch als Andrea Wilkens einen Freistoß ausführen wollte und durch eine, etwa einen Meter weiter stehende, Gegenspielerin gestört wurde, sah das weder Rafalski selbst, noch ihre Assistentin, die nur wenige Meter von der Situation entfernt stand. Eine ähnliche Situation ergab sich nach einem Einwurf durch Britta Carlson, die die direkt vor ihr stehende Wattenscheiderin anwarf und den Einwurf wiederholen musste.

Fanplakat

Humor haben sie, die Fans des VfL wolfsburg!



VfL Wolfsburg

Rißling - Eichholz, Höfler (58. Freimuth), Boroczinski (46. Tetzlaff), Blässe Omilade, Carlson, Unzeitig (46. Brendel), Wilkens M. Müller, Thompson

SG Wattenscheid 09

Richter - van den Berg (76. Schröder), Wermelt, Löwenberg, Israel Manzer (68. Hoffmann), Stegemann, Kleifges (62. Götte), Hamann Thiem, van Kampen

Tor:
0:1 Wermelt (55.)

Gelb: Boroczinski, Brendel / Thiem

Schiedsrichterin Rafalski (Neuental)

Zuschauer: 377


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