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1. Bundesliga, 20. Spieltag

Ohne Siegeswillen geht es nicht

Hamburger SV - VfL Wolfsburg 1:2 (1:1)

Text von Jens Wolter
Fotos von Beate Wolter

02.06.2008   Nach dem unverhofften Punktgewinn des HSV in Bad Neuenahr am letzten Wochenende durfte man ein engagiertes und selbstbewußtes Heimteam erwarten, welches das Nordduell nutzen würde, um sich aus seiner gefährlichen Tabellensituation zu befreien. Auf dem Platz sah man allerdings dann nichts in dieser Richtung.

Eine gute Viertelstunde lang kickten beide Teams den Ball relativ planlos zwischen beiden Strafräumen hin und her. Durchaus vorhandenes Engagement wurde durch unpräzises Passspiel wieder zunichte gemacht, Torszenen gab es nicht. Erst in der 15. Minute konnte sich Hamburgs Kathrin Patzke über links entlang der Torauslinie durchspielen, Torfrau Anne Rissling konnte ihren Schuss gerade noch entschärfen. In der 18. Minute geriet auf der Gegenseite eine Linksflanke von Martina Müller etwas zu lang für die mitgelaufene Shelley Thompson.

Alexandra Gärtner

Alexandra Gärtner klärt, bevor Martina Müller an den Ball kommt

Erst die 30. Minute ergab die erste ernst zu nehmende Torchance des Spiels, als Hamburgs Torfrau Bianca Weech einen Weitschuss gerade noch an die Latte lenken konnte. Eine Abwehrspielerin lenkte den Abpraller dann per Kopf zur Ecke. Eine Minute später konnte Weech einen 30-Meter-Schuss von Navina Omilade sicher fangen.

Parade Bianca Weech

Torfrau Bianca Weech kann hier gerade noch ein Tor verhindern

Dann begannen die 5 Minuten, die sich aus Hamburger Sicht als spielentscheidend erweisen sollten. In der 35. Minute überwand die wieder genesene Christine Schoknecht mit einem Schuss aus ca. 18 Metern in halblinker Position die Wolfsburger


Tina Plessen

Vier „Hamburgerinnen” auf einem Bild :-), v.l. Shelley Thompson, Christina Plessen, Britta Carlson und im Hintergrund Alexandra Gärtner. In Hamburg sähe die Situation wohl anders aus, wenn Carlson und Thompson noch das Hamburger Trikot tragen würden!

Torfrau zum 1:0 für den HSV. Zwei Minuten später ging Hamburgs Tanja Vreden nach Zuspiel von Silva Lone Saländer links an Anne Rissling vorbei, ihr Schuss landete jedoch nur am linken Außennetz. In der 39. Minute nutzte Martina Müller einen direkten Freistoß zum Wolfsburger Ausgleich. Nur 1:1 statt eines möglichen 2:0, von diesem Dilemma schienen sich die HSV-Frauen bis zum Schlusspfiff nicht mehr erholen zu können.

Wer für die zweite Halbzeit ein Aufbäumen der Gastgeberinnen erwartet hatte, sah sich bitter enttäuscht. Im Gegenteil, die erste Torchance der zweiten Hälfte gehörte den Gästen. Andrea Wilkens war es in der 49. Minute, die einen Schuss durch ein Gewühl im Hamburger Strafraum nur knapp links daneben setzte. Hamburgs einzige Antwort bestand aus einem direkten Freistoß aus etwa 25 Metern Entfernung, den Heike Freese in der 57. Minute hoch über das Wolfsburger Gehäuse schoss.

Martina Müller

Martina Müller geht hier zu Boden, schoss jedoch das entscheidende Tor des Spiels. Andrea Wilkens, Tugba Tekkal, Navina Omilade und Silva Lone-Saländer (v.l.) schauen zu, passiert ist zum Glück nichts

In der 63. Minute kam dann der endgültige K.o.-Schlag für die Gastgeberinnen, als Shelley Thompson sich nach einer Unachtsamkeit in der Hamburger Abwehr im rechten Strafraumeck durchsetzen konnte und ihr Schuss zum 2:1-Siegtreffer im langen Eck landete.

Dieses Tor lähmte die Hamburgerinnen endgültig. Der Rückstand und die drückende Hitze machten die Beine noch schwerer, von einem geordneten Hamburger Angriffsspiel konnte nicht mehr die Rede sein, von Hamburger Torchancen noch viel weniger. Das Spiel plätscherte in der Folge rund 30 Minuten lang seinem Ende entgegen, denn auch Wolfsburg


tat nur noch das allernötigste, um den Erfolg über die Zeit zu bringen.

Fazit:
Wenn angesichts der Hamburger Tabellensituation von 10 Feldspielerinnen höchstens fünf für sich in Anspruch nehmen können, sich gegen den erneuten Punktverlust zur Wehr gesetzt zu haben, reicht dies natürlich nicht für einen Erfolg. Höflicher ausgedrückt könnte man zum Ergebnis kommen, dass der HSV es 50. Minuten lang nicht geschafft hat, den Hebel umzulegen. Nach dem heutigen Sachstand sieht es nun so aus, als würde das Gastspiel von Saarbrücken am 22. Spieltag zum Duell um den Klassenerhalt werden.

HSV am Boden

Hoffentlich sind die Hamburger Spielerinnen nicht genauso am Boden, wenn das letzte Saisonspiel gegen Saarbrücken abgepfiffen wird!

Hamburger SV:
Weech - Lübcke, Gärtner, Freese, Schulz (83. Schubert) - Lehmann, Plessen, Saländer, Schoknecht - Patzke (56. Texal), Vreden

VfL Wolfsburg:
Rissling - Boroczinski, Eichholz, Omilade, Unzeitig - Wilkens, Carlson, Brendel (80. Freimuth), Blässe - M. Müller, Thompson (89. Brammer)

Tore:
1:0 Schoknecht (35.)
1:1 M.Müller (39.)
1:2 Thompson (63.)

Gelbe Karte: Eichholz

Schiedrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: 760


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