Text von Jens Wolter Bilder von Beate Wolter 12.11.2007
Trotz winterlicher Temperaturen fanden 520 Zuschauer den Weg ins Stadion, unter ihnen DFB-Vizepräsi- dentin Hannelore Ratzeburg, DFB-Trainerin Ulrike Ballweg, Hamburgs Senatorin (= Ministerin) für Bildung und Sport, Alexandra Dinges-Dierig, und HSV-Ikone Hermann Rieger. Sie sahen eine Partie, die keineswegs hochklassig, aber bis zum Schluss spannend war und in der die Gastgeberinnen das bessere Ende knapp für sich behalten konnten.
Aus Hamburger Sicht interessierte besonders die Frage, welche Elf Trainer Achim Feifel wohl aufbieten könnte, denn nicht weniger als 8 dauerverletzte oder angeschlagene Spielerinnen schränken seine Möglichkeiten erheblich ein.
 Hamburgs Spielmacherin Silva Lone Saländer schirmt hier den Ball vor Silke van den Berg ab. In der 22. Minute ging ein Schuss von Saländer ans Lattenkreuz
Die erste halbe Stunde der Begegnung sah ein munteres Hin und Her zwischen den beiden Strafräumen, wobei Torszenen jedoch absolute Mangelware blieben. Die Angriffsbemühungen beider Seiten verfingen sich meist in den gut gestaffelten und aufmerksamen Abwehrreihen. Den ersten Torschuss der Partie überhaupt nach neun gespielten Minuten verzeichneten die Gäste, aber der Ball bedeutete kein Problem für HSV-Torfrau Bianca Weech.
 Wattenscheids Stürmerin Jennifer Ninaus (mitte), hier von Imke Wübbenhorst abgeblockt, traf in der 11. Minute den Pfosten
Die bemerkenswertesten Szenen der ersten 30. Minuten bestanden in je einem Aluminiumtreffer für beide Seiten. Den ersten produzierte in der 11. Minute Wattenscheids Jennifer Ninaus, die eine lange Flanke von links per Kopf an den Pfosten des HSV-Tores setzte. Der zweite Schuss ans Gestänge kam in der 22. Minute von Silva Lone Saländer, deren satter Schuss aus etwa 18
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Das Tor des Tages: Denise Lehmann (am Pfosten) drückt den Ball über die Linie, Wattenscheids Keeperin Nadine Richter hatte den hohen Ball nicht festhalten können. Einziger Fehler der ansonsten starken Richter
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Metern ans Wattenscheider Lattenkreuz ging.
Nach einer Ecke von links fiel in der 32. Minute - ein wenig überraschend für alle - das 1:0 für den HSV. Die ansonsten souveräne
Wattenscheider Torhüterin Nadine Richter konnte den hohen Ball nicht festhalten und dieser wurde von der heranstürmenden Denise Lehmann quasi über die Linie mitgenommen. Bis zur Halbzeitpause nahm nun der HSV gegen die leicht verunsicherten Wattenscheiderinnen deutlich mehr das Heft in die Hand, kam aber nur noch zu zwei bemerkenswerten Torgelegen- heiten durch Tanja Vreden, deren Schuss in der 37. Minute ans Außennetz ging, und einen direkten Freistoß von Angelina Lübcke, den die Torhüterin zur Ecke abwehren konnte.
 Hamburgs Torjägerin Tanja Vreden schießt zwischen Kerstin Stegemann (links) und Lena Wermelt hindurch, doch ohne Erfolg
Die zweite Halbzeit begann gleich mit der zweiten gelben Karte des Spiels an Wattenscheids Mira Möller. Die erste Karte hatte in der 41. Hamburgs Imke Wübbenhorst kassiert. Wattenscheid war mit der erkennbaren Absicht auf den Platz zurück gekommen, nicht mit einer Niederlage zurück zu reisen und drängte den HSV zunehmend in die Abwehr zurück.
 Wattenscheids offensive Mittelfeldspielerin Jennifer Manzer
Hamburg versuchte, mit Kontern für Entlastung oder sogar für den Entscheidungstreffer zu sorgen. Dies wäre in der 61. Spielminute beinahe gelungen, als Tanja Vreden sich auf rechts durchsetzte und vors Tor passte.
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Der Ball wurde jedoch noch so abgelenkt, dass er in den Rücken der mitgelaufenen Angelina Lübcke kam, die sonst das leere Tor vor sich gehabt hätte.
Wattenscheid verstärkte seine Angriffsbemühungen, aber die Bälle, die ihren Weg durch die HSV-Abwehr fanden, wurden eine sichere Beute von Bianca Weech oder gingen deutlich vorbei. Trotzdem hatte der Beobachter das Gefühl, dass der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit sein könnte. Diese Zeit allerdings begann den Gästen allmählich davon zu laufen.
Je näher der Schlusspfiff rückte, desto mehr entblößte Wattenscheid seine Abwehr, so dass es bei HSV-Kontern immer gefährlicher wurde. Letztendlich scheiterten aber beide Teams in ihren Bemühungen an ihrer Abschlussschwäche und das glücklich zustande gekommene Tor aus der ersten Halbzeit entpuppte sich als die spielentscheidende Szene.
 Der Jubel war berechtigt: Mit dem Tor von Denise Lehmann (mitte) in der 32. Minute war das Spiel bereits entschieden. Tanja Vreden (links) und Angelina Lübcke im Ersatz-Trikot von Janka Rohrberg (rechts) haben gut lachen
Hamburger SV:
Weech - Ende, Gärtner, Haye - Lübcke, Wübbenhorst (70. Shenar) - Lehmann, Freese, Ewers (77. Weigel) - Saländer (80. Holland), Vreden
SG Wattenscheid 09:
Richter - Schröder (67. Düner), Stegemann, Wermelt, Möller - Löwenberg, Thiem (52. Götte), van den Berg, Manzer - Ninaus (52. Dej), Hamann
Tor:
1:0 Lehmann (32.)
Gelbe Karten: Wübbenhorst, Shenar - Möller
Schiedsrichterin: Riem Hussein (Bad Harzburg)
Zuschauer: 520
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