Text von Jens Wolter
Fotos von Beate Wolter
25.02.2008
Nur eine Woche nach dem vorgezogenen Auftritt des Deutschen Meisters aus Frankfurt gab mit Potsdam ein weiteres Spitzenteam seine Visitenkarte an der Hagenbeckstraße ab und das immer noch ersatzgeschwächte Team von Trainer Achim Feifel hatte seine nächste Bewährungsprobe zu bestehen.
In den ersten zehn Spielminuten drängten die Gäste den HSV an den eigenen Strafraum zurück und hatten Möglichkeiten, das Spiel sehr früh für sich zu entscheiden. Bereits in der 3. Minute ging ein Schuss von Jennifer Zietz nur haarscharf neben den linken Pfosten des Hamburger Tores. In der 9. Minute konnte Torfrau Bianca Weech gerade noch einen Schuss von Anja Mittag abwehren, die auf der rechten Seite ungehindert in den Strafraum eingedrungen war.
 Schuß von Isabel Kerschowski, der von Bianca Weech sicher gehalten wurde
Nach dieser zehnminütigen Druckphase zu Beginn des Spiels konnten sich die Hamburgerinnen mehr und mehr befreien und kamen auch zu eigenen Torgelegenheiten. Nach genau einer Viertelstunde Spielzeit wurde Gaelle Thalmann im Potsdamer Tor beinahe durch einen etwas überraschenden Weitschuss von Hamburgs Denise Lehmann überwunden, der letztendlich an der Latte endete. Zwei Minuten später kam Jennifer Zietz nach einem Potsdamer Freistoß an den Ball, ihr Nachschuss aus etwa 18 Metern Entfernung fiel jedoch harmlos aus.
 Da hätte Gaelle Thalmann im Tor von Turbine Potsdam nichts retten können: Ein Weitschuß von Denise Lehmann prallt gegen die Latte
Den Hamburger Angriffsversuchen fehlte es insgesamt an der Genauigkeit, in der 25. Minute jedoch fand eine präzise Flanke von Sarit Shenar den Weg auf die Stirn von Silva Lone Saländer, die zur insgesamt etwas überraschenden 1:0-Führung traf.
 Tanja Vreden freut sich über das 1:0 von Silva Lone-Saländer, Potsdams Keeperin Gaelle Thalmann kann dem Ball nur noch hinterherschauen
Die Freude der Hamburgerinnen dauerte allerdings nur bis zur 30. Minute, als Anja Mittag aus ca. 8 Metern frei zum Schuss kam und den Ausgleichstreffer markierte. Es hatte in dieser Szene für eine Sekunde den Anschein, als sei
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Mit diesem Kopfballtor in der 89. Minute rettete Imke Wübbenhorst (am Boden) ihrem HSV den Punkt gegen den Favoriten aus Potsdam
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Bianca Weech noch die Abwehr
dieses Schusses geglückt, aber der hochgeprallte Ball senkte sich doch zum 1:1 ins Tor, bevor Weech oder ihre Abwehr- spielerinnen nochmals eingreifen konnten.
Den Schlusspunkt der ersten Halbzeit setzte nochmals Saländer, deren Schuss in der 42. Minute jedoch deutlich über das Gästetor hinweg strich.
In der Phase direkt nach der Halbzeitpause verstärkten die Gäste ihre Bemühungen um einen Führungstreffer. Die Anstrengungen wurden in der 60. Minute durch Jessica Wich belohnt, die ihren bemerkenswerten Sololauf durch die HSV-Abwehr von der linken Strafraumkante parallel zur Torauslinie mit einem für die Hamburger Torfrau unhaltbaren Schuss ins lange Eck zum 1:2 krönte.
 Jessica Wich setzt sich gegen die Hamburger-Abwehr durch und kann das 1:2 erzielen. Von links Christina Plessen,Imke Wübbenhorst und Stefanie Ende
In der Folge drängte Potsdam auf den Entscheidungstreffer, während Hamburg sein Glück über Konter versuchte, die mit langen Bällen auf die einzige echte Spitze Tanja Vreden eingeleitet wurden. Insgesamt fehlte den Hamburger Versuchen jedoch wie bereits in der ersten Halbzeit die Präzision. Auf Balleroberungen im Mittelfeld folgte häufig ohne Bedrängnis ein viel zu weiter oder unerreichbar ins Nichts geschlagener Steilpass. Die beste Möglichkeit aus diesen Konterversuchen ergab sich in der 72. Minute, als Vreden ihrer Bewacherin Aferdita Kameraj den Ball ablief und in den Strafraum eindrang, wo Gaelle Thalmann ihr den Ball gerade noch vom Fuss pflücken konnte.
Je näher der Schlusspfiff rückte, um so verbissener wurden auf beiden Seiten die Zweikämpfe geführt, was auch in insgesamt drei gelben Karten zum Ausdruck kam. Hierbei hatte Hamburgs Heike Freese möglicher Weise noch Glück, dass sie nach einem sehr harten Einsteigen nicht gleich die gelb-rote Karte bekam.
Wenige Minuten vor Schluss ersetzte Hamburgs Trainer Feifel dann zwei Abwehrspielerinnen durch zwei Offensivkräfte, um den Ausgleich vielleicht doch noch zu erzwingen. Und tatsächlich gelang Mittelfeldspielerin Imke Wübbenhorst genau eine Minute vor dem regulären Spielende noch der Treffer zum 2:2 Endstand.
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Die Gäste wurden während des gesamten Spiels von ihrem zahlreich mitgereisten Anhang stimmgewaltig unterstützt. Dieser sah und kommentierte die Geschehnisse auf dem Spielfeld allerdings in extremer Weise durch die eigene Vereinsbrille, wodurch ein - stets wünschenswertes - Mindestmaß an Respekt, sowohl vor dem Gegner als auch vor dem Schiedsrichtergespann, leider genauso auf der Strecke blieb wie die Fairness.
Insgesamt kann man auf Seiten des HSV von einem glücklichen, aber nicht völlig unverdienten Punktgewinn sprechen. Potsdam erwies sich zwar über die gesamten 90 Minuten als das stärkere Team, verstand es aber nicht, den entscheidenden dritten Treffer zu markieren und zeigte sich auch in der Abwehr nicht unüberwindbar.
 Sarit Shenar wird hier von Isabell Kerschowski gestoppt
Hamburger SV:
Weech - Ende (87.Weigel), Plessen, Haye, Freese (86. Schubert) - Wübbenhorst, Lehmann - Shenar (73. Holland), Saländer, Ewers - Vreden
1. FFC Turbine Potsdam:
Thalmann - Kaurin, Kameraj, Draws, Schiewe - Zietz, Schmidt, Marxcord, I. Kerschowski - Wich, Mittag
Tore:
1:0 Saländer (25.)
1:1 Mittag (30.)
1:2 Wich (60.)
2:2 Wübbenhorst (89.)
Gelbe Karten:
Freese - Kameraj, Schiewe
Schiedsrichterin: Nicole Schumacher (Oberhausen)
Zuschauer: 720
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