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1. Bundesliga, 14. Spieltag

Favorit erlaubt keine Wiederholung des Vorjahres

Hamburger SV - 1. FFC Frankfurt 1:5 (0:2)

Text von Jens Wolter
Fotos von Beate Wolter

17.02.2008   Bereits das Hinspiel in Frankfurt (6:1) hatte wenig Hoffnung erzeugt, dass sich der Deutsche Meister wie in der Vorsaison (2:2) in Hamburg einen Punkt würde abnehmen lassen. Am Ende mußte der HSV sogar froh sein, dass aus dem verdienten Frankfurter Kantersieg nicht sogar ein Debakel für die Gastgeberinnen geworden war.

Die erste gute Szene des Spiels für die Hamburgerinnen ergab sich bereits nach nur 30 Sekunden, aber der hohe Schuss von Torjägerin Tanja Vreden war doch zu schwach, um Frankfurts Torfrau Silke Rottenberg ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. In den nachfolgenden fast 20 Minuten passierte dann allerdings sehr wenig. Frankfurt suchte einen Weg durch die massierte und gut gestaffelte HSV-Deckung, ohne dabei zu echten Torchancen zu kommen. Die von HSV-Trainer Achim Feifel gewählte Defensivanordnung mit Christina Plessen als zusätzlicher Kraft im defensiven Mittelfeld neben Imke Wübbenhorst schien sich auszuzahlen. Zu wirklichen Entlastungsangriffen kam die HSV-Offensive mit ihrer einzigen Stürmerin Tanja Vreden in dieser Phase allerdings auch nicht.

Sarah Günther

Nach sehr langer Verletzungspause konnte Sarah Günther mal wieder an ihrer alten Wirkungsstätte spielen

Innerhalb weniger Minuten kam es dann jedoch zu einer Art Vorentscheidung in der dahin plätschernden Partie. In der 20. Minute wurde Frankfurts Petra Wimbersky in der linken Hamburger Strafraumhälfte angespielt, überwand mit einem Drehschuss die herausstürzende HSV-Torhüterin Bianca Weech und die hereinstürmende Conny Pohlers brauchte diesen Ball nur noch zum 1:0 über die Linie zu drücken. Die HSV-Verteidigerinnen Alexandra Gärtner und Heike Freese, die den auf die Torlinie zulaufenden Ball von Wimberksky wahrscheinlich noch erwischt hätten, kamen zu spät, um Pohlers am Einnetzen zu hindern.

Tor Tanja Vreden

Da schöpfte das Team des HSV Hoffnung: Tanja Vreden (rechts), Schützin des Anschlusstores zum 1:2 und Denise Lehmann holen den Ball aus dem Netz des Frankfurter Tores

Gerade mal vier Minuten später war es dann erneut Pohlers, die den Ball nach einer Ecke per Kopf zum 2:0 im HSV-Tor versenkte, obwohl sie von mehreren Abwehrspielerinnen umringt war. In den nachfolgenden Minuten bemühten sich die Frankfurterinnen, den psychologischen Vorteil der beiden Gegentore zum Ausbau der Führung zu nutzen, aber diese Versuche erlahmten relativ schnell und die Spielzeit bis zur Pause erinnerte wieder stark an die ereignislosen ersten 20 Minuten der Partie. Die wohl beste Möglichkeit für Frankfurt, die endgültige Entscheidung herbei zu führen, war ein direkter Freistoß in der 44. Minute aus halbrechter Position und etwa 20 Metern Torentfernung. Der Schuss von Pia Wunderlich wurde jedoch von Bianca Weech sicher gefangen.

Mit Beginn der 2. Spielhälfte ersetze Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschok die Stürmerin Sandra Smisek durch die Defensivkraft Sarah Günther. Birgit Prinz, die in der ersten Halbzeit hinter den Spitzen agiert hatte,


Conny Pohlers und Marisa Ewers

Conny Pohlers (rechts) - hier im Zweikampf mit Marisa Ewers - war mit ihren vier Treffern die Spielerin des Spiels

rückte nun nach vorn. In der 49. Minute fing Silke Rottenberg eine HSV-Ecke souverän ab und leitete sofort einen Konter über Birgit Prinz ein, die allein vor Bianca Weech auftauchte - der Ball ging jedoch haarscharf am linken Pfosten des HSV-Tores vorbei. Dies war die erste einer ganzen Reihe von hundertprozentigen Frankfurter Tormöglichkeiten der zweiten Halbzeit

In der 59. Minute war es erneut Prinz, die nach einem Fehlpass von Gärtner allein vor dem Hamburger Tor auftauchte, aber knapp über die Latte zielte. Kaum zwei Minuten später setzte sich Pohlers auf der linken Seite durch und passte auf Prinz, deren Schuss von Weech gerade noch mit einer Hand abgelenkt werden konnte, bevor eine Verteidigerin die Situation endgültig bereinigte.

Tor Conny Pohlers Tor Conny Pohlers

Hier erzielt Conny Pohlers das 1:3

In der 65. Minute hatte plötzlich das Hamburger Publikum Anlass zum jubeln. Sarit Shenar hatte auf der rechten Seite einen langen Ball auf Tanja Vreden gespielt und deren gezielter Schuss ließ Rottenberg keine Chance, nur noch 1:2. In den nachfolgenden Minuten spielte der HSV engagierter nach vorn, kam jedoch nicht zu weiteren Gelegenheiten. Die vagen Hoffnungen, das Vorjahresergebnis von 2:2 könnte sich doch wiederholen, wurden bereits in der 71. Minute nach Zuspiel von Prinz durch das dritte Tor von Conny Pohlers zum 1:3 beendet.

Tor Petra Wimbersky Tor Petra Wimbersky

Das 1:4 durch Petra Wimbersky. Der Paß kam von Birgit Prinz, die viele Vorlagen gab, aber selbst kein Tor für sich verbuchen konnte. In der Bildmitte Heike Freese

Das vierte Frankfurter Tor gegen immer mehr nachlassende Hamburgerinnen schien jetzt wirklich nur noch eine Zeitfrage zu


sein. In der 74. Minute setzte Saskia Bartusiak eine hohe Hereingabe von Wimbersky mit dem Kopf knapp vorbei, in der 75. Minute konnte Weech einen Ball gerade noch vor der hereinlaufenden Pohlers unter sich begraben. In der 78. Minute war es dann wirklich soweit, als Wimbersky einen uneigennützigen Querpass von Prinz nur noch zum 1:4 einschieben musste.

In der 83. und 87. Minute konnte Bianca Weech weitere Gegentreffer verhindern, als sie einen Schuss von Birgit Prinz aus 6 Metern abwehrte und vor der einschussbereiten Saskia Bartusiak rettete. In der 88. Minute hatte sie dann jedoch keine Chance, als Conny Pohlers einen erneuten Querpass von Prinz zu ihrem vierten Treffer des Tages, dem Endstand von 1:5 einschob.

Sah es zur Halbzeit für die Gastgeberinnen noch ganz zuversichtlich aus, musste der HSV am Ende jedoch dankbar sein, dass es nach der Pause nur noch drei Gegentore gegeben hatte und nicht deren sechs oder gar noch mehr, was durchaus im Bereich des Möglichen gelegen hätte.

Bianca Weech hält gegen Birgit Prinz Bianca Weech hält gegen Birgit Prinz

Torfrau Bianca Weech kann diesen Schuß von Birgit Prinz abwehren. Weech bot mal wieder eine sehr gute Leistung und hat schlimmeres verhindert. V.l. Janina Haye und Maja Schubert

Hamburger SV:

Weech - Ewers, Gärtner, Haye, Freese (82. Schubert) - Wübbenhorst, Plessen - Shenar, Saländer (60. Lehmann), Weigel (66. Holland) - Vreden

1. FFC Frankfurt:

Rottenberg - Krieger, Lewandowski, T. Wunderlich, Bartusiak - Weber, Prinz, P. Wunderlich - Wimbersky, Smisek (46. Günther), Pohlers

Tore:
0:1 Pohlers (20.)
0:2 Pohlers (24.)
1:2 Vreden (65.)
1:3 Pohlers (71.)
1:4 Wimbersky (78.)
1:5 Pohlers (88.)

Karten: keine

Schiedsrichterin: Anja Kunick (Lissa/Leipzig)

Zuschauer: 720


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