Text von Jens Wolter
Fotos von Beate Wolter
19.05.2008
Nachdem bislang alle sechs Rückrundenspiele verloren gegangen waren, standen die Gastgeberinnen unter Zugzwang. Es musste endlich wieder gepunktet werden, wenn der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze nicht verloren gehen soll.
Die ersten Szenen gehörten jedoch eindeutig den Gästen aus Essen. Bereits nach zwei Spielminuten hatte Linda Bresonik, die eine starke Partie lieferte, eine Riesenmöglichkeit, doch ihr Ball ging knapp rechts an der herausstürzenden Bianca Weech und am Hamburger Tor vorbei.
Drei Minuten später gelang Essen dann doch der frühe Führungstreffer. Melanie Hoffmann war an der Strafraumgrenze freigespielt worden und gegen ihren Heber zum 1:0 für die Gäste war die Hamburger Torhüterin machtlos. In der Folge blieb Essen eindeutig spielbestimmend, ohne jedoch Großchancen zu produzieren. Einzige Ausnahme blieb in der 18. Minute eine Situation von Susanne Kasperczyk, die jedoch zu weit abgedrängt wurde, um noch abschliessen zu können.
 Kathrin Patzke (rechts, gegen Stephanie Mpalaskas), eigentlich Goalgetterin der zweiten Mannschaft des HSV, bereitete das erste Hamburger Tor vor
Hamburgs Spielweise war zu langsam und zu leidenschaftslos, um eine Antwort auf die Feldüberlegenheit der Gäste darzustellen. Die Mittelfeldspielerinnen rückten auch bei Konterversuchen kaum nach und somit standen meist zwei oder drei Hamburger Angreiferinnen einer gut organisierten Essener Abwehr aus vier bis fünf Spielerinnen gegenüber. Zudem wurden viele Hamburger Bälle von Essen bereits im Mittelfeld abgefangen oder wurden planlos zu weit nach vorn geschlagen.
Rund eine halbe Stunde nach der Führung schlug es dann nochmals im Hamburger Tor ein. Stefanie Weichelt hatte sich in der linken Strafraumhälfte durchgesetzt und erzielte in der 36. Minute das 2:0 für Essen. Diesmal hatte Hamburg allerdings zwei Minuten später eine Antwort parat. Ein strammer Schuss von Heike Freese aus gut 25 Metern Torentfernung konnte von Essens Torfrau Lisa Weiss gerade noch über die Latte gelenkt werden. Die anschließende Ecke brachte allerdings keine weitere Gefahr für das Essener Tor.
Wenige Sekunden nach Wiederanpfiff war es erneut Kasperczyk, die eine Möglichkeit zur endgültigen Entscheidung nicht nutzen konnte. Auch ein 12-Meter-Schuss von Weichelt in der 49. Minute fand nicht den Weg
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Lisa Weiss im Essener Tor hatte einiges zu tun, hier hat sie ein ganzes Knäuel von Spielerinnen knapp außerhalb ihres Torraums vor sich. Am Ende hatte Weiss dann das bessere Ende für sich
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ins Tor. Eine Minute später hatte Hamburgs Tanja Vreden in der linken Strafraumhälfte die Möglichkeit, das Ergebnis zu verkürzen, aber die herauslaufende Lisa Weiss konnte den Ball zur Ecke ablenken. Als hätte diese Aktion Signalwirkung gehabt, wurde Hamburg nun deutlich stärker, während von der Essener Feldüberlegenheit nichts mehr übrig blieb.
In der 67. Minute setzte sich Hamburgs Katrin Patzke auf der rechten Seite durch und passte auf die in der Mitte mitgelaufene Vreden, die keine Mühe hatte, den Ball zum 1:2 Anschlusstreffer über die Linie zu drücken. Der HSV intensivierte in der Folgezeit seine Angriffsbemühungen. In der 74. Minute hatte Tanja Vreden Pech, als sie im Nachschuss nach einer Ecke nur die Latte des Essener Tores traf. Vier Minuten später hatten die Hamburgerinnen dann allerdings Grund zum Jubeln. Nach einer Kombination zwischen der eingewechselten Sarit Shenar und Angelina Lübcke war erneut Vreden zur Stelle, um Lübckes Flanke zum 2:2 Ausgleich einzuköpfen.
 HSV-Stürmerin Tanja Vreden köpft hier zum 2:2 Ausgleich an Essens Keeperin Lisa Weiss vorbei in die Maschen
Angesichts der nachlassenden Leistung der Gäste keimte nun im Hamburger Lager Hoffnung auf, den Platz am Ende mit mindestens einem Punkt verlassen zu können. Diese Hoffnung währte aber nur zwei Minuten, dann war es Essens Melanie Hoffmann, die in der linken Strafraumhälfte von der Hamburger Abwehr nicht vom Ball getrennt werden konnte und zur erneuten 2:3 Führung der Gäste einschob. In der Schlussminute hatte dann Essens Taru Laihanen die Möglichkeit, das Ergebnis noch auszubauen, aber ihr Ball strich über die Querlatte.
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Fazit:
Essen hat es angesichts seiner spielerischen Überlegenheit versäumt, in den ersten 50 Minuten die Partie klar zu seinen Gunsten zu entscheiden und den zur Pause scheinbar sicheren Erfolg auf diese Weise selber ins Wanken gebracht.
Der HSV zeigte nur ab der 50. Minute die Leistung, die man in der Bundesliga über 90 Minuten bringen muss, um erfolgreich zu sein. So bitter es aus Hamburger Sicht auch ist, wenn einem ein möglicher Punktgewinn gleich wieder entrissen wird, so sollte es trotzdem möglich sein, auf der in der zweiten Halbzeit gezeigten Leistung in den verbleibenden Partien aufzubauen.
 Essens Linda Bresonik am Ball, bedrängt von Imke Wübbenhorst (links) und Christina Plessen
Hamburger SV: Weech - Lübcke, Gärtner, Haye - Plessen, Wübbenhorst (69. Schubert) - Patzke, Saländer (76. Shenar), Schulz, Freese (65.Lehmann) - Vreden
SG Essen-Schönebeck: Weiss - Chojnacki, Mpalaskas, Himmighofen (71. Laihanen), Duhme - Weber, Hoffmann, Bresonik, Kasperczyk - Deilmann (65. Kowalik), Weichelt
Tore:
0:1 Hoffmann (5.)
0:2 Weichelt (36.)
1:2 Vreden (67.)
2:2 Vreden (78.)
2:3 Hoffmann (80.)
Gelbe Karten: Wübbenhorst
Schiedsrichterin: Inka Müller (Berlin)
Zuschauer: 278
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