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1. Bundesliga, 9. SpieltagDanke Steffi!1. FFC Frankfurt - SG Wattenscheid 09 4:0 (2:0) | ||
Text und Bilder von Tom Schlimme9.12.2007 Auf dem Papier ging es nur um drei Punkte, war es ein ganz normales Bundesligaspiel. Aber in Wirklichkeit war es viel mehr: der Abschied von Steffi Jones vom heimischen Publikum am Ende einer glanzvollen Karriere markiert einen Einschnitt. An einen 1. FFC Frankfurt ohne Steffi wird man sich erst einmal gewöhnen müssen. Das Besondere aber ist der Neuanfang, der mit der Ernennung von Steffi Jones zur Präsidentin des Organisations- komitees für die WM 2011 verbunden ist. Die Selbstver- ständlichkeit, mit der vom DFB hier eine Frau für diese wichtige Aufgabe berufen wurde, ist bemerkenswert und zeigt, dass sich beim DFB wirklich ein neues Denken über den Frauenfußball etabliert hat. Sicherlich wurde diese Entscheidung den DFB-Oberen aber auch sehr erleichtert durch die Persönlichkeit von Steffi Jones, die wie kaum eine andere in der Lage ist, positiv auf Menschen zuzugehen und Sympathien zu gewinnen. Ihre Fähigkeit, Menschen zu begeistern, wird Jones brauchen, wenn sie Anfang nächsten Jahres ihre Tour durch verschiedene Länder beginnt, um überall auf der Welt die Euphorie für die Frauenfußball-WM zu wecken, die nötig ist, damit dieses Ereignis 2011 ein ähnlich großer Erfolg wird wie 2006 die WM der Männer. ![]() Da war es endgültig: Um 12.34 Uhr umarmt Steffi Jones die für sie eingewechselte Gina Lewandowski und beendet unter dem Applaus des Publikums ihr letztes Heimspiel Aber auch so schwere Entscheidungen wie die Auswahl der WM-Stadien müssen zwar nicht von Jones alleine getroffen, aber von ihr maßgeblich in der Öffentlichkeit vertreten werden, und das letzte Wort sollte sich die Vorsitzende des OK gerade in solchen Fragen auch nicht nehmen lassen. Vielleicht wird gerade an dieser Überlegung deutlich, wie schwer die Aufgaben sind, die auf Steffi Jones warten, und wie richtig ihre Entscheidung ist, sich von jetzt an ganz diesen Aufgaben zu widmen und ihre Laufbahn als Spielerin ein halbes Jahr früher zu beenden, als die bald 35-jährige ursprünglich geplant hatte. ![]() Mit Standing Ovations und roten Plakaten bedankten sich die Fans bei Steffi Jones für viele wunderbare Jahre So stand also das Spiel ganz im Zeichen der Abschieds- feierlichkeiten, vom Beginn, als Steffi Jones nicht nur mit dem üblichen Blumenstrauß, sondern auch mit einer allein schon wegen der Aufzählung von Jones´ Titelsammlung nicht ganz kurzen Rede der FFC-Vorsitzenden Doris Dietmayr gewürdigt wurde, über ihre Auswechslung in der 77. Minute, bis nach dem Abpfiff, als sich Scharen von autogrammsuchenden Kindern wie auch Reporter mehrerer Fernsehanstalten auf Steffi stürzten. Und wie es so ihre Art ist, am Ende waren wohl die allermeisten Wünsche erfüllt! Dabei bekamen die 1.330 Zuschauer dann auch noch ein durchaus ansehnliches Fußballspiel zu sehen. Das lag auch daran, dass sich die SG Wattenscheid eine halbe Stunde lang als durchaus ernst zu nehmender Gegner erwies, der die Räume eng machte, geschickt verschob und in Ballnähe fast immer in Überzahl war. Dabei versuchten die Wattenscheiderinnen dann noch, über ihre Sturmspitze Caro Hamann Gefahr vor dem Frankfurter Tor zu verbreiten, was allerdings durch Jones und die ebenfalls sehr gut aufgelegte Tina Wunderlich meist im Ansatz vereitelt wurde. Die Frankfurter Außenverteidigerinnen Katrin Kliehm und Saskia Bartusiak konnten sich mangels Arbeit in der Defensive als zusätzliche Flügelstürmerinnen betätigen. Eine der ganz wenigen Chancen für Wattenscheid. Carolin Hamann hätte - gestört von Tina Wunderlich - mit diesem Schuss durchaus ein Tor erzielen können, doch der Ball ging knapp am Tor vorbei Wattenscheids Keeperin Nadine Richter zeigte schon zu Beginn gegen einen harten Schuss von Birgit Prinz ihre guten Reflexe und erschwerte den Frankfurter Stürmerinnen das Toreschießen zusätzlich zur vielbeinigen Abwehr. Allerdings krankte das Frankfurter |
Steffi Jones zeigte auch im letzten Heimspiel ihrer Laufbahn in mehreren Zweikämpfen gegen Wattenscheids Stürmerin Carolin Hamann ihre ganze Klasse. Der 1. FFC Frankfurt wird Jones in den schweren Spielen um Uefa-Cup, DFB-Pokal und Meisterschaft im kommenden Frühjahr mit Sicherheit vermissen! | |
Spiel auch oft daran, dass der berühmte „letzte Pass” zu ungenau kam und der Abschluss deswegen entweder daneben ging oder gar nicht gefunden werden konnte. So bekam die wieder ungemein agile Conny Pohlers in der 18. Minute aussichtsreich im Strafraum den Ball nicht unter Kontrolle, weil er nicht genau genug kam. Oft wurde der Ball in den Rücken der jeweiligen Stürmerin gespielt, so dass er nicht richtig zu verwerten war, manchmal allerdings agierten die Stürmerinnen auch einfach zu umständlich. ![]() Kerstin Stegemann (links, gegen Birgit Prinz) spielt seit ihrer Verletzung im letzten Länderspiel des Jahres mit einem doppelten Bänderriss im Sprunggelenk. „Sie hat das Woche für Woche immer wieder so entschieden” erklärte später ihre Trainerin Tanja Schulte. Morgen soll Stegemann dann aber operiert werden. Die Verletzung sei während der Spiele sicher sehr schmerzhaft gewesen, größere Risiken hätten aber nicht bestanden. So ließ Prinz einmal nach schöner Kombination von Meike Weber zu Pohlers den Ball im Strafraum wegspringen, statt ihn gleich direkt volley zu nehmen. So hielt Wattenscheid eine halbe Stunde lang tapfer das 0:0, dann jedoch wurde ausgerechnet die eigene Vorbereitung zum Verhängnis. Trainerin Tanja Schulte hatte ihre Spielerinnen sorgfältig auf die kopfballstarken Frankfurter Spielerinnen eingestellt - Steffi Jones zum Beispiel ging bei jedem Eckball nach vorne, weil sie gerne noch einmal eins ihrer berühmten Kopfballtore erzielt hätte. Doch in der 31. Minute kam der von Pia Wunderlich von links getretene Eckball genau auf den Kopf von Petra Wimbersky, und die hatten die Wattenscheiderinnen nicht als so kopfballstark auf ihrer Rechnung, wie Schulte scherzhaft in der Pressekonferenz bemerkte. ![]() Mit dieser guten Parade faustete Wattenscheids Keeperin Nadine Richter eine Bogenlampe von Saskia Bartusiak eben so noch über die Latte. Der nachfolgende Eckball brachte jedoch die Frankfurter Führung Nach diesem Führungstreffer hatten die Frankfurterinnen dann leichteres Spiel, zumal Prinz in der 43. Minute ebenfalls mit dem Kopf das 2:0 erzielen konnte, diesmal nach einer guten Vorarbeit von Pohlers von rechts.
Birgit Prinz erzielte mit diesem Kopfballtorpedo ihr 10. Saisontor im achten Spiel Die Partie blieb auch in der zweiten Halbzeit so einseitig wie in der ersten, so dass das Ergebnis am Ende auch in der Höhe völlig in Ordnung geht. Erwähnt werden muss noch die rote Karte für Wattenscheids Abwehrspielerin Sabrina Dörpinghaus, die im Mittelfeld einen Ball an Meike Weber verlor und dann die enteilende Weber von hinten hart am Fuß traf. Eine Karte, die auch in den Augen ihrer Trainerin völlig berechtigt war. Schulte lobte die Leistung des von Marija Kurtes geführten Schiedsrichtergespanns sogar ausdrücklich. Einziges Manko im Spiel des FFC, so sah es jedenfalls später auch Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen |
Tritschoks, blieb die Chancenaus- wertung. Nach einem Lattentreffer durch Bartusiak und etlichen anderen vergebenen Chancen machte dann aber Wimbersky in der 74. Minute alles klar:
Mit diesem harten und platzierten Schuss ließ Petra Wimbersky Nadine Richter keine Chance und erzielte das 3:0 Das 4:0 besorgte dann Pohlers in der 81. aus kurzer Entfernung. Pohlers hatte wohl die meisten Chancen aller FFC-Spielerinnen herausgearbeitet und sich dieses Tor somit redlich verdient.
Pia Wunderlich hätte hier beinahe gleich zum Einstand nach ihrer Verletzungs- pause ein Tor erzielt. Geschickt ließ sie Lena Wermelt (oben ganz links) aussteigen, drehte sich dann aber einen Kick zu weit, so dass ihr Schuss knapp an der anvisierten langen Ecke vorbei ging Besonders zu loben ist auf Frankfurter Seite noch Meike Weber, die ein Riesenspiel im Mittelfeld machte. Bei Wattenscheid stabilisierte Kerstin Stegemann trotz ihrer Verletzung die Innenverteidigung, die Wattenscheider Stärke lag aber letztlich vor allem in der guten Laufarbeit und im Stellungsspiel der ganzen Mannschaft, die bis zum Schluss auch immer wieder versuchte, über Hamann oder die später eingewechselte Carolin Dej Konter zu setzen.
1. FFC Frankfurt:
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