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1. Bundesliga, 17. SpieltagKlatsche vom Erzrivalen1. FFC Frankfurt - 1. FFC Turbine Potsdam 4:0 (2:0) | ||
Text von Tom Schlimme13.05.2008 3.120 Zuschauer waren bei schönstem Frühlingswetter gekommen, um das Spiel zwischen dem deutschen Meister 1. FFC Frankfurt und dem alten Rivalen aus Potsdam anzusehen, der den Frankfurterinnen im heimischen Stadion schon so manches Mal ein Bein stellen konnte und auch dieses Mal mit hohen Ambitionen angereist war. Potsdams Trainer Bernd Schröder hatte sich bei Siegen gegen Frankfurt und Duisburg sogar noch geringe Chancen auf die Meisterschaft ausgerechnet, wollte aber auf jeden Fall noch den zweiten Platz unter Dach und Fach bringen, um bei einem Frankfurter Sieg im Uefa-Cup nächstes Jahr wieder international dabei sein zu können. Doch daraus wurde nichts. Potsdam fing sich eine Klatsche, fuhr mit 0:4 nach Hause und ist mit neun Punkten Rückstand auf Duisburg bei nur zwei Zählern Vorsprung auf Bayern München nun dem vierten Tabellenplatz deutlich näher als dem ersehnten zweiten. Beim 1. FFC Frankfurt dagegen besteht vielfacher Grund zur Freude: dem Publikum wurde ein Riesenspiel geboten, die Tabellenführung verteidigt, und als Generalprobe für die nun anstehenden Finalspiele gegen Umeå war das Spiel gegen Potsdam bestens geeignet. ![]() Fand ich nicht gut: einige Turbine Fans meinen, anderen das Herz absprechen und Commerz unterstellen zu können. Liebe Turbinen, ihr habt den zweithöch- sten Etat der Liga, einen Autokonzern auf der Brust und dass wir hier in Frankfurt, sowohl die Spielerinnen als auch die Fans, genauso viel Herz haben wir ihr, solltet ihr heute gemerkt haben! Denn die Turbinen stellten sich nicht, wie so viele Gäste im Stadion am Brentanobad, einfach nur hinten rein, sondern begannen offensiv mit drei Spitzen, Bianca Schmidt, Leni Larsen Kaurin und Anja Mittag. Zu Beginn war der Ball dann auch deutlich länger in der Spielhälfte der Frankfurter- innen als in der der Gäste, doch außer einer Aktion in der 5. Minute, als Frankfurts Keeperin Silke Rottenberg gegen Mittag heraus mußte, kam nichts dabei heraus. Die Frankfurter Angriffe dagegen wurden sehr schnell und effektiv vorgetragen und waren deutlich gefährlicher. ![]() In dieser Situation rettete die starke Potsdamer Keeperin Desiree Schumann gerade noch vor Birgit Prinz So rettete Desiree Schumann zwischen den Pfosten des Potsdamer Tores in der 8. Minute mit Klassereflex in höchster Not gegen Birgit Prinz. Schumann, die im Februar erst 18 Jahre alt geworden ist, sollte die beste Potsdamer Spielerin heute werden und widerlegt durch ihre Stärke nach Ansicht von Bernd Schröder alle Thesen, dass Deutschland in Zukunft ein Torwartproblem bekommen könnte. Eine Minute später zog dann Prinz schon wieder mit dem Ball am Fuß aufs Tor, Carolin Schiewe holte sie kurz vor dem Strafraum von hinten von den Beinen - und kassierte gelb! Nicht nur Schröder, der hier eine klare rote Karte gesehen hatte, war entsetzt über diese Fehlentscheidung von Schieds- richterin Nicole Schumacher. Wenn es ein Foul war, und davon gehen alle aus, war es eine klare Notbremse und die rote Karte die logische Konsequenz, denn zwischen Prinz und dem Tor stand weit und breit keine Abwehr- spielerin mehr. Hier geht es nicht mehr um die Problematik, blitzschnell zu sehen, ob ein Foul vorliegt oder nicht, hier ist einfache Regelkunde gefragt. |
Kerstin Garefrekes, hier beim Kopfball, bot eine ganz starke Leistung und spielte die gesamte Potsdamer Abwehr schwindelig. Es schauen zu: v.l. Conny Pohlers, Pia Marxkord, Babett Peter und Aferdita Kameraj | |
Leider bot Schumacher insgesamt eine ganz schlechte Leistung und sollte sich dringend um eine Kopie der Aufzeichnungen des Spiels bemühen, um die Fehler aufzuarbeiten. ![]() Eine Szene aus der Anfangsphase des Spiels: Silke Rottenberg rettet vor Anja Mittag, Gina Lewandowski (rechts) kann entspannt auslaufen Sein Gegenüber Schröder dagegen ließ hinterher kein gutes Haar an seiner Mannschaft. Einzig Keeperin Schumann und Aferdita Kameraj, die Conny Pohlers weitgehend ausgeschaltet habe, hätten gut gespielt, der Rest sei schon durch eine „katastrophale Körpersprache” aufgefallen, das habe mit Fußball nichts zu tun gehabt. Besonders enttäuscht sei er von Spielerinnen, die sich Hoffnungen machten, bei Olympia dabei zu sein, aber nichts geboten hätten, um dies zu rechtfertigen. Allerdings, nach Schröders altem Motte „actio gleich reactio” könne es auch sein, dass Frankfurt einfach so gut gespielt habe, dass seine Mannschaft so deutlich unterlegen aussehen mußte. ![]() Die Frankfurterinnen waren fast immer einen Schritt schneller, hier bekommt Petra Wimbersky ihre Flanke an Bianca Schmidt vorbei Begünstigt wurde der krasse Unterschied zwischen der Leistungsstärke der beiden Teams dann noch durch den Platzverweis für Schiewe in der 33. Minute. Nach der dunkelgelben Karte für die Notbremse an Prinz leistete sich Schiewe ein Foul an Petra Wimbersky, für das sie von Schumacher sehr deutlich ermahnt wurde. Keine zwei Minuten später foulte Schiewe dann an der Mittellinie völlig unnötig Garefrekes, und jetzt hatte endlich auch Schumacher den Mut, die gelb-rote Karte zu zücken. Wieder nur eine Minute später entschied dann Wimbersky praktisch |
schon das Spiel mit einem Gewaltschuss von der Strafraumgrenze, der wie ein Strich in den Winkel des Potsdamer Tores zog. ![]() Alexandra Krieger machte heute auf der Sechser-Position im Mittelfeld ein Superspiel, traf einmal den Pfosten des Potsdamer Tores
1. FFC Frankfurt
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