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1. Bundesliga, 3.Spieltag

Frankfurt siegt vor vollem Haus

1.FFC Frankfurt - Hamburger SV 6:1 (2:1)

Text von Peter Henkel, Fotos von Volker Lieberum

07.10.2007   Am Wochenende wurden die Weltmeisterinnen noch von 15.000 begeisterten Menschen gefeiert, doch nun galt es für die Frankfurterinnen unter ihnen, wieder die Ziele im Vereinsfußball zu fokussieren. Wenn die Partie auch einen überraschenden Anfang nahm, hatten am Ende die Gastgeberinnen drei wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft auf dem Konto. Die Begegnung stand unter besonderem Medieninteresse, waren doch gleich drei Fernsehstationen vor Ort.

Gratulation

Vor dem Spiel beglückwünschten die Juniorinnen des FFC die frisch gebackenen Weltmeisterinnen mit einem selbst gestalteten Banner.

Beide Teams traten nicht in Bestbesetzung an. Beim Hamburger Sportverein fehlten Denise Lehmann, Christina Plessen und Janina Haye im Kader. Sie wurden durch Spielerinnen aus der 2.Mannschaft ersetzt. Der FFC Frankfurt musste auf die verletzten Pia Wunderlich (Schulterecksverletztung) und Sarah Günther (muskuläre Probleme) verzichten. Zudem wurde Steffi Jones für ein Praktikum beim FSV Mainz 05 freigestellt. Kerstin Garefrekes genehmigte sich nach den Anstrengungen der Weltmeisterschaft eine Pause.

Tanja Vreden

Tanja Vreden erzielte nach rekordverdächtigen 92 Spielsekunden den ersten Treffer des Tages.

Es waren noch keine 2 Minuten gespielt, da erlebten die äußerst zahlreich angereisten Fans eine kleine Überraschung. Bei einem schnellen Angriff des HSV überläuft Tanja Vreden die Verteidigerin Gina Lewandowski und umspielt die zu weit vorne stehende Silke Rottenberg. Es steht nach 92 Sekunden zur Freude der angereisten Gäste 0:1 für Hamburg.

Direkt dannach hatte Petra Wimbersky die Möglichkeit in einer 1-gegen-1-Situation gegen die Hamburger Torfrau Bianca Weech auszugleichen. Doch vorerst blieb es bei der Führung der Spielerinnen des Hamburger Sportvereins.

Diese unterbanden in der Folge mit zahlreichen taktischen Fouls das Angriffsspiel der Frankfurterinnen. In der 9. Minute führte das körperbetonte Spiel der Gäste wieder einmal zu einem Freistoß für Frankfurt. Birgit Prinz führte diesen aus und traf aus 20 Metern die Unterkante der Latte. Der Ball sprang wieder ins Feld und prallte dann von der herbei geeilten Stephanie Ende ins eigene Tor.

Die Hamburgerinnen standen weiterhin gut in der eigenen Hälfte und konzentrierten sich darauf, die Angriffe des FFC zu zerstören. Dennoch gelang den Gastgebern hin und wieder eine gute Kombination. Seltene Gegenangriffe wurden, abgesehen von der Situation zu Spielbeginn, von der Frankfurter Viererkette recht souverän abgewehrt. Die beiden Neuzugänge aus den USA, Gina Lewandowski und Ali Krieger, wirkten in der Frankfurter Defensive sehr sicher, was vom Publikum einige Male mit Szenenablaus quittiert wurde.

In der 23. Minute hat Sandra Smisek die Führung auf dem Fuß, doch ihr Schuss geht über das Tor. Die jüngste Frankfurterin auf dem Platz, Meike Weber, erzielt dann in der 32. Minute das vielleicht schönste Tor des Tages, als sie aus großer Distanz den Ball im oberen langen Eck unterbringt.


Birgit Prinz

Birgit Prinz beim Schuss, der zum Ausgleich führte. Ihr schauen Heike Freese, Sandra Smisek, Silva Lone Saländer, Tanja Vreden und Imke Wübbenhorst (v.l.n.r.) entgegen.

Wenig später hat Petra Wimbersky die Gelegenheit zu erhöhen, doch sie kann den springenden Ball vor dem HSV-Tor nicht unter Kontrolle bringen. Somit ging Frankfurt mit einem Tor Vorsprung in die Pause.

Nach der Pause waren keine 10 Minuten gespielt, da profitiert Conny Pohlers von einem Abwehrfehler. Mit dem gewonnen Ball läuft sie nach vorne und visiert wie Meike Weber zuvor das lange obere Eck. Doch diesmal gelingt Bianca Weech eine sehenswerte Parade.

Mehr Glück hatte Pohlers in der 56. Minute als sie nach Zuspiel von Prinz auf 3:1 erhöhte. Petra Wimbersky setzte 5 Minuten später per Freistoß in die linke obere Ecke noch einen drauf.

Meike Weber

Ein besonders schönes Tor gelingt hier Meike Weber. Imke Wübbenhorst kann den Schuss nicht mehr blocken.

In der 67. Minute ist dann ist dann Marisa Ewers Retterin in der Not als sie nach einem Alleingang von Birgit Prinz auf der Linie rettet.

Doch die Frankfurterinnen erhielten den Druck aufrecht, und so gelang Petra Wimbersky mit einem akrobatischem Schuss das 5:1.

Alex Krieger

Neuzugang Ali Krieger (USA) hinterließ in ihrem ersten Bundesligaspiel einen souveränen Eindruck.

Die Hamburgerinnen ließen im Laufe der zweiten Hälfte von ihrer defensiven Einstellung ab und kamen so öfters als zuvor vor das Tor von Silke Rottenberg. So hatte in der 70. Minute Tanja Vreden die Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Doch ihr Schuss geht direkt in die Arme der Keeperin vom Main.

Petra Wimbersky

Petra Wimbersky (hier mit Alexandra Gärtner beim 4:1) trug sich gleich zweimal in die Torschützenliste mit ein.

Ihre Gegenspielerin im anderen Tor, Bianca Weech, kann sich drei Minuten später ein weiteres Mal auszeichnen, als sie sich bei einem Angriff von Saskia Bartusiak im Herauslaufen in den Weg wirft. Der Ball wird abgefälscht und kullert am Torpfosten vorbei ins Aus.


Fünf Minuten später hat dann Jana Leugers die Möglichkeit zum Torschuss für Hamburg, doch wieder landet der Ball direkt in den Armen von Silke Rottenberg. In der 84. Minute versucht es Silva Lone Saländer mit dem Kopf, trifft aber nur das Außennetz hinter der Latte.
In der 85. Minute wird Conny Pohlers mustergültig von der zentral an der Strafraumgrenze stehenden Karolin Thomas angespielt, und setzt den Schlusstreffer zum 6:1. Ein letzter Torschuss der Hanseatinnen wird durch Tina Wunderlich zur Ecke geblockt.

Conny Pohlers

Conny Pohlers beim 6:1 gegen die HSV-Torfrau Bianca Weech. Heike Freese (Nr.11) kann nicht mehr eingreifen.

Nach dem Spiel erläuterte der Hamburger Coach Achim Feifel das Spiel aus seiner Sicht. Der HSV hat mit guten Leistungen auf das frühe Tor aufbauen können. Sein Team hat kompakt gestanden und die Räume eng gemacht. Auf Frankfurter Seite sah er glückliche Tore, die selten heraus gespielt waren. Das Endergebnis fiel für ihn zu hoch aus, insbesondere die letzten beiden Tore seinen mit Fehlentscheidungen der Unparteiischen in Verbindung zu bringen. Mit dem Spiel seiner Mannschaft war er dennoch zufrieden.

Dr. Hans-Jürgen Tritschoks freute sich über das 'Riesenpublikum' und attestierte seiner Mannschaft ein gutes Spiel mit schönen Kombinationen. Das Endresultat von 6:1 ging für ihn in Ordnung, zumal der FFC viele Chancen hatte, die nicht verwirklicht wurden.

Zum Schluss äußerte sich das mitgereiste HSV-Aufsichtsratsmitglied Gert Hein zufrieden über die Rolle des Frauenfußballs beim Hamburger Sportverein. Profi-Fußball sei beim HSV 'Core Business' und das schließe den Bundesligafußball der Frauen mit ein.

1. FFC Frankfurt:

Rottenberg - Lewandowski (78. Künzer), T. Wunderlich, Krieger, Bartusiak - Weber, Thomas, Smisek (53. Kliehm) - Pohlers, Prinz (70. Engel), Wimbersky

FC Bayern München

Weech - Ende, Gärtner, Freese - Saländer, Ewers (87. Garbers), Shenar (85. Heinßen), Wübbenhorst, Leugers - Vreden, Weigel

Tore:
0:1 Vreden (2.)
1:1 Ende (9. Eigentor)
2:1 Weber (31.)
3:1 Pohlers (56.)
4:1 Wimbersky (64.)
5:1 Wimbersky (67.)
6:1 Pohlers (85.)

Gelbe Karten: Freese, Wübbenhorst

Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne)

Zuschauer: 2740


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