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1. Bundesliga, 1.Spieltag

Gut gekämpft und doch verloren

1. FFC Frankfurt - FC Bayern München 5:2 (2:0)

Text von Peter Henkel, Fotos von Volker Lieberum

19.08.2007   Nach vielen Wochen des Wartens war es endlich soweit: Die Bundesligasaison des Frauenfußballs hat begonnen. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen fanden 1650 Zuschauer den Weg ins Stadion nach Rödelheim. Zu Gast war der FC Bayern München, der die letzte Saison mit einen respektablen vierten Platz abgeschlossen hat. Dennoch waren die Erwartungen nicht zu hoch. Für die Bayerntrainerin Sissy Raith ging es an diesem ersten Spieltag nicht in erster Linie darum Punkte zu entführen, sondern sich möglichst gut zu verkaufen und den eigenen Leistungsstand zu bestimmen. Ihr Kollege auf der anderen Seite, Dr. Hans-Jürgen Tritschoks, hatte erst vor wenigen Tagen zuvor das Ziel Titelverteidigung ausgerufen. Folglich standen die Frankfurter Erwartungen auf Sieg, wenngleich man in den Münchnerinnen keinen einfachen Gegner sieht.

Birgit Prinz

Vor dem Spiel wurde Birgit Prinz als Torschützenkönigin ausgezeichnet. Die Torkanone wurde durch 'Kicker'-Chefreporter Rainer Franzke überreicht. Patrizia Hell (li.) nahm für den DFB an der Ehrung teil.

In den Anfangsminuten bestimmte der FFC Frankfurt das Spiel. Bereits in der vierten Spielminute trat Renate Lingor den zweiten Eckball, den die Bayernabwehr erst nach einigen Unsicherheiten unter Kontrolle brachte. Die Möglichkeiten zur Führung ergab sich weitere vier Minuten später als Kerstin Garefrekes den Ball flach in den Torraum spielte. Birgit Leiter kam der amtierenden Fußballerin des Jahres, Birgit Prinz, einen Tick zuvor und rettete mit dem Fuß.

Petra Wimbersky, Carmen Roth,Birgit Leitner

Petra Wimbersky läßt Carmen Roth und Torfrau Birgit Leitner stehen und erhöht auf 2:0

Nach zehn Spielminuten sahen die Fans des FCB eine erste Tormöglichkeit für ihr Team als Sylvie Banecki Julia Simic die Vorlage zum ersten Torschuss lieferte. Nur wenig später spielten die Bayern überraschend einen weiten Ball von der Mittellinie auf das Frankfurter Tor. Neuzugang Stephanie Ulrich, die die verletzte Silke Rottenberg ersetzte, stand weit außerhalb des Strafraums und konnte nur mir einem schnellen Spurt nach hinten gerade noch so den Ball am Tor vorbei lenken.

Nach diesem Schrecken für die Fans der Heimmannschaft, sahen sie im Gegenzug einen gefährlich Torschuss aus 20 Metern von Karolin Thomas, die eine gute Leistung bot. Doch die Münchner Torfrau regierte gut und wehrte den Ball über die Latte ab.


Tor Conny Pohlers

Wiedervereinigung am Main: Conny Pohlers (beim Erzielen des wichtigen Tores zum 3:2) und Petra Wimberky. Außerdem im Bild Katharina Baunach (li.) und Bianca Rech (re.).

Nina Aigner testete wenig später die Spurtstärke der, zu diesem Zeitpunkt selten in der Nähe des eigenen Strafraums anzutreffende, Frankfurter Torfrau ein weiteres mal.
Nach weiteren Möglichkeiten des FFC durch Smisek mit dem Kopf und Thomas ertönte der Pfiff von Christine Beck. Bianca Rech hatte Sandra Smisek regelwidrig im Strafraum zu Fall gebracht. Den anschließenden Strafstoß verwandelte Renate Lingor sicher zum 1:0. Fünf Minuten später wird Petra Wimbersky freistehend in der Mitte angespielt, umspielt Carmen Roth und anschließend Birgit Leitner und trifft das Tor. Die Münchnerinnen reklamieren Abseits, doch das Tor zählt.
In der 42. Minute zappelt der Ball nach einem Schuss von Sandra de Pol im Netz auf der gegenüber liegenden Seite. Doch diesmal wurde auf Abseits entschieden.

In der zweiten Halbzeit kamen die Bayern dann besser ins Spiel. So hatte die das Bayernspiel belebende Nicole Banecki kurz nach Wiederanpfiff aus 25 Metern freies Schussfeld und trat Ball nur knapp am linken Frankfurter Lattenkreuz vorbei. Nach weitern Möglichkeiten des FFC gelang den Bayern der Anschlußtreffer. Kurz vor ihrer Auswechselung bediente Sylvie Banecki die jüngste Spielerin im Kader der Bayern. Stefanie Mirlach ließ dieses Möglichkeit nicht ungenutzt und brachte ihr Team wieder ins Spiel, die nun deutlich besser spielten. Auf der anderen Seiten agierten die Hessinnen zunehmend nervöser und so war es wenig überraschend, als in der 65. Minute die Abwehr des FFC abermals überrannt wurden und Vanessa Bürki der Ausgleich gelang.

Nicole Banecki

Jubel bei den Bayern. Nina Aigner, Nicole Banecki und Stefanie Merlach (v.l.n.r.) freuen sich über den Anschlusstreffer zum 2:1. Wenig später werden sie abermals jubeln.

Hoffnung für den FFC brachte dann die eingewechselte Conny Pohlers, die mit einem Schuss an die Unterkante des FCB-Tores die Frankfurterinnen zurück meldete. Wenn auch hier der Ball wieder den Weg auf das Spielfeld fand, so hatte sie kurz darauf mehr Glück und brachte ihr Team wieder in Führung.


Dies schien die Frankfurterinnen wieder zu beflügeln, die das Spiel fortan dominierten. Ein weitere Foulelfmeter, verwandelt durch Birgit Prinz, brachte die Vorentscheidung. Den Schlußpunkt setzte Kerstin Garefrekes, nach einem herrlich von Petra Wimbersky verlängertem Ball, mit dem 5:2.

Fans

Die Bayern-Fans sorgten mit umfangreichem Liedgut für den akustischen Hintergrund der Partie

Das Ergebnis ist am Ende etwas zu hoch ausgefallen, dennoch waren die drei Punkte für Frankfurt verdient. Die Müncherinnen zeigten, nachdem sie ihre anfängliche Scheu abgelegt hatten, dass sie durchaus in der Lage sind, dem amtierenden Meister in Bedrängnis zu bringen. Dies wurde zu großen Teilen durch Schwächen in der Frankfurter Abwehr begünstigt.

1. FFC Frankfurt:

Ullrich - Künzer (57. Jones), Wunderlich - Lingor, Kliehm (57. Marciak), Thomas, Bartusiak, Smisek (63. Pohlers) - Prinz, Wimbersky, Garefrekes

FC Bayern München

Leitner - Paukner, Roth, Rech - Mirlach, Baunach, Spieler, Simic (37. N. Banecki), de Pol -S. Banecki (55. Bürki), Aigner

Tore:
1:0 Lingor (25. FE)
2:0 Wimbersky (30.)
2:1 Mirlach (54.)
2:2 Bürki (59.)
3:2 Pohlers (74.)
4:2 Prinz (81. FE)
5:2 Garefrekes (85.)

Gelbe Karten: Bartusiak / Roth

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: 1625


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