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1. Bundesliga, 21. Spieltag

Schmeichelhaftes Remis vor Rekordkulisse

FCR Duisburg - 1. FFC Frankfurt 1:1 (0:1)

Text von Viola Bergmann
Bilder von Martin Kochem

09.06.2008   Dem FCR Duisburg gelang trotz deutlicher Überlegenheit an diesem sonnigen Sonntag nur ein Ausgleichstreffer in der 73. Minute gegen den derzeitigen Tabellenführer 1. FFC Frankfurt. Somit kam Frankfurt zu einem schmeichelhaften Punktgewinn, der den Hessinnen alle Chancen offen hält, die Meisterschaft durch einen Sieg gegen Essen aus eigener Kraft zu gewinnen.

Das Spiel vor der Bundesligarekordkulisse von 4126 Zuschauern begann nervös und mit vielen Pass- & Stellungsfehlern auf beiden Seiten. Auch waren die Chancen zunächst ausgeglichen, so z.B. durch einen Freistoß von Anne van Bonn in der 4. Minute welcher jedoch von Silke Rottenberg pariert wurde, die insgesamt ein sehr gutes Spiel ablieferte und eine Niederlage ihrer Mannschaft verhinderte.

Duisburger Fanplakate

4126 Zuschauer sorgten für eine Rekordkulisse im PCC-Stadion. Die Entscheidung über die Meisterschaft blieb jedoch offen

Auch Inka Grings sowie Lira Bajramaj scheiterten kurz darauf im Tumult vor dem Frankfurter Tor. Der Uefa-Cup-Sieger erhöhte daraufhin zunächst ein wenig den Druck und vermochte es, den FCR kurzzeitig in die eigene Hälfte zurückzudrängen. Diese Bemühungen wurden jedoch von der gut organisierten Abwehrkette um Annike Krahn zunichte gemacht, so dass auch vor dem Duisburger Tor keine zwingenden Torchancen heraussprangen. Auch die das ganze Spiel über eher unauffällige Birgit Prinz vermochte es nicht, die an diesem Tag relativ unbeschäftigte Torfrau Kathrin Längert in Bedrängnis zu bringen. Ihr Torschussversuch in der 13. Minute war zu schwach und unplatziert.

Corinna Schröder

Duisburgs Corinna Schröder (rechts) wird hier gleich von zwei Frankfurterinnen (links Alex Krieger, daneben Katrin Kliehm) attackiert

Stattdessen tauchte Inka Grings alleine vor der Frankfurter Torhüterin auf, sie blieb jedoch zu diesem Zeitpunkt noch erfolglos. Die einzige wirkliche Torchance des FFC im gesamten Spiel leitete in der 19. Minute Alexandra Krieger per Kopf auf die nach vorne stürmende Birgit Prinz ein. Prinz legte den Ball gewohnt mannschaftsdienlich auf die mitgelaufene Kerstin Garefrekes ab, welche den Ball an der Torfrau vorbei zum 1:0 Führungstreffer einschob. Beste Szene von Prinz im Spiel!

Man hätte erwarten können, dass Frankfurt mit dieser Führung im Rücken nun sicherer spielen würde, doch das Gegenteil war der Fall. Die Spielerinnen des FFC ließen sich immer mehr zurückfallen und überließen die Initiative der Heimmannschaft. Dabei präsentierte sich die immer mal wieder kritisierte Frankfurter Abwehr als stärkster Mannschaftsteil und ließ nur wenige echte Chancen zu. Allerdings hätte ein Kopfball von Inka Grings, der jedoch an die Latte prallte (25.) den frühen Ausgleich bedeuten können. So ging es nach einer einigermaßen ausgeglichenen ersten Häfte - vielleicht sogar schon mit leichten Vorteilen für Duisburg - mit einer


Silke Rottenberg und Inka Grings

Silke Rottenberg fischt hier Inka Grings die Kugel weg und rettete darüber hinaus mit ein paar Superflexen den für den FFC so wichtigen Auswärtspunkt

Frankfurter Führung in die Halbzeitpause.

Aus dieser kam eine völlig andere Frankfurter Mannschaft wieder heraus, die in der Folgezeit mit den Gedanken völlig abseits des Platzes zu sein schien und weder Laufbereitschaft noch Zweikampfstärke zeigte. Dadurch ermöglichten sie es den Duisburgerinnen, ein nahezu fehlerfreies Kombinationsspiel aufzuziehen, das praktisch nicht vorhandene Mittefeld der Hessinnen auszuhebeln und fast im Minutentakt vor dem Frankfurter Tor aufzutauchen.

Inka Grings und Katrin Kliehm

Inka Grings (links) wird hier zwar im letzten Moment von Katrin Kliehm gestoppt, doch hält ihr 1:1-Ausgleichstreffer die Träume des FCR von der Meisterschaft weiter am Leben

Allein Inka Grings hatte direkt nach dem Wiederanpfiff zwei gute Möglichkeiten, den Ausgleichstreffer zu erzielen, scheiterte aber entweder an Rottenberg oder am Torpfosten (47./53.). Einige Male konnte Frankfurts Innenverteidigern Gina Lewandowski gut gegen Grings klären, nicht verhindern konnte sie jedoch den Ausgleichstreffer und das 25. Saisontor von Grings, die nach einem Freistoss von Patricia Hanebeck schlecht gedeckt zum Kopfstoß kam (73.). Bereits zu diesem Zeitpunkt wäre eine Führung der Duisburgerinnen aufgrund der Spielanteile mehr als verdient gewesen.

Birgit Prinz

Kleine Verschnaufpause für Birgit Prinz. Eine Mittelfeldspielerin hatte ihr kurzerhand den Schuh ausgezogen

Bild: Viola Bergmann

Nach vorne ging bei Frankfurt fast gar nichts mehr, obwohl zur Halbzeit die in den letzten Monaten so starke Conny Pohlers für Sandra Smisek eingewechselt wurde. Doch Pohlers bekam kaum einmal einen Ball, weil das FFC-Spiel schon im Mittelfeld hängen blieb. Dazu stand die Duisburger Innenverteidigung mit Annike Krahn und Sonja Fuss auch noch bombensicher. Auffälligste Szene von Pohlers, die Kopfschütteln sowie ein Grinsen bei den Zuschauern auslöste, war ein Handtor, als Pohlers den Ball nicht mit dem Kopf, sondern mit beiden Händen ins Tor bugsierte, wofür sie auch postwendend gelb sah.

Es blieb schließlich bei diesem Unentschieden trotz deutlicher


Überlegenheit des engagierten FCR, dem man letztlich nur mangelnde Chancenverwertung vorwerfen kann, während die Uefa-Cup-Siegerinnen ihre einzige wahre Torchance nutzten. Damit ist die Entscheidung um die Meisterschaft auf den letzten Spieltag verschoben, der damit noch einmal richtig spannend werden wird.

Dr. Hans-Jürgen Tritschoks

Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks erklärte die schwache Leistung seiner Mannschaft mit der Erschöpfung durch die Mehrfachbelastung in drei Wettbewerben, freute sich aber über den glücklich errungenen wichtigen Punkt

Martina Voss

Martina Voss, die dem FCR noch mindestens bis 2011 in einer Doppelfunktion als Cheftrainerin und sportlicher Leitung erhalten bleibt, zeigte sich „tief ergriffen” über die gute Leistung ihrer Mannschaft, bedauerte aber, dass die Chancen zum Sieg nicht genutzt wurden

FCR Duisburg:
Längert, van Bonn, Fuss, Krahn, Schröder, Laudehr, Hanebeck, Hegering (56. Knaak), Kiesel (63. Goddard), Bajramaj, Grings

1. FFC Frankfurt:
Rottenberg - Kliehm, T. Wunderlich, Lewandowski, Bartusiak, Weber, Krieger (78. Thomas), Garefrekes, Wimbersky (69. Günther), Prinz, Smisek (46. Pohlers)

Tore:
0:1 Garefrekes (20.)
1:1 Grings (73.)

Gelbe Karten: Bajramaj, Pohlers, Günther, Weber

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: 4126


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