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1. Bundesliga, 13. Spieltag

Anne Rißling nicht zu schlagen

SG Essen Schönebeck - VfL Wolfsburg 0:1 (0:1)

Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel

31.03.2008   Essen 30.03.08, Frühlingserwachen im Sportpark „Am Hallo“. Die Sonne strahlte fast den ganzen Tag. Der VFL traf trotz der Sommerzeitumstellung pünktlich in Essen ein. Zuversicht zeichnete die Gesichter der VfL-Mädels. Martina Müller strahlte auf den Weg zu den Katakomben, als ahnte sie es schon: es sollte mal wieder ein Müller-Tag werden.

Christine Beck aus Magstadt machte um 14 Uhr ernst. Der Pfiff in die Trillerpfeife wurde dann zum Beginn eines langen Martyriums für das Team um Ralf Agolli. Chance um Chance ließen die Essenerinnen auf dem Weg liegen. Der Wurm im Sturm. Isabelle Linden und Charline Hartmann scheiterten immer wieder an VFL Torfrau Anne Rißling. Dabei brauchte sich die Torhüterin noch nicht mal viel Mühe zu machen. Etliche Sololäufe der SGS fanden fast immer ein Ende an Rißling’s Beinen. Eigentlich musste sie nur einmal kräftig die Torwarthandschuhe ausstrecken. Selten habe ich eine so gut gelaunte Gäste Torfrau im „Am Hallo“ gesehen.

Anne Rißling

Wolfsburgs Keeperin Anne Rißling hatte allen Grund zum Strahlen. Sie bot ein Klasseleistung mit der sie maßgeblich zum Sieg ihrer Elf beitrug

In der 17. Spielminute nahm das Unheil für Essen seinen Lauf. Lisa Eichholz schlug einen langen Ball in Richtung Martina Müller. Die Nationalstürmerin konnte dann eine Abwehrschwäche der SGS ausnutzen und es schlug hinter Steffi Löhr ein. Während die SGS eine Handvoll Tormöglichkeiten liegen ließ, konnte man beim VfL von einer hundertprozentigen Chancenverwertung sprechen.

Steffi Weichelt und Juliane Höfler

Steffi Weichelt, hier gegen Juliane Höfler, konnte zwar Tormöglichkeiten für Essen einleiten, doch die Vollstreckung fehlte

Das Tor musste die SGS erst mal verdauen. So gab es eine Viertelstunde lang nichts besonderes zu sehen auf dem Spielfeld. Susanne Kasperczyk bekam dann auch zwei Möglichkeiten, grandios an Anne Rissling zu scheitern, so dass der VfL mit einer Führung in die Kabine zum Pausentee gehen konnte. Schmeichelhaft, aber auch hart erkämpft. Die SGS ohne Glück und auch mit Unvermögen vor dem VfL Tor. Hieße die Sportart Biathlon, hätte es für so manche Fahrkarten Strafrunden geben müssen. Positiv


Lisa Eichholz und Charline Hartmann

Hier schlägt Lisa Eichholz den Ball vor Charline Hartmann weg. Eichholz leitete auch das Tor des Tages durch einen weiten Pass auf Martina Müller ein

bei der SGS Isabelle Linden, sie war beste und auch auffälligste Spielerin.

Die Zweite Halbzeit brachte wiederum nichts Neues. Essen versemmelte die nun aber wenigeren Möglichkeiten irgendwie erwartungsgemäß. Manchmal braucht man sich ein Spiel nur zehn Minuten anzusehen, und man kommt zur Erkenntnis: Das wird heute nichts. Diese Erkenntnis hatten wohl auch einige der 830 Zuschauern bekommen.

Melanie Hoffmann kam und auch sie konnte den Hebel zum Besseren nicht umlegen. Wplfsburgs Trainer Bernd Huneke brachte später die im letzten Spiel angeschlagene Shelley Thompson. So bekam man als Essener eher die Angst, bei der wackeligen SGS Abwehr schon vorzeitig den Kontertod zu sterben. Doch Thompson und Müller nutzen ihre Chancen nicht.

Isabelle Linden

Die 17-jährige Isabelle Linden ließ immer wieder ihr Talent aufblitzen und war damit heute der Lichtblick im Essener Team

So hätte das Spiel doch noch einen für Essen versöhnlichen Abschluss finden können, denn in der Schlussminute knallte Carina Chojnacki den Ball an die Latte des Wolfsburger Tores, den Abpraller bekam die finnische Nationalspielerin Taru Laihanen aber auch nicht in den Kasten.

Als Christine Beck abpfiff, freute sich der VfL Tross diebisch. Die Wattenscheid-Niederlage wurde postwendend ausgemerzt. Trainer Bernd Huneke musste den Papst heute in der Tasche gehabt haben. Ein sehr glücklicher Sieg in Essen. Doch wer seine Chancen nicht nutzt, ist selber schuld und darf sich nicht wundern, wenn man


am Ende des Spieles mit leeren Händen den Platz verlässt. Die SGS befindet sich nach drei Niederlagen in Folge endgültig im Niemandsland der Tabelle, womöglich immer stärker mit einem Blick nach unten schielend.

Wolfsburg nahm so einiges aus Schönebeck mit. Martina Müller ein Tor. Anne Rissling ein tolles Spiel und sicherlich das berechtigte Gefühl, die Matchwinnerin zu sein! Dazu drei Punkte für das Tabellenkonto sowie Nudeln mit Salat.

Taru Laihanen

Essens Neuzugang, die finnische Nationalspielerin Taru Laihanen, wurde erst in der 75. Minute eingewechselt

SG Essen-Schönebeck:
Löhr - Chojnacki, Kasperczyk, Wesely (46. Hoffmann), Duhme - Linden (63. Lenart), F. Weber, Mpalaskas, Bresonik, Weichelt, Hartmann (75. Laihanen)

VfL Wolfsburg:
Rißling - Eichholz, Höfler, Boroczinski (60. Tetzlaff), Blässe, Omilade, Carlson, Unzeitig (70. Thompson), Wilkens, Brendel, M. Müller

Tor:
0:1 M. Müller (17.)

Gelbe Karten:
Chojnacki, Kasperczyk, Mpalaskas / M. Müller

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: 830


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