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1. Bundesliga, 21. Spieltag

6:0 Derbysieg - Frankfurt im Visier

SG Essen Schönebeck - SG Wattenscheid 09 6:0 (3:0)

Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel

08.06.2008   Niemals ging es an der Ardelhütte so ruhig zu vor einem Revierderby. Egal ob Duisburg oder Wattenscheid, in heimischen Gefilden lag immer eine Spannung. Diesmal war diese Spannung nicht nötig. Im Vorfeld waren die Grenzen klar gesetzt. Einen Pflichtsieg wird es geben für die SGS - doch ob mit spielerischen Glanz, das stand auf einem anderen Stern.

Vor dem Spiel wurden Linda Bresonik (geht zum FCR Duisburg) und Taru Laihanen (zurück in die Heimat) verabschiedet. Während man Linda Bresoniks sportlichen Qualitäten auf jeden Fall nachtrauern wird, verliert man mit Taru Laihanen einen absoluten Publikumsliebling. Viele Fans hätten die finnische Nationalspielerin gerne noch in der nächsten Spielzeit im SGS-Trikot gesehen. Doch der kleinen Spielerin fehlt die Familie, alleine weit weg von zu Hause zeigte sie Heimweh - dies macht Taru noch mal ein Stückchen menschlicher. Ich wünsche Linda Bresonik und Taru Laihanen für die Zukunft alles Gute!

Taru Laihanen

Taru Laihanen geht nach Finnland zurück und wurde vor dem Spiel mit einem Blumenstrauß verabschiedet

Das Team von Ralf Agolli ging sofort ans Werk. Zwölf Minuten waren gespielt und das Spiel schon entschieden. In diesen zwölf Minuten hatte man den Unterschied zwischen einer starken Mannschaft aus dem Mittelfeld und einem Team, das den Klassenerhalt verpasst hat, gesehen. Stefanie Weichelt markierte schnell das 1:0 in der 9. Minute. Nur drei Minuten später legte Melanie Hoffmann nach. Momentan haben Weichelt und Hoffmann einen Riesenlauf.

Isabelle Linden und Carmen Israel

Nachwuchstalent „Bella” Linden, hier durch Carmen Israel vom Ball abgeschirmt, erzielte ihren ersten Treffer in der 1. Bundesliga

Ein Tor, das Freude machte, dann zum 3:0. Kurz vor der Pause sorgte Isabelle Linden für die verdiente Pausenführung. Für die U17-National-Stürmerin eine tolle Sache. Die Treffer kassierte allerdings nicht Nadine Richter sondern Ninon Kalpein. In Wattenscheid wurde Richter auf die Ersatzbank gesetzt, es war zu hören, sie sei verspätet zum Spiel


Jubel in Essen

Melanie Hoffmann, Steffi Weichelt, Lisa Weiß, Taru Laihanen (v.l.) hatten nach dem Spiel allen Grund zum Jubeln. Mit einem 6:0 konnte sich die SGS mit dem höchsten Saisonsieg in die Sommerpause verabschieden!

erschienen... Nadine Richter verlässt die SGW am Saisonende. Auf der Trainerbank sitzt dann Thomas Obliers. Lena Hohlfeld soll dann das Wattenscheider Tor hüten.

In der zweiten Halbzeit setzte die SGS ihren Torreigen fort. Taru Laihanen eingewechselt setzte zum 4:0 an. Melanie Hoffmann knallte das Leder noch zweimal in den Kasten. Dabei war der Giebeleinschlag zum 6:0 schon Marke Tor des Monats. Lisa Weiß ließ mit einigen Paraden und auch etwas Glück die Null stehen. Die Torhüterin der SGS legte in dieser Saison eine tolle Entwicklung hin. Ein Juwel für die Zukunft.

Die SGS siegte verdient auch in der Höhe mit 6:0. Essen war eindeutig das spielbestimmende Team. Wattenscheid zeigte sich gegenüber dem letzten Sonntag zwar verbessert. Man wollte zum Spiel finden, es reichte aber nicht. Die Lücken der Qualität sind einfach zu groß. Bresonik, Weichelt und Hoffmann, später auch Laihanen hatten keine Probleme in der Offensive. Unterschiede in der Aggressivität, im Zweikampfverhalten oder im Spielaufbau waren auch für Fußball-Neulinge klar erkennbar zu sehen.

Freistoß Melanie Hoffmann

Freistoß für Essen durch Melanie Hoffmann. Man beachte die Spannung und Engagement anzeigende Körperhaltung der Wattenscheider Spielerinnen in der Mauer!

Wichtig auch für das Umfeld in Essen war das Ergebnis aus Duisburg. Der FFC Frankfurt hat es verpasst, die Meisterschaft zu entscheiden. Jetzt kommt die SGS zum Brentanobad. Man will versuchen, dem FFC die Meisterschaft zu entreißen. Vor einigen Jahren stand es im Pokal 0:0 bis es zur Verlängerung kam (da gewann Frankfurt dann das Spiel). Man sollte in der Mainmetropole gewarnt sein, Essen kommt nicht unbedingt zum gratulieren. Das 4:1 in Duisburg sollte eine Visitenkarte gewesen sein. Hat der Meisterschaftsfavorit noch das Hinspielergebnis (7:1) im Kopf, kann es durchaus Probleme geben. Essen hat eine Rechnung deshalb noch offen. Der FCR Duisburg hofft auf Schützenhilfe aus Essen. Die SGS-Mannschaft will hundertzwanzig Prozent geben. Dann könnte es für Wunderlich und Co. , was den Meisterpokal angeht, eventuell heißen: Nur gucken – nicht anfassen!!!

Nach dem Spiel gab es eine kleine Abschlussfeier. Spielerinnen, Fans und Helfer saßen beisammen. Dort


wurden dann Bianca Sauer und Jennifer Voss, Neuzugänge von Heike Rheine, vorgestellt. Die niederländische Nationalspielerin Jennifer Voss wird in der Sommerpause auch in FanSoccer ein ausführliches Interview geben.

Für die SG Wattenscheid 09 bricht jetzt der Wandel an. Die zweite Liga wird geplant. Man bastelt eine Mannschaft zusammen mit dem Ziel „Wiederaufstieg”. Es gilt jetzt für die Führungsriege, eine Mannschaft zu formen, die die nötige Qualität hat, aber auch menschlich harmoniert und die richtige Einstellung mitbringt. Die Fans wollen in der Lohrheide wieder eine Mannschaft sehen - diesen Wunsch zu erfüllen sollte jetzt das Ziel sein. Es wird Zeit, Ruhe im Verein zu bekommen.

Ralf Agolli

Nasser Pudel Ralf Agolli - „Täterin” war Marina Himminghofen




SG Essen-Schönebeck
Weiß - Himmighofen (64. Kowalik), Wesely, Chojnacki, Kasperczyk - Deilmann (61. Laihanen), Mpalaskas, Linden (76. Dickhaus), Bresonik, M. Hoffmann, Weichelt

SG Wattenscheid 09
Kalpein - J. van den Berg, Wermelt, Löwenberg (72. Heidrich), Stegemann, Dej, Israel, Manzer (59. Spengler), van Kampen, Thiem (46. Dörpinghaus), Kleifges

Tore:
1:0 Weichelt (9.)
2:0 M. Hoffmann (12.)
3:0 Linden (44.)
4:0 Laihanen (68.)
5:0 M. Hoffmann (71.)
6:0 M. Hoffmann (83.)

Gelbe Karten: Weseley

Schiedsrichterin: Riem Hussein (Bad Harzburg)

Zuschauer: 753


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