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1. Bundesliga, 8. Spieltag

Erneut Rückstand aufgeholt

TSV Crailsheim - SG Wattenscheid 09 4:2 (2:1)

Text von Jasmin Gentner
Bilder von Ludwig Manger

5.12.2007   Dass der TSV Crailsheim auch nach dem Weggang von Anna Bornhoff in der Offensive Akzente setzen kann, zeigte die Mannschaft von Günther Wörle heute eindrucksvoll. Die Heimmannschaft hat heute wieder Moral gezeigt und einen Rückstand aufgeholt. Der Sieg hätte noch höher ausfallen können und die Gegentore waren unnötig, aber die Mannschaft hat aktuell einen Punkt mehr als in der Vorsaison zur selben Zeit und so kann man in Crailsheim mehr als zufrieden mit der bis dato gezeigten Leistung sein.

In der ersten Viertelstunde passierte nichts Erwähnenswertes. Beide Mannschaften tasteten sich zunächst einmal ab und versuchten die Defensive zu stabilisieren und mit schönen Angriffszügen nach vorne zu spielen. Die erste Chance des Spieles hatte Julia Manger in der 17. Minute. Sie hatte schon alle Gegenspielerinnen hinter sich gelassen, doch in dem Überraschungsmoment schoss sie nur Nadine Richter im Kasten von Wattenscheid 09 an.

Besser machte es Wattenscheid. Bis zur 21 Minute hatten sie keinerlei Angriffe gestartet, dennoch sollte gleich ihr erster Angriff zum Erfolg führen. Nach einem langen Pass von der linken Seite flankte Caro Hamann zu Jennifer Manzer, die ein sehenswertes Tor per Kopf erzielte. Doch wie schon öfters in dieser Saison war der TSV Crailsheim nicht lange geschockt, sondern wachte nun endgültig auf und kämpfte sich zurück ins Spiel. Das erst 16-jährige Talent Anika Höß erzielte nach einem herrlichen Spielzug über mehrere Stationen ihr erstes Tor in der Bundesliga und machte sich damit ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk (11.12.).

Anika Höß

Die noch 16-jährige Anika Höß erzielte ihr erstes Bundesligator

Bild: TSV Crailsheim

Der Ausgleich beflügelte die Gastgeberinnen und in der folgenden Zeit hatten sie mehr als genug Einschuss-Möglichkeiten. In der 27. Minute stand die Torjägerin des TSV Crailsheim, Claudia Nußelt, alleine vorm Tor von Nadine Richter. Sie lupfte zwar den Ball über diese, aber leider auch über das Gehäuse der SG Wattenscheid 09.

In der 30. Minute zeigte Nußelt, dann warum sie zu den besten Torjägerinnen der Liga gehört. Nach einem Pass von Manger lief Nußelt alleine aufs Gehäuse der SG Wattenscheid zu und zirkelte den Ball aus der halblinken Position ins lange Eck. Damit hatte der TSV Crailsheim einen Rückstand innerhalb von 9 Minuten in eine Führung umgewandelt, was für die


Nadine Richter

Crailsheims Carina Breunig (Mitte) und Kerstin Stegemann im Kopfballduell vor dem von Nadine Richter gehüteten Wattenscheider Tor

tolle Moral der Mannschaft spricht und sie schwer ausrechenbar für die Gegner macht.

Gleich im Anschluss hatte der TSV Crailsheim nochmals die Chance die Führung auszubauen als nach einen Freistoß von Tanja Wörle Richter den Ball erst im Nachfassen hielt. Nußelt, die heute wieder eine gute Partie zeigte, schob nach einer Vorlage von Carolin Hörber die Kugel am Pfosten vorbei. Die letze Chance in der ersten Halbzeit, die eindeutig von Crailsheim dominiert wurde, hatte wiederum Jennifer Manzer, die beste Spielerin am heutigen Tag im Dress von Wattenscheid 09. Aber Höß, die in Crailsheim angekommen ist, klärte auf der halblinken Position ins Aus.

Claudia Nußelt

Claudia Nußelt (im roten Trikot) auf dem Weg zum 3:1

Nach der Halbzeitpause versuchte Trainerin Tanja Schulte von Wattenscheid 09 es mit einer Umstellung ihrer Taktik. Die Weltmeisterin Kerstin Stegemann wurde von der Abwehr ins Mittelfeld auf die 6er Position befördert. Tatsächlich hatte diese Umstellung auch eine kurzfristige Wirkung. Die SG Wattenscheid drängte jetzt offensiv zum Ausgleich. Jennifer Manzer hatte den Ausgleich auf dem Fuß nach einem Pass von Sabrina Dörpinghaus, aber anstatt selbst den Abschluss zu suchen, legte sie in die Mitte ab, wo keine Mitspielerin mehr stand.

Eine weitere Gelegenheit hatte Caro Hamann, aber sie schoss den Ball knapp am Posten vorbei. Die stärkste Phase der Gäste wurde dann von Claudia Nußelt in der 63 Minute jäh beendet, indem sie Silke van den Berg und Sabrina Dörpinghaus auf Höhe der Mittelline stehen ließ und per Alleingang das Tor zum 3:1 erzielte. Beeindruckend dabei ist die Tatsache, dass eine Ecke von Wattenscheid 09 und der Ballverlust zu diesem Tor führten. In die Torschützenliste dürfte sich dann auch Julia Manger eintragen. In einer tollen Einzelaktion zog sie aus spitzem Winkel ab und bestätigte ihre aufsteigende Form. In der 80. Minute konnte sich Mira Möller von der SG Wattenscheid 09 auszeichnen, als sie vor der lauernden Carina Breunig klärte. Den Schlusspunkt in dieser Partie setzte wie am Anfang auch die SG Wattenscheid. Mit einem Distanzschuss überwand Daniela Löwenberg die Torfrau des TSV Crailsheim Rachel Howard.


Nach der Partie zeigte sich Tanja Schulte, Trainerin der SG Wattenscheid 09, beeindruckt vom TSV Crailsheim. Crailsheim sei eine heimstarke Mannschaft und vor allem vor Claudia Nußelt habe sie ihre Mannschaft gewarnt, was diese nicht beachtet habe. Für sie war die spielentscheidende Situation das 3:1. Einen Kritikpunkt fand sie in Person der Schiedsrichterin, was Günther Wörle mit den Worten parierte, das würde seiner Mannschaft öfters passieren, aber heute waren es sicherlich keine spielentscheidende Fehlent- scheidungen. Er fand aber trotz allem noch einen Kritikpunkt an seiner Mannschaft, das wäre momentan die Defensive, die in den letzten Spielen 3-3-2 Tore kassierten.

Daniela Löwenberg

Daniela Löwenberg auf dem Weg zum Anschlusstreffer zum 4:2 in der 89. Minute. Carina Breunig kann sie diesmal nicht stoppen.

TSV Crailsheim

Howard - Höß, Held, Grossmann, Schmitt - Breunig, Treyer (75. Vogt), Wörle, Hörber - Manger (83. Schwab), Nußelt (68. Goodman)

SG Wattenscheid

Richter - Dörpinghaus (Düner), Möller, Thiem (46. van den Berg), Löwenberg - Manzer, Stegemann, Wermelt, Dej - Ninaus, Hamann

Tore:
0:1 Manzer (21)
1:1 Höß (26.)
2:1 Nußelt (30.)
3:1 Nußelt (63.)
4:1 Manger (72.)
4:2 Löwenberg (89.)

Verwarnungen: Löwenberg, Hamann, Dej, van den Berg

Schiedsrichterin: Christiane Schönfeld (Schlei)
Assistentinnen: Sandy Kuchmann, Julia Heuschkel

Zuschauer 172


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