![]() |
1. Bundesliga, 3. SpieltagBester SC07 seit drei JahrenSC 07 Bad Neuenahr- VfL Wolfsburg 3:0 (3:0) | ||
Text und Bilder von Guido Kölzer14.10.2007 In Bad Neuenahr geht es wieder in die richtige Richtung. 45 Minuten Angriffsfußball vor (leider) nur 700 Gästen. Erst in der zweiten Hälfte schärften die Wölfinnen ihre Zähne. Da war es aber schon zu spät. Der Auftritt von drei frischgebackenen Weltmeisterinnen hätte sicherlich einen größeren Zuschauerrahmen verdient. Fanden doch bei sehr schönem Oktoberwetter mit strahlendem Sonnenschein „nur“ 700 Zuschauer ins Apollinarisstadion. Die Kassenhäuschen waren alle offen, doch fehlende Warteschlangen deuteten auf kein allzu großes Interesse an einem wirklich tollen Spiel hin. ![]() Celia Okoyino da Mbabi und Lena Goeßling. Auch ohne die beiden Leistungsträgerinnen überzeugte Bad Neuenahr Nach dem Einmarsch der Mannschaften wurden erwartungsgemäß die drei Weltmeisterinnen Uschi Holl, Sandra Minnert und die frühere Bad Neuenahrerin Martina Müller geehrt und beglückwünscht. Und gerade diese drei Spielerinnen hatten in der ersten Hälfte am wenigsten zu tun. Uschi Holl im Tor von Bad Neuenahr brachte es auf keine fünf Ballkontakte. Das Spiel fand in den ersten 45 Minuten überwiegend zwischen Mittelkreis und Wolfsburger Strafraum statt. ![]() Oft gesehenes Bild an diesem Sonntag. Bad Neuenahr belagert den Straufraum von Wolfsburg Bad Neuenahr hat spielerisch nach der letzten Saison einen großen Sprung nach vorne gemacht. Dies lag nicht sonderlich an Einzelspielerinnen, sondern an einer geschlossenen Mannschafts- leistung. Und dabei fehlten noch die beiden verletzten Leistungs- trägerinnen im Mittelfeld, Lena Goeßling und Celia Okoyino da Mbabi. Immer einen Schritt vor den Gegnern am Ball und auch die Laufbereitschaft und das Zweikampfverhalten war deutlich größer als in der vorangegangenen Saison. Die junge Frau mit dem „Nässchen fürs Tor“, Lydia Neumann, war am Sonntag öfters im Mittelfeld anzutreffen als sonst in einer halben Saison. Als zusätzliche Anspielstation sorgte auch sie mit dafür, dass ein Angriff nach dem anderem Richtung Wolfsburger Tor rollte. Es dauerte dann auch nur 10 Minuten bis das Zusammenspiel zwischen Jasmin Stümper und Lydia Neumann erste Früchte trug. Jasmin Stümper schaffte es mit dem Ball bis zur Torauslinie und Lydia Neumann, die mit dem „Nässchen fürs Tor“, stand am kurzen Pfosten wieder genau da wo der Ball ankommt und war einen Tick früher am runden Leder als ihre Gegenspielerin. 1:0! Sieben Minuten später waren, wie schon beim 1:0, zu wenige VFL-Abwehrspielerinnen im eigenen Strafraum als Lydia Neumann einen Abpraller zurück vor ihre Füße bekam und den Ball halbhoch, rechts an der Torhüterin vorbei, ins Tor drehte. 2:0! |
Lydia Neumann steigt am höchsten und nach drei Minuten hätte es fast das erste Tor gegeben. Doch auch so war Neumann zweimal erfolgreich | |
Wolfsburg hatte große Probleme überhaupt mal einen Angriff vors SC 07er Tor zu bringen. Großen Anteil hatte dabei Sarah Schmitz auf der linken Abwehrseite. Nationalspielerin Navina Omilade hatte in der ersten Hälfte nicht viel gegen die 22-jährige zu melden. Und bekam Edeljoker Martina Müller den Ball, so ging es zwar tendenziell Richtung Uschi Holl, aber dann war mangels freier Mitspielerinnen bei Anne-Kathrin Sabel oder Sandra Minnert Endstation. Da wunderte es auch nicht, das Martina Müller einmal sehr laute und sehr deutliche Worte zu ihren Mitspielerinnen fand und mehr Einsatz von ihnen forderte. ![]() In der ersten Hälfte war Nationalspielerin Navina Omilade durch Sarah Schmitz ausgeschaltet. Am Ball Weltmeisterin Sandra Minnert Bad Neuenahr agierte, Wolfsburg reagierte. Nach einem Gewusel im Wolfsburger Strafraum kam die nach einjähriger Verletzungspause immer besser in Tritt kommende Nadine Fols an den Ball. Ihren Schuss hätte man halten können, doch stand die Wolfsburger Torhüterin zu weit vor ihrem Tor und so konnte sie dem langsam kullernden Ball nur noch hinterher sehen. 3:0! Die größte Chance in der Mitte der ersten Hälfte hatte vorher noch Jasmin Stümper, als sie alleine aufs VFL-Tor marschierte. Doch legte sie sich den Ball zu weit vor und Anne Rißling konnte rauslaufen und den Ball wegschlagen. Mit diesem Stand ging es dann in die Pause. Ich vermisste die ehemalige Hamburger Spielerin Shelley Thompson bei Wolfsburg. Sie hatte im Sommer zweimal gezeigt, dass ihr der Rasen im Apollinarisstadion gut liegt. Sowohl im Spiel SC07 gegen HSV wie auch im U-23 Länderspiel DEU gegen NOR lieferte sie eine sehr gute Leistung. ![]() Jasmin Stümper brachte ein ums andere mal Bälle von der Grundlinie vors Tor Was mag da Wolfsburgs Trainer Bernd Huneke seiner Mannschaft in der Kabine wohl gesagt haben, vielleicht war es aber auch das hohe Tempo das der SC 07 in der ersten Halbzeit gegangen war, aber nach dem Wiederanpfiff waren die Wölfinnen nicht wieder zu erkennen. Zweikämpfe wurden gewonnen und die Bälle kamen bei den Mitspielerinnen an. Bad Neuenahr schaltete einen Gang zurück, und Wolfsburg einen hoch. |
Das Spiel war jetzt ausgeglichen und die drei Weltmeisterinnen standen ab sofort deutlich öfters im Mittelpunkt des Geschehens als noch in den ersten 45 Minuten. Der VFL erspielte sich jetzt einige Chancen. Die größte Rettungstat gelang Sarah Schmitz praktisch kurz vor der Linie, als Uschi Holl bereits geschlagen war. In der 70. Minute, nachdem Lydia Neumann Didi Schacht andeutete das sie platt ist, was einen nach der läuferischen Leistung auch nicht wundert, kam Melanie Schmacher für die zweifache Torschützin aufs Spielfeld. Viel passierte nicht mehr in Bad Neuenahr. Für Nadine Hagmann wurde Vanessa Baudzus und für Nadine Fols wurde Jana Sebastian aus der zweiten Mannschaft noch ein paar Minuten ins Spiel geschickt. Die drei Auswechslungen auf Wolfsburger Seite brachten dem Spiel nicht die erhoffte Wende, und somit blieben die Punkte an der Ahr, was aber nach der Leistung der ersten Halbzeit auch vollkommen in Ordnung geht. ![]() Nach 70 Minuten mit enormen Laufpensum am Ende ihrer Kräfte: Lydia Neumann
| |