Text von Juliane Mintel Bilder von Boris Schmelter 12.6.2007
Im Vorfeld auf diese Begegnung wurden Sätze, wie „VfL Not gegen SG Elend“ laut und so ähnlich verlief das Spiel dann auch. Beide Mannschaften wurden zum Ende der Saison von Verletzungssorgen geplagt, bei den Gästen fiel zudem auch noch Charline Hartmann, eine der Leistungsträgerinnen, aus. Dem VfL war während der letzten Spiele schon anzumerken, dass vor allem den vielen jungen Spielerinnen die lange, für viele die erste, Bundesligasaison in den Knochen steckt.
Trotz dessen wollten beide Mannschaften unbedingt die letzten drei Punkte der Saison für sich verbuchen. Essen wollte unbedingt noch die 30 – Punkte Hürde knacken und die letzten erfolglosen Spiele vergessen machen – Wolfsburg hingegen hatte mit einem Sieg noch die Möglichkeit auf den 6. Tabellenplatz, zumindest aber den gewünschten 7. Platz sicher.
 Nathalie Bock, hier am Ball verfolgt von Sandra Deilmann, mußte in der Halbzeitpause in der Kabine bleiben. Ihr Fehlen wirkte sich im zweiten Durchgang spürbar auf das Spiel des VfL Wolfsburg aus
Die Gastgeberinnen begannen auch wie die Feuerwehr, so hatte Julia Pieper schon in der dritten Minuten die erste große Chance auf dem Fuß, Stefanie Löhr war aber hellwach und hielt souverän. In der 16. Spielminute setzte Natalie Bock ihren Schuss von der Strafraumgrenze an die Latte, Cristiane, die keinen guten Tag erwischte, setzte in der 39. Minute zum Fallrückzieher an, der nur knapp über das Tor ging und auch Martina Müller scheiterte einigemale nur knapp an ihrem 12. Saisontreffer.
 Hier gab es was auf die Knochen: Martina Müller rappelt sich unterstützt von Schiedsrichterin Elke Fehlow wieder hoch
Doch auch auf Seiten der SGS gab es einige Chancen, die jedoch entweder auf Grund von Abseitsstellungen abgepfiffen wurden oder zu leichtfertig vergeben wurden. So sprang auch für die Gäste nicht mehr als ein Aluminiumtreffer heraus.
So schien es, als hätten sich sowohl das Publikum, als auch beide Teams darauf eingestellt, mit einem torlosen Remis in die Halbzeit zu gehen.
Nur eine hatte wohl etwas dagegen, denn nun begann der große Auftritt der Linda Bresonik. Sie bekam den Ball auf Höhe der Mittellinie, konnte ungestört Anlauf
|
Melanie Hoffmann, hier am Ball bedrängt von Britta Carlson, dirigierte das Essener Spiel. Ganz rechts die dreifache Torschützin Linda Bresonik bewacht von der in der 2. Halbzeit eingewechselten Paula
Viele weitere Bilder von Boris Schmelter vom Spiel findet ihr unter http://www.boris-schmelter.de/VfL%20-%20SGS%20Essen/index.htm
|
nehmen, setzte aus 35 Metern zum Schuss an und versenkte den Ball in die linke Torecke.
Bis zum Halbzeitpfiff konnten die Wölfinnen dem Rückstand nichts mehr entgegensetzen, nach dem Wiederanpfiff drängten sie allerdings auf den Ausgleich. Nur zum Tor, auch dank der stark aufspielenden Essener Keeperin Steffi Löhr, sollte es nicht reichen.
Mitten in der Drangphase der Wölfinnen spielte die SGS einen schnellen Konter, doch die Schiedsrichterin Fehlow pfiff den Zweikampf zwischen Maren Tetzlaff und ihrer Gegnerin ab und entschied auf Elfmeter – eine äußerst strittige Entscheidung. Wieder war es Linda Bresonik, die sich den Ball nahm und sicher in die rechte Ecke verwandelte.
 Linda Bresonik, die Frau für die Standards bei der SG Essen Schönebeck, beim Freistoß
Ab diesem Zeitpunkt gelang auf Seiten der Niedersächsinnen nicht mehr viel, zumal im Mittelfeld das Fehlen von Natalie Bock deutlich spürbar wurde. Für sie kam bereits in der Halbzeit Paula, sowie Cristiane Pezzato für Jennifer Horwege.
So war es – natürlich – Bresonik, die nach schönem Solo den Ball an Anne Rissling vorbei legte und damit das 0:3 erzielte. Kurz darauf wurde sie nach einer starken Vorstellung ausgewechselt. In der Nachspielzeit gelang der in der 58. Minute eingewechselten Stefanie Rohrbeck dann auch noch das Tor zum 0:4 Endstand.
 Cristiane Pezzato bringt hier einen Freistoß an Sandra Deilmann vorbei
Am Ende fiel das Ergebnis sicher zu hoch aus, zumal Wolfsburg bis zum 0:2 den größeren Drang zum Tor zeigte. Guckt man sich jedoch das Torverhältnis des VfL’s an, sieht
|
man schnell, woran es nicht nur in diesem Spiel, sondern in der gesamten Saison gefehlt hat. Gelingt es der Mannschaft in der nächsten Saison die Chancenauswertung zu verbessern, können sie ganz sicher weiter oben in der Tabelle mitspielen. Hier liegen die Hoffnungen sicher bei Shelley Thompson, die das Angriffsspiel variabler machen wird.
Linda Bresonik hingegen unterstrich noch einmal ihre ganze Klasse und bewies, dass sie zu Recht im vorläufigen WM – Kader steht. Sie spielt mannschaftsdienlich, beschäftigt ihre Gegenspielerin permanent und ist zudem aus allen Lagen torgefährlich. Linda ist wohl eine der Spielerinnen der Saison, meldete sich eindrucksvoll zurück, steht völlig zu Recht wieder im Kader der Nationalmannschaft und nicht zuletzt machte sie in dieser Begegnung den Unterschied zwischen beiden Teams aus.
 Spielerin des Spiels: Linda Bresonik (links), mit Julia Pieper
VfL Wolfsburg:
Rissling - Tetzlaff, Wilkens, Unzeitig - Pieper (67. Y. Koch), Carlson, Mohs, N. Bock (46. Pezzato), Horwege (46. Paula) - Cristiane, M. Müller
SG Essen – Schönebeck:
Löhr – Klump, Schubert, Arndt, Duhme – Mpalaskas, Hoffmann, Bresonik (87. Omuri) – Kowalik, Deilmann, Tancyus (58. Rohrbeck)
Tore: 0:1 Bresonik (42.)
0:2 Bresonik (74. Foulelfmeter)
0:3 Bresonik (82.)
0:4 Rohrbeck (90.)
Gelb: - / Hoffman, Schubert
Schiedsrichterin: Elke Fehlow (Zeestow)
Zuschauer: 1200
Zur 1. Bundesliga
Zur FanSoccer-Startseite
|