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1. Bundesliga, 8. SpieltagPotsdam schlägt erschreckend schwache RheinenserFFC Heike Rheine – 1. FFC Turbine Potsdam 0:4 (0:3) | ||
Text und Bilder von Marko Schiller29.11.2006 Nach zweiwöchiger Ligapause für beide Mannschaften stand endlich wieder Ligaalltag an. Aufgrund des Totensonntags in Nordrhein-Westfalen wurde das Spiel ins benachbarte niedersächsische Spelle verlegt und war dort ein Großereignis. Spielen dort die Herren sonst nur vor etwa 400 Zuschauern, pilgerten diesmal über 1500 Zuschauer ins Sportzentrum von Spelle. Der Spielort stellte allerdings die Fans vor das Problem der Erreichbarkeit. Kein öffentlicher Nahverkehr, weder per Bus noch per Bahn am Wochenende, und so blieb nur das Taxi für Zugfahrer. Sowohl Bernd Schröder als auch Nicole Werner mussten wichtige Spielerinnen ersetzen. Nicole Werner stellte für die noch gesperrte etatmäßige Keeperin Loes Geurts die Keeperin der zweiten Mannschaft, Eva Berlekamp, zwischen die Pfosten. Bernd Schröder musste kurzfristig auf Spielführerin Ariane Hingst verzichten, die das Aufwärmen vorzeitig abbrach. Dafür erhielt Josephine Schlanke das Vertrauen vom Trainer. ![]() Allein auf der Ersatzbank in der Halbzeit, die verletzte Ariane Hingst Zu Beginn war es ein sehr munteres Spiel, in dem Rheine keinen Respekt vorm letztjährigen Meister zeigte und forsch nach vorne spielte. Aber nach etwa fünf Minuten bekamen die Gäste aus Potsdam das Spiel in den Griff und begannen permanent Druck aufzubauen. Häufig versuchten die Stürmerinnen über die Außenpositionen den Ball zur Grundlinie zu tragen und dann den Pass in die Mitte zu suchen. Dies gelang dann auch der heute auffälligen und engagierten Bianca Schmidt über die rechte Seite. Von dort bediente sie Aferdita Kameraj, die jedoch den Ball nicht verwerten konnte. ![]() Früher Wechsel bei Rheine, Lisa-Marie Scholz geht, Anne Frieler kommt Nächste große Torchance war ein Kopfball von Schmidt nach Freistoss von Britta Carlson, die erneut im zentralen Mittelfeld agierte. Neben ihr spielte die defensiv orientierte Inken Becher, die Angriffsbemühungen der Gastgeberinnen meist schon an der Mittellinie abfing. In der 20. Minute wurden dann endlich die Offensivbemühungen belohnt. Schmidt lupfte den Ball aus 15 Metern über die herauseilende Keeperin, nachdem sie mustergültig von Sturmpartnerin Conny Pohlers bedient worden war. Diese Führung war absolut verdient und für Schmidt eine Befreiung. Diese agierte davor schon sehr spielfreudig und laufstark, aber von da ab noch leichtfüßiger. Insgesamt konnte sich Rheine selten aus der eigenen Hälfte befreien und wenn Dyanne Bito mal geschickt wurde, war kein vorbeikommen an Peggy Kuznik, Babett Peter und Schlanke. |
Potsdams Bianca Schmidt beim Versuch ihr drittes Tor in diesem Spiel zu schießen, aber sie scheitert an der guten Rheiner Ersatz-Keeperin Eva Berlekamp | |
Dennoch dauerte es bis zur 37. Minute ehe das nächste Tor für die Gäste fiel. Eine abgerutschte Flanke von Schmidt von der rechten Seite senkte sich hinter die überraschte Berlekamp ins hintere Toreck. Doppelpack durch Schmidt, die peinlich berührt von diesem Treffer schien. Nun kamen die Turbinen richtig in Fahrt und erspielten sich Gelegenheiten. Nur drei Minuten später landete ein Schuss von Pohlers an der Lattenunterkante und sprang auf(?), hinter(?) oder vor (?) die Torlinie. Die Schiedsrichterin entschied, er war vor der Torlinie und gab kein Tor. ![]() Aferdita Kameraj setzt sich unter den Augen von Britta Carlson und Essi Sainio im Mittelfeld durch. (Bianca Sauer mit der 10 und Jennifer Voss mit der 13). Rechts Rheines Kapitänin Kerstin Stegemann, die heute auch keine entscheidenden Akzente setzen konnte Davon unbeeindruckt versuchte es Pohlers weiter und wurde belohnt. Kurz vor dem Pausenpfiff narrte sie ihre Gegenspielerin mit einer Körpertäuschung und verwandelte aus 12 Metern von links ins rechte Toreck. So stand es verdientermaßen 3:0 für die Gäste aus Potsdam zur Halbzeit. So wie die erste Halbzeit endete, begann auch die Zweite, nämlich mit druckvollem Spiel der Gäste. Dabei sprangen Torchancen für Carlson und Pohlers heraus, die ungenutzt blieben. Wenn man etwas bemängeln wollte am Potsdamer Spiel, dann die Chancenverwertung. ![]() Die Ecke geahnt: Potsdams Nationalkeeperin Nadine Angerer hielt den von Lena Wermelt geschossenen Elfmeter In der 65. Minute entschied die sehr großzügig pfeifende Schiedsrichterin Monique Klauß dann auf Elfmeter für Rheine. Nach einem Tackling einer Potsdamerin, die zunächst Ball und dann Gegenspielerin traf, fiel Bito. Das war die Chance für die Gastgeberinnen auf den Anschlusstreffer. Aber Keeperin Nadine Angerer hielt den platziert, aber schwach geschossenen Ball, da sie die Ecke geahnt hatte. So blieb die einigste Torchance der Rheiner in der zweiten Halbzeit ungenutzt. Auf der Gegenseite zeigte dann Kameraj, wie es geht. Aus gut 30 Metern zimmerte sie den Ball ins Tor zum 0:4 aus Sicht von Rheine. Das war die endgültige Vorentscheidung im Spiel. Dann ging die zweifache Torschützin Schmidt unter dem Beifall der 25 mitgereisten Fans vom Platz und Isabel Kerschowski kam ins Spiel. |
Potsdam nahm jetzt etwas Fahrt aus dem Spiel, ohne dass die Gastgeberinnen dies zu nutzen wussten. Vielmehr waren es die Gäste, die mit Kontern gefährlich agierten. Peter fing im Mittelfeld einen Pass ab und ging aufs Tor zu, dort spielte sie zu Pohlers ab die den Ball in die Arme von Keeperin Berlekamp schoss.
Kurz darauf wechselte Schröder die angeschlagene Jennifer Zietz aus, die die Mannschaft als Kapitän aufs Spielfeld geführt hatte. Dieser Führungsrolle wurde sie im Spiel auch gerecht und machte eins ihrer besten Spiele in dieser Saison.
Aus der deutlichen Überlegenheit konnten die Gäste keinen weiteren zählbaren Erfolg erzielen und so blieb es beim 0:4 nach 90 Minuten. ![]() Potsdams Babett Peter hatte Rheines Dyanne Bito jederzeit im Blick und Griff
FFC Heike Rheine:
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