Text von Marko Schiller, Fotos von Jan Kuppert 29.10.2006
Nach den Rückschlagen der letzten Wochen kann und muss sich Turbine jetzt auf die Bundesliga konzentrieren und so sollte gegen die Gäste von Bad Neuenahr der Weg aus der Krise begonnen werden. Dies gelang zum Teil, aber leider nicht mit dem erhofften dreifachen Punktgewinn.
Dies noch vorab, schon vor Anpfiff der Partie kam es zu Irritationen über den eigentlichen Ansetzungstermin in Potsdam. Der DFB hatte in Abstimmung mit beiden Vereinen den Samstag als offiziellen Spieltag festgelegt. Nur knapp 14 Tage vor dem Termin warfen dann Fans und Verantwortliche die Frage auf, wieso Potsdam nunmehr den Sonntag als Spieltag publizierte. Klar war, es wäre am Samstag kein Spiel möglich gewesen, da der Stadionbesitzer SV Babelsberg 03 dort bereits ein Heimspiel angesetzt hatte. So kam erst sieben Tage vor dem Spiel durch den DFB die Nachricht der Spielverlegung, die Potsdam kurzfristig beantragt hatte. Nicht einfach für die Gäste aus Neuenahr die bereits jegliche Reiseplanung abgeschlossen hatte. Wer auf Potsdamer Seite für dieses Chaos verantwortlich ist, darf sicher hinterfragt werden.

Den Ball fest im Blick: Britta Carlson vor Lena Goeßling.
An diesem regnerischen und kalten Tag schickte Trainer Schröder krankheitsbedingt eine neue Elf auf den Rasen. Aferdita Kameraj musste passen und konnte nur auf der Bank platz nehmen. Daher waren diverse Umstellungen nötig. Ariane Hingst übernahm die dritte Stürmerposition, dafür rückte Inken Becher auf ihren Platz ins Mittelfeld und Stefanie Draws komplettierte dafür die Dreiabwehrkette, die diesmal von Peggy Kuznik in der zentralen Rolle geleitet wurde. Zudem rückte Essi Sainio auf die rechte Außenbahn und Britta Carlson ins zentrale Mittelfeld. Somit blieb der Trainer dem altbewährten 3-4-3 treu.
Dem stellte Trainer Schacht eine 4-4-2 Formation gegenüber die kompakt und konterstark agierte.
 Stefanie Draws bleibt hier Kopfballsiegerin gegen Lydia Neumann
Die ersten fünf Minuten kann man gern als gelbe Zeit beschreiben, zunächst waren die in gelb spielenden Gäste am Drücker und zeigten, dass sie sich in Potsdam durchaus etwas ausrechneten. Außerdem gab es in dieser Zeit bereits die ersten zwei gelben Karten für Conny Pohlers und Lena Goeßling.
Einen ersten Hauch von Gefahr versprühte dann Pohlers in der achten Minute. Im Anschluss daran gab es dann noch eine Kopfballchance von Isabel Kerschowski.
Nach etwa fünfzehn Minuten gewann Potsdam langsam die Kontrolle über das Spiel und agierte druckvoller in Richtung Gästetor. Zudem ließ man auch wenig Freiraum für das Neuenahrer Spiel.
Die richtig heiße Phase wurde dann durch einen Kopfballversuch von Pohlers eingeleitet nach Vorarbeit von Carlson und Jennifer Zietz und es war auch eben jene Torschützenkönigin der letzten Saison die nach toller Flanke von der rechten Seite den Ball
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Inken Becher blockt den Ball gegen Célia Okoyino da Mbabi ab.
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zum 1:0 versenkte. Kurz darauf dann setzte Potsdam einen drauf in Person von Draws. Nachdem Hingst über rechts geschickt worden war, flankte sie auf Pohlers. Der Ball war zu lang, konnte aber von Pohlers nochmals ins Spiel gebracht werden in Form eines Zuspiels auf Draws, die eine Gegenspielerin im Strafraum per Körpertäuschung aussteigen ließ und zum 2:0 verwandelte. So stand es nach achtundzwanzig Minuten 2:0 für die Gastgeberinnen. Dies verlieh ihnen Sicherheit und Auftrieb.
Allerdings blieben die Konter der Gäste gefährlich und einen dieser hätte Celia Okoyinoda Mbabi in der dreiunddreißigsten Minute fast genutzt, aber Nadine Angerer parierte den Schuss. Die anschließende Ecke köpfte Lena Goeßling auf die Latte und es galt „Durchzuschnaufen“ unter dem Anhang der Turbinen. Zum Ende der ersten Halbzeit hin wurde das Team von Potsdam dann nachlässiger und baute damit den Gegner neu auf, der in der vierundvierzigsten Minute erneut durch da Mbabi gefährlich vors Tor kam und nur knapp verzog.
Zur Halbzeit wechselte Trainer Schacht die wirkungslose Sandra Albertz aus, brachte Eva Augustin und stellte innerhalb des Teams um. Lydia Neumann durfte jetzt deutlich offensiver agieren.
Damit begann dann auch die grundsätzlich andere Halbzeit dieses Spiels. Neuenahr kam von Beginn an gefährlich vor das Tor der Potsdamerinnen, was in der einundfünfzigsten Minute mit dem Anschlusstreffer durch da Mbabi für Neuenahr belohnt wurde. Die Vorlage gab dabei die agile und konterstarke Isabell Bachor. Zwar antwortete Potsdam zunächst mit Chancen durch Carlson und Hingst aber die Ungenauigkeiten und Unsicherheiten im Potsdamer Spiel häuften sich und Neuenahr witterte Morgenluft. Da der Platz durch den Dauerregen immer schwerer zu bespielen war gingen beide Mannschaften verstärkt aufs Konterspiel über. Es kam jetzt teilweise zum direkten Schlagabtausch. Die Chance von Bachor beantwortete Hingst mit einem Fernschuss der gefährlich aufsetzte. Ab der siebzigsten Minute gab es dann Chancen im Minutentakt. Erst für Babett Peter per Kopfball nach Freistoss von Carlson, dann für Pohlers nach Pass von Hingst.
 Sandra Albertz in extremer Rückenlage
Direkt darauf erneut Hingst die aus Nahdistanz die überragend haltende Kerstin Wasems nicht überwinden konnte. Auf der Gegenseite dann eine Doppelchance für Bachor die zunächst den Pfosten traf und den zurückspringenden Ball erneut aufs Tor brachte, den Nadine Angerer noch knapp abwehren konnte. Die anschließende Ecke hätte da Mbabi zum 2:2 nutzen müssen, nachdem der
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Ball über Angerer hinwegverlängert wurde und sie frei vorm Tor den Ball über die Linie schieben muss, aber einen Kopfball versuchte. Der Ball sprang auf dem matschigen Boden aber nicht mehr hoch sondern rutschte zwischen ihren Beinen zurück in den Fünf-Meter-Raum Neuenahr wurde nun immer stärker und wollte das 2:2 mit aller Macht erzwingen.
Das Mittelfeld von Potsdam existierte kaum und die Spitzen der Potsdamerinnen konnten ohne dessen Hilfe kaum für Entlastung sorgen. So nahm das Unheil aus Potsdamer Sicht seinen Lauf und da Mbabi schoss doch noch das 2:2 nach hervorragendem Pass von Bachor ließ sie Angerer keine Abwehrchance.
So blieb es auch bis zum Schlusspfiff und in Potsdam muss man sich langsam fragen, warum man speziell ab der achtzigsten Minute bisher in der Liga so viele entscheidende Gegentore kassierte.
Die Leistung der ersten Halbzeit der Gastgeberinnen war sehr ansehnlich und zeitweise spielerisch sehr attraktiv. In der zweiten Halbzeit zeigten sie davon kaum noch etwas, nach dem Schock des frühen Gegentors.
Insgesamt geht das Remis vollkommen in Ordnung und in Potsdam hat man ein jederzeit spannendes Spiel gesehen.
 Torschützinnen unter sich: Stefanie Draws (li) und Célia Okoyino da Mbabi (re)
Turbine Potsdam:
Angerer – Draws, Kuznik, Peter – Sainio, Carlson, Becher, Zietz – Hingst, Pohlers, I.Kerschowski (69. Schmidt)
Bad Neuenahr:
Wasems – Himmighofen, Minnert, Schmitz, Schmacher – Sabel, Goeßling (87. Scheele) , da Mbabi, Neumann – Albertz (46. Augustin), Bachor
Tore:
1:0 Pohlers (24.)
2:0 Draws (28.)
2:1 da Mbabi (51.)
2:2 da Mbabi (85.)
SRin: Christine Beck (Magstadt)
Gelb: Pohlers - Goeßling, Himmighofen, Bachor
Zuschauer: 842
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