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1. Bundesliga, 9.Spieltag

Duisburg obenauf

1. FFC Turbine Potsdam – FCR 2001 Duisburg 0:3 (0:2)

Text von Marko Schiller

11.12.2006   Vor wenigen Wochen verlor Potsdam knapp im Pokal gegen den heutigen Gegner und musste so frühzeitig die Titelverteidigung in den Wind schreiben. Durch diese Niederlage war man gewarnt in Potsdam. Doch es kam nur noch schlimmer.

Aufgrund der Pokalerfahrung änderte Potsdams Trainer Bernd Schröder nicht nur personell sondern auch taktisch seine Elf. Statt dem bewährten 3-4-3 spielte diesmal ein 3-5-2, um das starke Duisburger Mittelfeld in den Griff zu bekommen. Duisburg agierte weiterhin nur mit einer Stürmerin, Fatmire Bajramaj, da Inka Grings suspendiert und Margret Lara Vidarsdottir in der Liga noch nicht spielberechtigt ist.

Strafraumszene

Eckballszene im Duisburger Strafraum: Krahn und Odebrecht klären vor Peter, beobachtet von Bender, v. Bonn und Längert auf Duisburger Seite und Kuznik, Kameraj und Omilade auf Potsdamer Seite

Bild: Marko Schiller

Dennoch begann Duisburg spielerisch besser und auch stürmischer. So dauerte es gerade einmal drei Minuten, ehe sie das erste Mal gefährlich vor das Tor von Nadine Angerer kamen. Nach schönem Solo über die rechte Seite von Jennifer Oster fand ihr Pass die Mitspielerin Simone Laudehr, die den Ball mit Hilfe des linken Pfostens im Tor unterbrachte.

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Hier wird Potsdams finnische Verstärkung Essi Sainio von Sonja Fuss zu Fall gebracht. Sainio hatte keinen guten Tag und wurde nach 55 Minuten ausgewechselt

Bild: Jan Kuppert

Ein Schock für Potsdam, von dem sich das Team nicht zu erholen schien. Gezielter Spielaufbau und genaues Passspiel sah man nur auf Seiten der Duisburgerinnen. Diese agierten sowohl schnell im Spiel nach vorn und dabei aber auch robust in der Abwehrarbeit. So endeten diverse Bemühungen der Potsdamerinnen schon bei Nicole Bender im Mittelfeld, wenn auch nicht immer fair.

Erstmals Gefahr für das Duisburger Tor entstand, als Anne van Bonn eine Flanke der Potsdamer vor dem eigenen Tor gefährlich in Richtung Tor klärte. Dies war in der 12. Minute und sollte für lange Zeit das letzte Highlight sein. Vereinzelte Angriffe der Duisburgerinnen blieben im Abseits oder der Abwehr der Potsdamerinnen stecken. Erst in der 40. Minute weckte Ariane Hingst das Publikum. Nach einem Freistoss von Britta Carlsson verlängerte Conny Pohlers diesen auf den zweiten Pfosten wo Hingst den Ball nicht kontrollieren konnte und knapp neben das Tor setzte. Nur kurz darauf war es erneut Hingst die den Ball, diesmal per Kopf, in Richtung Kathrin Längert lenkte, allerdings erneut ohne Erfolg. Kurz vor der Pause dann der erneute Nackenschlag für die Potsdamerinnen, als Duisburg fast eine Kopie des ersten Tores zum 0:2 genutzt hätte, diese Chance ausließ und Potsdam dann


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Duisburgs Fatmire Lira Bajramaj war mit ihren beiden Toren die Spielerin des Tages im Potsdamer Stadion. Hier wird sie von Navina Omilade gestört, die nach ihrer schweren Armverletzung ihr Comeback feiern konnte

Bild: Jan Kuppert

trotzdem Sekunden später eben 0:2 zurücklag. Wieder war es Oster, die über rechts Jennifer Zietz stehen ließ, in den Strafraum passte und diesmal Laudehr verpasste, aber dann nahm Bajramaj den Ball auf, tanzte Hingst aus und verwandelte trocken ins lange Eck an Angerer vorbei.

So ging es in die Halbzeitpause, und man fragte sich, wie dieses Spiel weitergehen würde. Zunächst wechselte Trainer Thomas Obliers die Ex-Turbine Viola Odebrecht für die blasse Patricia Hanebeck ein, um der Offensive noch mehr Präzision zu geben.

Und wieder waren es die Duisburgerinnen, die das Heft in die Hand nahmen und nach vorne agierten. Potsdam blieb überraschend passiv und wusste wohl kein Mittel heute. So war das 0:3 durch die bärenstarke Bajramaj in der 51. Minute keine Überraschung. Nach einem Querpass von Laudehr hatte sie unglaublich viel Zeit und verwandelte vollkommen ungestört. Damit war der Willen der Gastgeberinnen vollkommen gebrochen. Kaum ein Doppelpass kam nunmehr an und Offensivspiel fand nicht mehr statt. So konnte man in der zweiten Hälfte keine ernsthafte Torchance für Potsdam notieren. In der 55. Minute erlöste dann Schröder zwei Spielerinnen. Essi Sainio agierte heute eher unglücklich und durfte frühzeitig unter die Dusche und dafür durfte Navina Omilade ihr Comeback nach der Armverletzung feiern.

Bianca Schmidt

Potsdams Nachwuchshoffnung Bianca Schmidt (mitte) konnte sich gegen den schweren Gegner behaupten. Hier wird sie allerdings von Annike Krahn (links) und Francesca Weber in die Zange genommen

Bild: Jan Kuppert

Das Spiel verflachte zunehmend, da Potsdam nicht konnte und Duisburg nicht musste. Die Gäste setzten auf ihre kompakte Abwehr und agierten mit Kontern. Den gefährlichsten etwa 10 Minuten vor Schluss konnte Angerer nur mit Mühe entschärfen. Laudehr war nach einem 20-Meter-Solo auf die Torfrau zugelaufen, die ihr den Ball vom Fuss klaute.

In der 84. Minute durfte dann eine der besten Spielerinnen auf Duisburger Seite das Spielfeld verlassen, nämlich Jennifer Oster. Schlussendlich blieb es beim auch in der Höhe verdienten 3:0 Sieg der Gäste. Bei denen zeigte die gesamte Abwehr um Annike Krahn sowie Bajramaj und Oster ein super Spiel. Auf Potsdamer Seite fiel Hingst spielerisch positiv auf und Omilade wegen des Comebacks.


Zudem scheint Bianca Schmidt langsam in der 1. Liga anzukommen. Sie nahm die schwere Aufgabe heute an und war läuferisch eine der Besten.

Dennoch wurde heute deutlich, dass Duisburg ein klarer Meisterschaftskandidat ist und Potsdam momentan eher Durchschnitt darstellt. Das Jahr des Umbruchs in Potsdam wird immer deutlicher und die heutige Duisburger Mannschaft erinnerte einige schon an die Potsdamer Mannschaft, die mit jungen, gut ausgebildeten Spielerinnen und Spielwitz 2004 die Meisterschaft erobert hatte.

Vor dem Spiel wurde Britta Carlson offiziell verabschiedet. Sie bestritt heute das letzte Heimspiel für Potsdam und wird nach dem Spiel in München nach Wolfsburg wechseln. Viele Fans und Freunde bedankten sich nach dem Spiel bei ihr für die tollen Jahre und ihren Einsatz im Potsdamer Trikot. Ich persönlich wünsche ihr alles Gute bei ihrer neuen Aufgabe im Wölfetrikot.

Verabschiedung Britta Carlson

Verabschiedung Britta Carlson (v.l. Baaske (Präsident Potsdam), Carlson, Mark Koehler (Vorsitzender Fanclub), Bernd Kühn(Geschäftsführer))

Bild: Marko Schiller



1. FFC Turbine Potsdam:

Angerer – Kuznik, Hingst, Peter – Sainio (55. Omilade), Carlson, Becher, Kameraj (59. I.Kerschowski), Zietz – Pohlers, Schmidt

FCR Duisburg:

Längert – Fuss, Krahn, v. Bonn(69. Schröder), Martini – Oster(84. Hauer), Hanebeck(46. Odebrecht), Bender, Weber, Laudehr – Bajramaj

Tore: 0:1 Laudehr (3.)
0:2 Bajramaj (44.)
0:3 Bajramaj (51.)

Gelbe Karten: -

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: 941


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