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1. Bundesliga, 4. Spieltag

Potsdamer Abgeklärtheit gewinnt die Partie

Hamburger SV - 1. FFC Turbine Potsdam 1:3 (0:1)
(aus Hamburger Sicht (2))

Text von Jens Wolter, Fotos von Beate Wolter

19.10.2006

Der HSV demonstrierte 90 Minuten lang, dass man nicht gewillt war, sich vor dem deutschen Meister zu verstecken. Potsdam erspielte sich trotzdem ein Plus an Torchancen und bewies die größere Routine beim Einnetzen.

Der erste Torschuss gehörte in der 2. Minute den Gästen, die erste wirkliche Torchance jedoch 5 Minuten später dem HSV. Während der Potsdamer Versuch über das Tor von Bianca Weech hinweg ging, mußte gleich danach ihr Gegenüber Nadine Angerer wirklich eingreifen, um einen Steilpass auf Hamburgs Stürmerin Tanja Vreden abzufangen. Eine Minute später waren sich Torfrau und Abwehr der Hamburgerinnen nicht einig, ob ein Steilpass der Potsdamerinnen nun aufgenommen oder weggeschlagen werden sollte und so mußte Bianca Weech den ersten gefährlichen Schuss der Gäste abwehren.

Ariane Hingst, Aferdita Kameraj, Bianca Weech

Ariane Hingst, Aferdita Kameraj, Bianca Weech

Das 1:0 für Potsdam: Bianca Weech wird von Aferdita Kameraj behindert, Ariane Hingst staubt ab.

Die 11. Minute ergab den ersten Eckball für Potsdam, den die Hamburger Torfrau weder richtig abwehren, noch richtig festhalten konnte. Statt dessen erreichte das Leder die an der Strafraumgrenze postierte Ariane Hingst, die den Ball durch das Gewühl hindurch zum 0:1 für die Gäste im Tor unterbrachte. Der zweite Potsdamer Eckball in der 14. Minute brachte keine Gefahr für das Hamburger Tor. Glück für Hamburg dann allerdings in der 21. Minute, als nach einem Freistoß der Kopfball von Conny Pohlers genau zwischen den Beinen der bereits am Boden sitzenden Bianca Weech landete. Der Gegenstoß des HSV in der gleichen Minute erbrachte einen Schuss von Vreden, der allerdings deutlich rechts am Tor vorbei ging. Zwei Minuten später war einem Volley-Aufsetzer von Shelley Thompson, die sich an diesem Tag gegen die kompakte Abwehr von Potsdam kaum Chancen erspielte, ebenfalls kein Erfolg beschieden.

Anna Mirbach, Britta Carlson, Aferdita Kameraj, Conny Pohlers, Nadine Angerer

Aferdita Kamaraj, Britta Carlson, Anna Mirbach, Nadine Angerer und Conny Pohlers (v.l.n.r.) schauen dem Kopfball von Christina Plessen hinterher, der nur um Zentimeter das Tor verpasste. Das wäre der Ausgleich gewesen.

Eine gewisse Originalität, den Gegner am Spielaufbau zu hinderrn, bewies in der 25. Minute Torschützenkönigin Conny Pohlers, als sie die mit dem Ball am Fuß nach vorne laufende Christina Plessen einfach an ihren zum Pferdeschwanz gebundenen Haaren festhielt. Leider entging dem Schiedsrichtergespann diese grobe Unsportlichkeit. In der 31. Minute konnte Hamburgs Friederike Engel einen Potsdamer Angriff gerade noch per Kopf zur Ecke klären. Der aus der Ecke resultierende Schuss ging über das Tor hinweg.


Tanja Vreden, Nadine Angerer

Die Großchance des HSV zum Ausgleich in der 35. Minute: Tanja Vreden läuft alleine auf Torfrau Angerer zu, doch diese bleibt lange stehen und kann klären.

Die 33. Minute ergab eine gute Ausgleichsmöglichkeit für den HSV, aber Plessens Kopfball nach der zweiten Hamburger Ecke strich knapp am Tor vorbei. Die größte Hamburger Chance vor der Pause hatte dann aber Vreden, als sie in der 35. Minute nach einem gut getimten Steilpass alleine auf Angerer zulief, die Potsdamer Torfrau aber die besseren Nerven bewies und den Schuss abwehren konnte. Eine ähnlich gute Chance erarbeitete sich in der 43. Minute Potsdams Isabel Kerschowski, die nach sehenswertem Alleingang durch die Hamburger Abwehr an Weech scheiterte.

Janina Haye, Conny Pohlers

Die stabile Hamburger Abwehr um Janina Haye (l./ rechts Conny Pohlers) verhinderte einen höhren Rückstand und wahrte dem HSV für Halbzeit zwei alle Möglichkeiten.

Obwohl der HSV auch in der 2. Spielhälfte in seinem Bemühen, Potsdam ein gleichwertiger Gegner zu sein, in keiner Weise nachließ, waren nahezu alle bemerkenswerten Aktionen in diesem Spielabschnitt auf Seiten des Deutschen Meisters zu verzeichnen. Es begann mit einem Volleyschuss über das Hamburger Tor, den Essi Sainio nach einem Tempogegenstoß in der 49. Minute abgab, und setzte sich mit dem 0:2 in der 58. Minute fort, das Pohlers nach gelungener Kombination über rechts gelang.

Aferdita Kameraj, Bianca Weech, Friederike Engel, Janina Haye, Conny Pohlers

Aferdita Kameraj, Bianca Weech, Friederike Engel, Janina Haye, Conny Pohlers

Aferdita Kameraj, Bianca Weech, Friederike Engel, Janina Haye, Conny Pohlers

Das 3:0: Der Abstoß von Bianca Weech gerät zu kurz, die Hamburger Schlussfrau wird mit einem Heber überwunden, der Ball landet an der Latte, Kameraj (hier im Kopfballduell mit Engel) muss nur noch einköpfen.

In der 63. Minute bot sich Ex-HSV-Spielerin Aferdita Kameraj die Gelegenheit, mit dem dritten Tor für Potsdam alles klar zu machen, aber ihr Kopfball nach Flanke von Pohlers ging knapp links am Hamburger Tor vorbei. Friederike


Engel bekam in der 72. Minute nach einem Foul an Pohlers den gelben Karton zu sehen. Die Entscheidung zugunsten der Potsdamerinnen fiel dann in der 73. Spielminute, als Kameraj nach Lattentreffer von Kerschowski im Nachschuss das 0:3 markieren konnte. Vorausgegangen war ein zu kurz geratener Abstoß der Hamburger Torfrau, die somit zum zweiten Mal im Spiel keine gute Figur abgab.

Silva Lone Saländer, Isabel Kerschowski, Essi Sainio

Überragend vor allem in der ersten Spielhälfte: Silva Lone Saländer, die hier Isabel Kerschowski (verdeckt) und Essi Sainio (r.) enteilt.

Der insgesamt verdiente Hamburger Anschlusstreffer zum 1:3 durch Vreden in der 86. Minute kam zu spät, um noch eine Wende einzuleiten. In der 90. Minute hatte der HSV nochmals zweifaches Glück: Ein Foul von Christine Schoknecht, der einen Potsdamer Angriff beendete, wurde nur mit einer gelben Karte und einem direkten Freistoß geahndet und nicht, was ebenfalls zu vertreten gewesen wäre, als Notbremse mit einer roten Karte. Den Freistoß schoss Babett Peter als Schlusspunkt des Spiels über das Hamburger Tor.

Marion Wilmes, Britta Carlson

Konnten beide überzeugen: Marion Wilmes (l.), die über die Flügel viel bewegte, und Britta Carlson, die nach ihrer Verletzung wieder auf einem guten Weg ist.

Aus Hamburger Sicht (1)

Aus Potsdamer Sicht

Hamburger SV:

Weech - Schoknecht, Plessen, Haye, Engel - Wilmes, Saländer, Wübbenhorst, Mirbach (65. Heinßen) - Vreden, Thompson

Turbine Potsdam:

Angerer - Peter, Becher, Kuznik - Zietz, Hingst, Sainio, Carlson (75. Podvorica) - I. Kerschowski, Pohlers, Kameraj

Tore:
0:1 Hingst (11.)
0:2 Pohlers (58.)
0:3 Kameraj (73.)
1:3 Vreden (86.)

SRin: Nicole Schumacher (Oberhausen)

Gelb: Engel (72.), Schoknecht (90.) - Pohlers 68.)

Zuschauer: 820

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