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1. Bundesliga, 21.SpieltagEin kleines Volks-, aber kein SchützenfestHamburger SV - FFC Heike Rheine 4:0 (3:0) | ||
Text von Jens Wolter, Fotos von Beate Wolter09.06.2007 Im Vorfeld der Begegnung konnte viel spekuliert werden - was würde die Partie zwischen Hamburg (Klassenerhalt gesichert) und Rheine (bereits abgestiegen) ergeben? Müden Sommerfußball von beiden? Ein Schützenfest gegen frustrierte Absteigerinnen? Eine Hamburger Blamage gegen ein befreit aufspielendes Team aus Rheine? Letztendlich wurde es nichts von alledem, sondern ein ordentliches Bundesligaspiel in einem gut gefüllten Stadion. Der Anpfiff des letzten HSV-Heimspiels der laufenden Saison verzögerte sich um exakt drei Minuten, denn nicht weniger als sechs Spielerinnen der ersten Mannschaft waren zu verabschieden: Marion Wilmes, Shelley Thompson, Frederike Engel, Anna Mirbach, Miriam Scheib und Katharina Freitag verlassen den HSV aus unterschiedlichen Gründen. Die Verabschiedung wurde vom stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des HSV, Dietmar Beiersdorfer, vorgenommen, dem dabei der neu verpflichtete Stürmerstar der Profimannschaft, Mohammed Zidan, assistierte. Eine würdige Kulisse für Verabschiedung und Spiel bildeten dabei die 920 Zuschauer, davon sehr viele Nachwuchsteams aus dem Raum Hamburg, die zusammen mit zusätzlichen Verkaufsständen für eine volksfest-ähnliche Stimmung sorgten. ![]() ![]() Die Hamburger Fans bedanken sich bei den Spielerinnen und HSV-Abteilungsleiter Hartmut Engel, die den HSV zum Saisonende verlassen. Der HSV ließ von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, dass in diesem Spiel das etwas magere Torkonto aufgebessert werden sollte. In der 3. Minute ging Anna Blässe, die eine sehr gute Partie spielte, nach Zuspiel von Tanja Vreden auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durch. Die Flanke vor das Tor fiel allerdings etwas zu hoch aus. Mehr Gefahr entstand da schon in der 5. Minute durch Vreden, die nach Steilpass allein vor Loes Geurts auftauchte, aber die niederländische Nationalkeeperin konnte den Ball sicher aufnehmen. Die nächste Chance des HSV in der 9. Minute führte dann doch noch zu der angestrebten frühen Führung: Nach Zuspiel von Vreden hatte Shelley Thompson keine Mühe, mit ihrem 14. Saisontreffer zum 1:0 zu vollenden. Wer nun einen Zusammenbruch des Teams aus Rheine erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die Emsländerinnen ließen während der gesamten 90 Minuten in ihrem Engagement nicht nach und bewiesen, dass sie nicht vorhatten, sich überrollen zu lassen. In der 15. Minute musste Hamburgs Torfrau Bianca Weech ihre gesamte Übersicht und Schnelligkeit in die Waagschale werfen, um einen Steilpass auf Dyanne Bito gerade noch weg zu schlagen. Vergleichbare Szenen ergaben sich während des Spiels noch mehrfach. Immer wieder konnten/mussten Weech und auch Christina Plessen die niederländische Nationalspielerin, die als Alleinunterhalterin die "Abteilung Attacke" des FFC Rheine bildete, in letzter Sekunde am Torschuss hindern. Nach je einer weiteren Chance auf beiden Seiten - ein Mittelding aus Schuss und Flanke durch Silva Lone Saländer sowie einen direkten Freistoß aus ca. 22 Metern durch Rheines Christina Graf - war es jedoch erneut Thompson, die in der 20. Minute mehrere Abwehrspielerinnen |
![]() Im nächsten Jahr nicht mehr im Wolfgang-Meyer-Stadion zu Hause: Katharina Freitag, Miriam Scheib, Marion Wilmes, Frederike Engel und Shelley Thompson (v.l.n.r.). Verabschiedet wurden sie von HSV-Neuzugang Mohammad Zidan (Mitte) und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer. | |
umkurvte und zum 2:0 vollendete. Zehn Minuten später, der HSV hatte zwischenzeitlich durch Vreden (Kopfball, 27. Minute) und Thompson (Einzelaktion, 29. Minute) zwei weitere Möglichkeiten gehabt, führte ein Zusammenspiel zwischen Vreden und Blässe zum vorentscheidenden 3:0. Vreden schickte mit einem Doppelpass über rechts Blässe in den Rheiner Strafraum, deren Zuspiel in die Mitte führte zu einer Chance von Vreden, die jedoch von Loes Geurts gerade noch abgewehrt werden konnte. Den Abpraller erwischte jedoch wieder Blässe, die diesen zu ihrem ersten Bundesligatreffer verwerten konnte. Nachdem in der 41. Minute Plessen knapp vor Bito retten konnte, gehörte die letzte Szene der ersten Halbzeit wieder den Gastgeberinnen. Nach gutem Zuspiel von Marion Wilmes versetzte Thompson eine Abwehrspielerin, schoss jedoch knapp links am Tor vorbei. Kerstin Stegemann (r.) blockt einen Schussversuch von Tanja Vreden ab. Nach der Halbzeitpause blieb Rheines Jana Leugers, die von einer Hamburger Tageszeitung als möglicher Neuzugang des HSV bezeichnet wird, in der Kabine und wurde durch Melissa Thiem ersetzt. Die erste Viertelstunde nach dem Seitenwechsel bot ein hin und her wogendes Spiel mit Gelegenheiten für beide Seiten. In der 51. Minute verwickelten sich Hamburgs Vanessa Schröer und Rheines Bito in einen verbissenen Zweikampf, für den beide mit der gelben Karte verwarnt wurden. Shelley Thompson (l.) traf zum Abschied gleich dreifach ins Schwarze. Zwei Minuten nach dieser Aktion war Hamburgs Torfrau gezwungen, ihr Meisterstück abzuliefern, indem sie innerhalb weniger Sekunden zweimal in höchster Not gegen Melissa Thiem rettete. Die nächste Chance gehörte wieder den Gastgeberinnen, als Geurts in der 55. Minute einen Ball von Vreden gerade noch zur Ecke ablenken konnte. Quasi im Gegenangriff zur nachfolgenden Ecke musste wiederum Weech 10 Meter vor ihrem Strafraum den Ball vor Bito weg schlagen. In der 60. Minute ging ein Schuss von Anna Blässe rechts am langen Eck des Rheiner Tores vorbei. Eine Minute später musste Hamburgs Torfrau erneut aus ihrem Strafraum heraus, um den Ball schneller zu erreichen als Dyanne Bito. |
In der 63. Minute schickte Hamburgs Saländer ihre Mitspielerin Tanja Vreden über links in Richtung Strafraum. Deren Hereingabe konnte erneut Thompson zum 4:0 im Tor unterbringen, dies jedoch erst im dritten (!) Versuch, zweimal war der Ball an einer Verteidigerin hängengeblieben. Torschützin Anna Blässe (l.) bejubelt ihren Treffer mit Vorlagengeberin Tanja Vreden. Nach dem vierten HSV-Tor verflachte das Spiel mehr und mehr. Obwohl Hamburg weiter nach vorne spielte, fehlte den Aktionen jetzt der allerletzte Biss. Rheines Gegenangriffe waren meist zu ungenau, um das Tor von Bianca Weech wirklich in Gefahr zu bringen. Die besten HSV-Chancen stammten aus der 72. und 80. Minute, als ein Kopfball von Imke Wübbenhorst über das Tor ging bzw. ein Schuss von Saländer aus knapp 15 Metern direkt in den Armen von Geurts landete. Den Schlusspunkt setzte in der 86. Minute Kerstin Stegemann, deren Schuss aus 10 Metern Entfernung allerdings genauso hoch über das HSV-Tor ging wie ihr erster derartiger Versuch in der 66. Minute aus der doppelten Entfernung. Die niederländische Nationalspielerin Dyanne Bito (r.) bereitete der HSV-Abwehr um Janina Haye die größten Probleme. Der Schlusspfiff von Elke Fehlow, die trotz mehrerer Verletzungsunterbrechungen keine Sekunde nachspielen ließ, beendete dann den - vielleicht für längere Zeit letzten - Erstliga-Auftritt Rheines in Hamburg.
Hamburger SV
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