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1. Bundesliga, 12.Spieltag

Bayerns Siegeswille gab den Ausschlag

Hamburger SV - FC Bayern München 0:2 (0:0)

Text von Jens Wolter, Fotos von Beate Wolter

10.03.2007   Das Unentschieden gegen das Spitzenteam aus Duisburg eine Woche vorher an gleicher Stelle hätte dem HSV eigentlich genügend Selbstvertrauen geben sollen, um gegen den FC Bayern durch einen energischen Auftritt wichtige drei Punkte für den Schritt ins gesicherte Mittelfeld zu holen. Alle Zuschauer, die mit dieser Hoffnung ins Stadion gekommen waren, hatten sich jedoch bitter getäuscht. Ein merkwürdig unentschlossenes HSV-Team kam kaum zu Torchancen und verlor verdientermaßen dieses wichtige Spiel.

In der ersten Halbzeit ergab sich ein recht langweiliges Spiel mit nur wenigen Strafraumszenen. Der FC Bayern zeigte sich engagierter und lauffreudiger als die Gastgeberinnen und hatte eindeutig die größeren Spielanteile, ohne dies jedoch in zwingende Aktionen umsetzen zu können. Die Defensivabteilung des HSV, in der Janina Haye die gelbgesperrte Imke Wübbenhorst ersetzte, agierte weitgehend sicher und die Bälle, die trotzdem durchkamen, wurden von HSV-Keeperin Bianca Weech souverän gemeistert.

Bianca Rech, Anna Blässe

Glücklos agierte Hamburgs Stürmerin Anna Blässe (r.), die sich hier im Zweikampf mit Bianca Rech befindet.

Ihr Gegenüber im Kasten der Bayern, Ulrike Schmetz, verbrachte eine sehr ruhige erste Halbzeit, denn der HSV brachte kaum einmal einen Ball in ihren Strafraum. Die meisten Bälle, die von den Hamburgerinnen in Richtung des gegenerischen Tores getrieben wurden, fanden spätestens an der Strafraumgrenze ihre Endstation bei einer Gegenspielerin. Die einzige Torchance des HSV vor dem Seitenwechsel wurde zudem kläglich vergeben: In der 28. Minute brachte Silva Lone Saländer ihre Mannschaftskameradein Tanja Vreden mit einem Steilpass in Schussposition, diese schoss den Ball jedoch völlig unbedrängt aus ca. 16 m Entfernung weit über das Tor, statt gegen die herausstürmende Torfrau einen Heber oder ein Dribbling zu versuchen.

Echte Aufregung vor dem HSV-Tor ergab sich in der 34. und 36. Minute, als jeweils Vanessa Bürki von links in den Strafraum eindrang und den Ball an der Torauslinie entlang spielte. In beiden Situationen hob sie das Leder über die Torhüterin hinweg um eine Teamkameradin anzuspielen, jedoch konnte der HSV in Person von zunächst Christine Schoknecht und dann Stephanie Ende jeweils noch ein Bein bzw. einen Kopf dazwischen bringen. Den letzten Aufreger im Hamburger Strafraum in der ersten Halbzeit gab es in der 40. Spielminute, als Bayerns Bianca Rech nach einer hohen Hereingabe ca. 5 m vor dem Tor über den Ball schlug und Weech, die wohl keine Abwehrchance gehabt hätte, doch noch fangen konnte.

In der zweiten Halbzeit zeigte sich der HSV zunächst etwas verbessert und engagierter, konnte dem FC Bayern jedoch trotzdem nicht auf Augenhöhe


Julia Simic, Nina Aigner

Julia Simic (l.) bejubelt ihren Führungstreffer. Nina Aigner freut sich mit ihr.

begegnen. Die 50. Minute brachte für Bayern-Torfrau Schmetz die erste wirkliche Gelegenheit, sich auszuzeichnen, als sie einen langen Ball knapp vor Schoknecht abfangen konnte. Eine der wenigen gelungenen Aktionen des HSV-Angriffs über Vreden und Anna Blässe wurde durch Shelley Thompson in der 59. Minute mit einem Schuss abgeschlossen, der jedoch rechts am Tor vorbei ging.

Irgendwie bezeichnend für die Hamburger Angriffsbemühungen an diesem Tage war es, dass die beiden nächsten torgefährlichen Szenen nur mit gnädiger Mithilfe der Bayern-Abwehr zu stande kamen. In der 60. Minute unterlief Kathleen Krüger beinahe ein Eigentor, als sie eine Kopfballabwehr nach einer hohen Flanke knapp neben den Pfosten setze. In der 67. Minute verlor Corinna Paukner im eigenen Strafraum den Ball an Saländer, deren wuchtiger Schuss ging jedoch überhastet hoch über das Bayern-Tor. Damit hatte sich die Hamburger "Offensive" allerdings für diesen Nachmittag auch schon erledigt.

Im Gegenzug begannen nun die Bayern energischer als bisher auf die Entscheidung zu drängen. Gleichzeitig schienen die Hamburgerinnen immer unsicherer zu werden und ließen den Gegner freier agieren. Der erste Erfolg der Gäste-Aktionen kam in der 73. Minute, als die eingewechselte Katharina Baunach über rechts in den Strafraum eindrang und ihr lang gezogener Ball nach innen von Julia Simic zum 0:1 abgestaubt werden konnte.

Ulrike Schmetz, Tanja Vreden

Nicht zum Aushalten, schon wieder nichts! Tanja Vreden vergräbt ihr Gesicht, nachdem Ulrike Schmetz im Bayern-Kasten erneut parieren konnte.

Der HSV ging nun wieder etwas engagierter zu Werke, ohne jedoch die Gäste-Abwehr ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können. Bei einer dieser Angriffsbemühungen in der 85. Minute verletzte sich zudem auch noch Shelley Thompson, als sie bei einem ansonsten gelungenen Dribbling im Strafraum an der dritten Gegenspielerin im wahrsten Sinne des Wortes hängen blieb. Für sie kam Vanessa Schröer ins Spiel. Die Offensivbemühungen der Gastgeberinnen eröffneten dem FC Bayern allerdings Kontermöglichkeiten und einer dieser Spielzüge führte in der


90. Minute zum 0:2, als die ebenfalls eingewechselte Nicole Banecki sich durch die Abwehr spielte, die mitgelaufene Baunach bediente und diese mit einem gekonnten Heber über die herauslaufende Hamburger Torfrau hinweg abschloss.

Somit hatte Bayern-Trainerin Sissy Raith mit zweien ihrer drei Einwechslungen das berühmte "goldene Händchen" bewiesen. Das HSV-Team konnte sich unter dem Strich bei Torfrau Bianca Weech bedanken, die in der Schlussphase einschließlich der drei Minuten Nachspielzeit weitere hochkarätige Möglichkeiten mit Klasse-Reaktionen zunichte machte und so verhinderte, dass aus der verdienten Niederlage keine "Klatsche" wurde.

Ulrike Schmetz, Shelley Thompson

Ulrike Schmetz (r.) agierte ohne Fehl und Tadel. Links die verletzte Shelley Thompson.

Der FC Bayern bewegt sich nach diesem Spiel in Richtung Tabellenspitze, während der HSV aufpassen muss, nicht auf einen Abstiegsplatz abzurutschen.

Hamburger SV

Weech - Engel, Gärtner, Ende, Plessen - Blässe (65. Heinßen), Haye, Saländer (70. Wilmes), Schoknecht - Vreden, Thompson (86. Schröer)

FC Bayern München

Schmetz - Eder, Paukner, Krüger ( 70. Kremser), de Pol - Spieler, Würmseer, Simic, Rech - Bürki (82. N.Banecki), Aigner (57. Baunach)

Tore:
0:1 Simic (73.)
0:2 Baunach (90.)

Gelbe Karten: Saländer (32.) - Aigner (75.), Kremser (78.)

Schiedsrichterin: Riem Hussein (Bad Harzburg)

Zuschauer: 470

Besondere Vorkommnisse: -


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