| 20.5.2007
Vor 315 ZuschauerInnen gewannen bei strahlendem Sonnenschein die Frauen des SC Freiburg ihr vorletztes Heimspiel der Saison im Freiburger Weststadion gegen den VfL Wolfsburg souverän mit 4:0. Gleichzeitig gab der TSV Crailsheim den Breisgauerinnen Schützenhilfe und gewann nach 2:0 Rückstand in Rheine noch mit 2:3, womit der Klassenerhalt für Freiburg definitiv ist.
"Heute hat alles geklappt" meinte Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig direkt im Anschluss an das Spiel, "wir wollten das frühe Tor machen und dann auf Konter spielen". Das frühe Tor gelang in der Tat - ein unglücklicher Ballverlust Wolfsburgs in der Vorwärtsbewegung bekam Melanie Behringer, die Katja Bornschein zupasste, diese legte an der Strafraumgrenze klug quer auf Sandra Schmidt, die alle Zeit der Welt hatte, Wolfsburgs Torhüterin Anne-Friederike Rißling auszugucken, was sie auch tat und zum 1:0 einschob. Ein Auftakt nach Maß für die Breisgauerinnen.
 Anne-Friederike Rißling in Erwartung des Torschusses von Julia Zirnstein. Im Hintergrund eilt Cristiane Pezzato herbei.
Bild: Peter Clesle
Noch bevor die Stadionuhr eine zweistellige Spieldauer anzeigte, musste Freiburgs defensive Linksaußen Alexandra Stegmann mit Verdacht auf Kreuzbandriss verletzt vom Platz getragen werden. Juliane Maier übernahm Stegmanns Position in der Defensive und Myriam Krüger wurde für die Offensive eingewechselt. "Wie einst Lars Ricken im Champions-League-Finale 1997" schoss es einem durch den Kopf, als Krüger mit ihrem ersten Ballkontakt direkt von der Einwechslung weg mit dem Ball Richtung Tor marschierte. Leider fehlte der erfolgreiche Abschluss.
Nach einer Viertelstunde kam dann Wolfsburg zu einem gefährlichem Konter, den Marisa Brunner 20 Meter vor ihrem Tor aber zunichte machen konnte. Im direkten Gegenzug scheiterte Julia Zirnstein erstmals an Rißling.
 Martina Müller versucht Freiburger Torfrau Marisa Brunner zu überwinden, aber am Ende stand die Null.
Bild: Peter Clesle
Zehn Minuten später eine eher kurios anmutende Situation in Wolfsburgs Strafraum: Spielerinnen beider Mannschaften schlugen den Ball mehrmals senkrecht in die Luft, bis Behringer ihn kontrollieren konnte und in aller Seelenruhe die glänzend postierte Krüger hätte bedienen können. Doch Behringer hatte in dieser Situation das Auge für die Mitspielerin nicht und zog - zu schwach - ab, kein Problem für Rißling.
In der 27. Spielminute ging's dann aber besser: Maier warf praktisch von der Eckfahne aus ein, legte Behringer den Ball auf die Füße, diese bediente erneut Schmidt, die zum 2:0 einnetzte. Ein Tick zu lange fiel Freiburgs Torjubel aus, denn direkt vom Anstoß weg kam Wolfsburgs Christiane zu einer Großchance, die sie jedoch an den Pfosten setze, den Nachschuss parierte Brunner dann glänzend.
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Die 'Wölfin' Cristiane im Zweikampf mit Katja Bornschein
Bild: Peter Clesle
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Kurz darauf war es erneut Schmidt, die Wolfsburgs Torhüterin schon geschlagen hatte, doch eine Abwehspielerin konnte den Ball noch von der Linie kratzen (31.). In der 38. Spielminute dann eine Demonstration, wie lustlos Wolfsburg bisweilen zu Werke ging: Martina Müller, immerhin 56-fache Nationalspielerin (24 Tore), spielte einen Konter einfach nicht zu Ende und drosch den Ball unmotiviert weit am langen Pfosten vorbei ins Toraus. Wenn das die Bundestrainerin gesehen hätte…
Fünf Minuten vor dem Ende der ersten Hälfte dann noch ein Kopfball von Behringer, den Rißling aber ohne größere Probleme halten konnte.
Nach dem Pausentee ließen es beide Mannschaften erst mal langsam angehen, ehe sich nach zehn Minuten Brunner mit einem guten Reflex auszeichnen konnte. In der 62. Spielminute wurde Christine Kaltenbach zu Fall gebracht, Julia Pieper sah dafür gelb, aber die Ausführung des fälligen Freistoßes lies auf sich warten: Die Schiedsrichterin zog sich beim gelbe Karte ziehen eine Zerrung in der rechten Wade zu, wie der Tribünenachbar hämisch anmerkte, sie musste sich von Freiburgs Physiotherapeutin Annette Eller behandeln lassen, ehe es weitergehen konnte. Die Schiedsrichterin war übrigens gar nicht schlecht, lediglich die Linienrichterin hatte mal wieder keine Ahnung, was "Abseits" ist, mindestens drei Situationen winkte sie ab, die sicher kein Abseits waren, dafür lies sie zwei Spielzüge weiterlaufen, die eigentlich deutlich Abseits waren. So gesehen in der Summe nur eine Fehlentscheidung.
In der 70. Spielminute tauchte Julia Zirnstein allein vor Wolfsburgs Tor auf, zog denn Ball aber aus 18 Metern über die Querlatte. Zwei Minuten später dann eine der spärlichen Chancen für Wolfsburg, die jedoch Müller am langen Pfosten vorbeischoss.
 Nathalie Bock und die zweifache Torschützin Sandra Schmidt
Bild: Peter Clesle
Kurz darauf wurde die zwischenzeitlich für Schmidt eingewechselte Nadine Enoch von Wolfsburgs Torhüterin im Strafraum zu Fall gebracht, den fälligen Strafstoß verwandelte Maier trocken und abgezockt zum 3:0 (72.).
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Danach hatte Zirnstein noch eine gute Gelegenheit zu erhöhen, zögerte aber zu lange, und schoss der Torhüterin direkt in die Arme, sechs Minuten vor Schluss verfehlte Enoch Wolfsburgs Tor um Zentimeter.
Doch zuvor ein großer Moment: Am 7. Mai 2006 wurde Freiburgs Abwehrchefin Kerstin Boschert mit einem Kreuzbandriss vom Platz getragen. Heute, ein gutes Jahr später, kam sie zu ihren ersten Pflichtspieleinsatz. Zehn Minuten vor Ende wurde sie für Katja Bornschein eingewechselt. Akzente konnte sie im Spiel nicht mehr setzten, aber das hatte wohl auch niemand ernsthaft erwartet.
Den Schlusspunkt setzte Julia Zirnstein, die in der 88. Spielminute an den Innenpfosten köpfte, von wo der Ball den Weg ins Tor fand. 4:0 und der Baden-Württembergische Nachbar dreht in Rheine den Halbzeitrückstand zum 2:3 Auswärtssieg. Klassenerhalt. Später als erwartet nach der sensationellen Rückrunde, die der SC letzte Saison spielte. "Spielerisch und taktisch überzeugend" habe man heute gespielt, meinte Sehrig hernach. Und in der Tat, dass es kaum Abgänge aus der Mannschaft geben wird macht Hoffnung, in der nächsten Saison mit einer eingespielten, jungen, hungrigen Mannschaft angreifen zu können.
Am Ende hatte der SC Freiburg viel Grund zur Freude
Bilder: Peter Clesle
SC Freiburg:
Brunner - Stegmann (11. Krüger), Kury, Faißt, Kaltenbach - Behringer, Bornschein (80. Boschert), Söder, Zirnstein - Maier, Schmidt (56. Schmidt)
VfL Wolfsburg:
Rissling - Carlson, Mohs, Tetzlaff (72. Aude-Bekke), Pieper, Unzeitig (46. Brendel), Silva dos Santos, N. Bock, Horwege (46. Pezzato), Rozeira de Souza, M. Müller
Tore: 1:0 Schmidt (4.), 2:0 Schmidt (27.), 3:0 Maier (FE, 72.), 4:0 Zirnstein (88.)
Gelbe Karten: - / Pieper, Rißling
Schiedsrichterinnen: Christine Beck - Eva Kirschbaum, Janine Krebs
Zuschauer: 315
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