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1. Bundesliga, 17. Spieltag

SC Freiburg macht Riesenschritt zum Klassenerhalt

SC Freiburg - FFC Heike Rheine 4:0 (1:0)

Text von Johannes Huber
www.dorfgeschwaetz.de

30.4.2007   Vor 380 ZuschauerInnen gewann der SC Freiburg das Abstiegsduell im Freiburger Weststadion gegen den FFC Heike Rheine deutlich mit 4:0. Bei strahlendem Sonnenschein boten beide Mannschaften schönen Fußball, der alles andere als nach Abstiegskampf aussah.

„In der ersten Halbzeit waren wir die eindeutig bessere Mannschaft, das 1:0 für Freiburg fiel aus dem Nichts”, konstatierte Rheines Trainerin Nicole Werner - eine Wahrnehmung, die Werner wohl ziemlich exklusiv hatte, ging dem 1:0 durch Julia Zirnstein in der elften Minute doch schon eine hochkarätige Torchance der Freiburgerinnen voraus. Die gut aufspielende Juliane Maier war es, die bereits zwei Minuten nach dem Anpfiff durch die schwache Schiedsrichterin Moiken Jung das Leder von Myriam Krüger bekam und aus der Drehung den Ball einen Meter am Tor vorbei setzte.

Kerstin Stegemann

Rheines Nationalspielerin Kerstin Stegemann, hier im Kopfballduell mit Alexandra Stegmann

Bild: Peter Clesle

Nach elf Minuten dann ein kleiner Sololauf von Zirnstein, die sich gegen zwei, drei Gegenspielerinnen durchsetzen konnte und kaltschnäuzig zur frühen Freiburger Führung verwandelte.

Tor durch Julia Zirnstein Tor durch Julia Zirnstein Tor durch Julia Zirnstein Tor durch Julia Zirnstein

Das 1:0 durch Julia Zirnstein: Zirnstein entwischt Lena Wermelt (2) und Lena Kattenbeck (4), läßt Rheines Keeperin Loes Geurts durch einen genauen Schuss ins lange Eck keine Chance. Jubel und Abklatschen mit Christine Kaltenbach

Bilder: Peter Clesle

Danach sah Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig bis zum Halbzeitpfiff „eine ausgeglichene Partie”, Chancen waren aber zunächst auf beiden Seiten Mangelware. Erst nach einer halben Stunde konnte Dyanne Bito bei einem Konter ihre Schnelligkeit unter Beweis stellen und Freiburgs Torhüterin Marisa Brunner zum ersten Mal ernsthaft auf den Prüfstand stellen. Brunner bestand die Prüfung.

Juliane Maier und Jolijn Heuvels

Juliane Maier, hier im Zweikampf mit Jolijn Heuvels, sorgte wieder mit ihren Freistößen für Gefahr. Aus einem davon resultierte dann das zweite Tor für Freiburg

Bild: Peter Clesle

Danach kam es zu zahlreichen Chancen, so schoss Maier einen ihrer legendären Freistöße aus 25 Metern, halbrechter Position nur knapp übers lange Eck (32.); die pfeilschnell herbeigeeilte Nicole Söder verwertete von der 16-Meter-Linie einen Ball, den sich Maier an der Grundlinie erkämpft hatte, der jedoch direkt in den Armen der Torhüterin Loes Geurts landete (37.); Myriam Krüger versuchte es mit einem Schuss


Freiburg jubelt

Jeanne Haag ganz obenauf, Freiburg jubelt: Freude und Erleichterung über den nun sehr wahrscheinlich gewordenen Klassenerhalt machten sich im Jubel über das 2:0 durch Christine Kaltenbach (mit verdecktem Gesicht, links neben Julia Zirnstein) Luft

Bild: Peter Clesle

Weitere Fotos von Peter Clesle findet ihr unter:
www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/709767

aus rund 25 Metern, den Geurts gerade noch so zur Ecke lenken konnte (40.); ehe Maier eine Minute später noch mal im Strafraum zum Kopfball kam, der jedoch über der Querlatte landete. Die letzte Chance des ersten Durchgangs hatten indes Bito in der 44. Spielminute, als sie einmal mehr ihre Schnelligkeit ausspielen konnte, doch die ebenso schnelle Verena Faißt begleitete sie, so dass Bitos Abschluss für Brunner kein Problem wurde.

Kaum vom Pausentee zurück brachte Maier eine Hereingabe von Rechts in den Strafraum, Zirnstein verlängerte diese mit dem Kopf und Christine Kaltenbach konnte den Ball ungehindert im Netz von Rheine zum 2:0 unterbringen (49.).

Tor durch Christine Kaltenbach Tor durch Christine Kaltenbach

Allen Grund zum Jubeln hatte Christine Kaltenbach (7) nach ihrem Tor zum 2:0

Bilder: Peter Clesle

Danach wurde Rheine etwas munterer, eine Kopfballchance von Melissa Thiem verfehlte das Ziel nur knapp (55.). Trotz leichtem Übergewicht blieb es aber in der Drangphase bei dieser einen Torchance, das Tor fiel auf der anderen Seite: einen Freistoß von links aus rund 30 Metern brachte Katja Bornschein hoch in Rheines Strafraum, Alexandra Kury verlängerte per Kopf und Maier vollstreckte zum 3:0 (62.).

Knapp zehn Minuten später holte Brunner Bito im Strafraum von den Beinen, die Konsequenz Gelb und Strafstoß: doch Brunner machte ihren Fehler gleich wieder gut, in dem sie Anouk Dekkers Strafstoß glänzend parierte (71.). Spätestens jetzt war das Spiel wohl entschieden, doch beide Mannschaften gaben sich nicht mit dem Spielstand zufrieden.

Miriam Krüger und Jennifer Voss

Freiburgs Miriam Krüger am Ball, Rheines Jennifer Voss kann hier nur zuschauen

Bild: Peter Clesle

Rheine war sichtlich bemüht, zumindest noch den Ehrentreffer zu erzielen, und auch einige Freiburgerinnen waren ambitioniert, sich noch in die Torschützinnenliste einzutragen. So kam die Innenverteidigerin Faißt zu einer Großchance in der 75. Spielminute, zog das Leder jedoch knapp am langen Pfosten vorbei; die zwischenzeitlich für Zirnstein


eingewechselte Nadine Enoch hatte nur eine Minute später nach einem Solo die Möglichkeit, der Schuss geriet jedoch aus bedrängter Situation etwas zu schwach und war kein Problem für Geurts. Weitere fünf Minuten später schlug Enoch eine Flanke von rechts, die etwas zu weit geriet, Alexandra Stegmann brachte den Ball von der linken Seite zurück vor das Tor und dort stand Ines Österle, wo eine Mittelstürmerin zu stehen hat, und erzielte ihren ersten Saisontreffer zum 4:0 Endstand.

Rheine hatte danach noch Gelegenheiten zur Ergebniskorrektur: Lena Kattenbeck verwertete eine Vorlage volley, zog das Leder jedoch an Freiburgs Tor vorbei (82.); Bito prüfte Brunner, die den Ball nur abklatschen lassen konnte, Melissa Thiems Nachschuss konnte Brunner dann jedoch sicher halten (86.); eine Minute später zog Bito einen Schuss am langen Pfosten vorbei, ehe kurz vor Spielende Kerstin Stegemann nochmals Brunner prüfte (89.). In der Schlussminute hatte Maier nochmals die Gelegenheit zu erhöhen, der Schuss landete aber in den Armen der Torhüterin, so dass es letztlich beim 4:0 blieb. Freiburg hat damit einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht, aber auch Rheines Trainerin denkt nicht daran, bereits für die zweite Liga zu planen. Angesichts des Restprogramms „wo wir jeden Gegner schlagen können” vielleicht auch nicht unbedingt eine unrealistisch Einschätzung. Zumindest realistischer als Ihre Sicht auf dieses Spiel: „Der SC hat aus drei Chancen vier Tore gemacht.” Vielleicht war sie ja heute in einem anderen Stadion.

Loes Geurts gegen Verena Faißt

Rheines Keeperin Loes Geurts wirft sich hier Verena Faißt entgegen, deren Schuss dann knapp am Tor vorbei geht

Bild: Peter Clesle

SC Freiburg:

Brunner - Stegmann, Kury, Faißt, Haag (60. S. Schmidt) - Maier, Söder, Bornschein, Kaltenbach, Krüger (76. Österle), Zirnstein (66. Enoch)

FFC Heike Rheine:

Geurts - Wermelt (56. Graf), Dekker (80. Reinicke), Heuwels, Kattenbeck, Stegemann, Sauer, Leugers (66. Siegers), Voss, Bito, Thiem

Tore:
1:0 Zirnstein (11.)
2:0 Kaltenbach (49.)
3:0 Maier (62.)
4:0 Österle (81.)

Gelbe Karten: Haag, Brunner / Kattenbeck

Schiedsrichterinnen: Moiken Jung - Christina Fries, Elena Uhl

Zuschauer: 380


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