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1. Bundesliga, 3. SpieltagTorreigen im WeststadionSC Freiburg - SC 07 Bad Neuenahr 2:6 (0:4) | ||
Text und Fotos von Johannes Huber (www.dorfgeschwaetz.de) 12.10.2006 Der SC begann stark, nach rund zehn Minuten konnte man den Eindruck gewinnen: "Heute geht was". Bisweilen brillierten die Freiburgerinnen mit Kurzpassspiel, wie es bei den Herren zu den besten Zeiten gepflegt wurde. Die Kurstädterinnen kamen dagegen nur mit unfairen Mitteln an - hätte sich das fortgesetzt, müsste man von einer äußerst unfairen Partie sprechen. Doch nach 14 Minuten kam "die Bombe", wie Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig es nach dem Spiel formulierte. Lena Goeßling lupfte einen Ball aufs Tor, mehr eine Rückgabe, doch die Schweizer Nationaltorhüterin Marisa Brunner, die für die rotgesperrte Alexandra Schwald in Freiburgs Kasten stand, reagierte zu spät bis gar nicht, und so landete der Ball unerwartet im Tor. Zwei Minuten später bekam Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi einen Freistoß aus 25 Metern aus halblinker Position, den sie wunderbar unter die Latte setzte: 0:2. Der Spielverlauf der ersten Viertelstunde war damit komplett auf den Kopf gestellt.
Christine Kaltenbach (l.) hatte keinen guten Tag erwischt. Vorne Sandra Scheele. Der frühe Rückstand hatte die Breisgauerinnen sichtlich aus dem Konzept gebracht, danach war nur noch blindes Anrennen, garniert mit einigen individuellen Fehlern zu sehen. Bad Neuenahr nahm das Geschenk dankend an und zeigte schönen Offensivfussball im fremden Stadion. Nach einem dieser Ballverluste im Mittelfeld aus der Abteilung "überflüssig" erhöhte Lydia Neumann in der 27. Spielminute auf 3:0. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff behindert Christine Kaltenbach die eigene Torhüterin, da Mbabi war dabei die lachende Dritte und konnte seelenruhig zum 0:4-Pausenstand einschieben.
Das Spiel war damit gelaufen, Ziel für Freiburg konnte nur noch sein, |
Begrüßung der Teams im Weststadion. | |
wenigstens die zweite Halbzeit zu gewinnen. Und es ging gut los. Mit der ersten Aktion vom Anstoß weg kommt die zur Halbzeit für die angeschlagene Katja Bornschein eingewechselte Ines Österle zum Schuss, den sie aber leider über das Gehäuse von Kerstin Wasems setzte. Zwei Minuten später eine Chance für Neumann, die alleine vor dem Tor kläglich vergibt. Die einzige Abschlussschwäche, die Bad Neuenahr an diesem Tag zeigte. In der 56. Spielminute dann wieder einmal ein schön vorgetragener Spielzug der Freiburgerinnen. Sandra Schmidt behauptet den Ball auf der rechten Seite, bedient die am Elfmeterpunkt postierte Österle, diese behielt jedoch die Übersicht und schob den Ball der besser postierten Havva Kutal auf der linken Seite zu, die humorlos verwandelte. 1:4 - der Ehrentreffer oder der Start einer Aufholjagd? Zwei Minuten später hätte es tatsächlich die Aufholjagd werden können, als die desolat aufspielende Christine Kaltenbach einmal mehr einen Ball in den leeren Raum schlug. Doch Bad Neuenahrs Abwehr pennte in dieser Situation komplett, so dass die U-19-Europameisterin Juliane Maier den Ball ergattern konnte und die Kugel nur knapp über das Tor jagte. In der 65. Minute war eine weitere Großchance von Bad Neuenahr zu verzeichnen. Österle, in die Abwehr zurückgerückt, bekam den Ball gegen da Mbabi im eigenen Strafraum nicht unter Kontrolle, der Torabschluss von Bad Neuenahr strich am Außenpfosten vorbei. Zwei Minuten darauf konnte man einen Spielzug aus dem Lehrbuch beobachten. Die Freiburgerinnen gaben sich mit der Statistenrolle zufrieden, man fühlte sich an ein Trainingsspielzug erinnert, wo die Gegenspieler durch Pappkameraden dargestellt werden, so einfach konnten die Kurstädterinnen durch die Freiburger Abwehrreihe spazieren. Da Mbabi nahm das Geschenk dankend an und erhöhte auf 1:5 (68.).
Danach wurde Sandra Schmidt im Strafraum mit einem langen Ball bedient, verstolperte ihn fast, bekam ihn dann aber doch noch unter Kontrolle und überwand Wasems zum 2:5 (72.). |
Zehn Minuten vor Ende schubste die latent überforderte Innenverteidigerin Verena Faißt die Gegenspielerin Neumann um - die Schiedsrichterin ließ wohl Gnade vor Recht ergehen und entschied auf Weiterspielen, statt den fälligen Strafstoß zu pfeifen. Die Neuenahrer Bank nahm es nicht so gelassen, und nachdem eine Minute später dann noch eine zweifelhafte Abseitsentscheidung gegen die Kurstädterinnen fiel, beschwerte sich ein Betreuer lautstark. Er fand sich kurz darauf auf der Tribüne wieder. Zwei Minuten vor dem Ende konnte Isabell Bachor dank der schlafenden Abwehr Freiburgs den 2:6 Endstand markieren. Der Gästetrainer Dietmar Schacht war nach dem Spiel zufrieden, wenn er auch nicht von einem "Erfolgserlebnis" sprechen wollte. Die Torausbeute bezeichnete er als "die logische Schlussfolgerung des Trainings im Torabschluss." Der Erfolg gab ihm Recht. Unterm Strich ein verdienter Sieg von Bad Neuenahr. Bei Freiburg fehlten die verletzten Kerstin Boschert (Kreuzbandriss) und Melanie Behringer (Mittelfußbruch) "an allen Ecken und Enden" (Schacht), die Verbliebenen rennen ihrer Form der Rückrunde der letzten Saison hinterher.
SC Freiburg: | |