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1. Bundesliga, 5. SpieltagZu viel zurückbezahltSC Freiburg - 1.FFC Frankfurt 1:9 (0:4) | ||
Text von Johannes Huber (www.dorfgeschwaetz.de)30.10.2006 Vor 850 Zuschauern bei angenehmen Temperaturen aber unangenehmen Wind siegte der 1. FFC Frankfurt im Freiburger Weststadion gegen den SC Freiburg in meisterhafter Manier mit 1:9. Von der Papierform her eine klare Sache: Der SC Freiburg steht mit bisher einem Sieg aus vier Spielen gerade so auf Platz 10 der Liga, Frankfurt steht trotz eines ausstehenden Spieles mit drei Siegen souverän an der Spitze. In der letzten Saison konnten die Freiburgerinnen den 1. FFC Frankfurt mit 2:1 besiegen, woran sich der Fan und vermutlich auch die Mannschaft gerne erinnert, aber auch in Frankfurt hat man das nicht vergessen: In einem Interview in der Badischen Zeitung bekundete Steffi Jones, man habe "da noch eine Rechnung offen". ![]() Hier ist mit Nicole Söder mal die Freiburgerin vor der Frankfurterin (Meike Weber) am Ball. Zu häufig war es anders herum. Der Freiburger Trainer Dietmar Sehrig veränderte sein Team im Gegensatz zum Pokalspiel gegen Sindelfingen auf zwei Positionen. Wenig überraschend stand Alexandra Schwald nach abgelaufener Rotsperre wieder im Tor, Ines Österle bisher zumeist die erste Einwechseloption, stand statt Jeanne Haag in der Startelf.
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Tor durch Birgit Prinz: volley aus der Luft genommen, geht der Ball hoch über Schwald in die Maschen Auf der Tribüne konnte man das Gefühl bekommen, dass Freiburgs Spielerinnen bis in die Haarspitzen motiviert waren. Und sie legten eine gute Anfangsphase hin und gaben sich zu keiner Zeit auf. Selbst nach einer Stunde, als es bereits 0:6 stand, hielten sie wacker dagegen. Doch der Reihe nach: Der "Superrasen" habe die Spielfreude befördert, wie der Frankfurter Trainer Hans-Jürgen Tritschoks nach dem Spiel feststellte, und Frankfurt lies in der Tat den Ball laufen und zeigte "guten Kombinationsfußball" (Tritschoks). Bereits sechs Minuten nach dem Anpfiff zappelte das Freiburger Netz, doch der Ball war am Tor vorbeigegangen und von der Bande ans Außennetz gesprungen. Eine Schrecksekunde für Freiburgs Fans. Zwei Minuten später eine Spielzug, wie er im weiteren Verlauf des Spiels immer wieder zu sehen war: Zwei Weltmeisterinnen im Zusammenspiel. Kerstin Garefrekes bedient von rechts die x-malige Weltfußballerin Birgit Prinz, diese zieht ab, oder nimmt den Kopf. In dieser Situation war jedoch Freiburgs Torhüterin Schwald auf dem Posten und hielt. |
Nur vier Tage nach ihrem 29. Geburtstag und ihrem 100. Tor in der Nationalmannschaft hatte Frankfurts Stürmerin Birgit Prinz - hier beim Kopfball - auch in Freiburg viel Spaß. Drei der neun Frankfurter Treffer gingen auf ihr Konto. | |
Drei Minuten später nahm das Unheil seinen Lauf: Prinz ging alleine auf Schwald zu und verwandelt sicher zum 0:1. Vier Minuten später eine der wenig richtig schlechten Szenen der Freiburger Abwehr: der Ball wurde von rechts flach in den Strafraum gespielt, vier, fünf Spielerinnen konnten ihn wegschlagen, keine tat's und Sandra Smisek bedankte sich mit dem 0:2.
Renate Lingor, verfolgt von Jeanne Haag und Nicole Söder, ließ Alexandra Schwald im Freiburger Tor hier nicht den Hauch einer Chance Frankfurt führte zwar früh, doch die erste Ecke des Spiels ging an den SC. Die U-19-Europameisterin Juliane Maier trat und suchte den Kopf von Sandra Schmidt. Doch der Ball flog ein tick zu hoch in den Strafraum und Schmidt verpasste knapp. In der 33. Minute dann ein Abziehbild des ersten Tores, Garefrekes von rechts, Prinz verwandelt - dieses Mal mit dem Fuß. 0:3. Zwei Minuten später war einer der wenigen Entlastungsangriffe der Breisgauerinnen zu betrachten, doch Myriam Krüger, zieht aus 20 Metern den Ball am Tor vorbei. Nachdem in der 38. Spielminute Renate Lingor im Fallen zum 0:4 erhöhte nahm Frankfurt etwas das Tempo zurück und das Spiel verlegte sich etwas in deren Hälfte. Zählbares kam indes dabei nicht heraus und so ging es mit einem verdienten 0:4 zum Pausentee.
Hier ist Petra Wimbersky nach Zuspiel von Birgit Prinz (rechts oben) die Torschützin. Die Grätsche von Alexandra Stegmann kommt zu spät Zehn Minuten nach Wiederanpfiff patze die noch in der ersten Halbzeit für die angeschlagene Christine Kaltenbach eingewechselte Jeanne Haag und legt Prinz das 0:5 auf (56.). Fünf Minuten später wurde das Spielchen umgekehrt: Prinz bediente aus zentraler Position Garefrekes die von rechts abzieht und das 0:6 markierte. Wieder fünf Minuten später war es erstmals Freiburgs Torhüterin, die einen Treffer auf ihre Kappe nehmen musste, als sie sich von Garefrekes verladen lies und Lingor ihren zweiten Treffer machen konnte. Knapp 20 Minuten vor Spielende schrieb sich dann auch noch Petra Wimbersky in die Torschützinnenliste ein, Freiburgs Abwehr wurde mustergültig ausgespielt 0:8 (72.). |
Doch nicht jeder Schuss Frankfurts war ein Treffer. So zeigte Schwald vier Minuten später ihre Klasse, als sie einen Schuss von Prinz aus kürzester Distanz mit dem Fuß abwehren konnte. Kurz darauf konnte Wimbersky ihren zweiten Treffer erzielen, als sich bei einer flachen Hereingabe von links Alexandra Stegmann und Schwald gegenseitig behinderten und sie nur noch in den Ball hereinrutschen musste. 0:9 (77.). Doch der letzte Treffer des Spiels sollte es nicht gewesen sein. Freiburg kämpfte weiter und bekam eine Freistoß, rund 20 Meter vor dem Tor. Haag legte auf und Krüger verwandelte zum Endstand von 1:9 (80.). Der Jubel auf der Tribüne war beinahe so groß, als ob sie gerade den Siegtreffer geschossen hätte.
Kerstin Garefrekes beschäftigt drei: von links Alexandra Kury, Nicole Söder, rechts blockt Christine Kaltenbach gerade noch ab Frankfurt hatte danach noch zwei Chancen, das Ergebnis zweistellig auszubauen, einmal köpfte Prinz am Tor vorbei, die zweite Chance durch einen Freistoß von Lingor vereitelte Schwald sicher. Freiburgs Trainer Sehrig resümierte nach dem Spiel, er habe "Frankfurt noch nie so stark spielen sehen, absoluter Spitzenfußball" hätten die Frankfurterinnen da gezeigt. "Hut ab, allererste Sahne". Auch Tritschoks meinte es wäre "ein Tor schöner als das andere gewesen." Dem Ergebnis nach überraschend, dem Spiel nach aber nicht, bekannte Sehrig, dass er "zufriedener als mit dem Spiel gegen Sindelfingen" sei, er schöpfe aus diesem Spiel "große Hoffnung, großen Mut." Und in der Tat fällt es schwer aus Freiburger Sicht jemandem einen Vorwurf zu machen. Frankfurt hat wohl einfach einen sehr guten Tag erwischt und war einfach eine Klasse besser. Die offene Rechnung war allerdings nicht ganz so hoch.
Freiburgs Keeperin Alexandra Schwald konnte einem leid tun...
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