Fansoccer-Logo

1. Bundesliga, 1. Spieltag

Bitterer Auftakt

SC Freiburg - TSV Crailsheim 0:3 (0:0)

Text von Johannes Huber (www.dorfgeschwaetz.de), Fotos von Peter Clesle

12.9.2006

Vor 1600 Zuschauern startete die Frauenmannschaft des SC Freiburg an neuer Wirkungsstätte, im Freiburger Weststadion, in die Erstligasaison. Der Aufsteiger aus dem schwäbischen Crailsheim bekam als Gastgeschenk ein 0:3.

Einlauf der Teams

Endlich geht es wieder los: Premiere im Freiburger Weststadion, und prompt waren 1600 Zuschauer gekommen. 1100 mehr als der letztjährige Zuschauerschnitt. Bleibt abzuwarten, wieviele kommen, wenn der Eintritt wieder etwas kostet.

Nachdem die Crailsheimerinnen in der vorletzten Saison abstiegen, schafften Sie den direkten Wiederaufstieg. Sehr zur Freude des gemeinen Badeners, denn was gibt es Schöneres als ein Derby gegen eine schwäbische Mannschaft? Außerdem ist es sehr gut in Erinnerung, dass beim Heimspiel des SC vor zwei Jahren zumindest ein Fan ein so lustiger Proll war, dass der sich bei der abzeichnenden Niederlage verbal auf die Schiedsrichterin einschoss und sich letztendlich darauf verstieg, dass Frauen keine Fußballregeln kennen würden. Warum er dann überhaupt Frauenfußball anschaut, blieb sein Geheimnis.

Bei strahlendem Sonnenschein feierte Freiburg mit einem großen Rahmenprogramm den Saisonauftakt, das Sahnehäubchen: der Eintritt war frei. Diesen Umstand nutzten 1600 ZuschauerInnen. Eine großartige Kulisse für ein Spiel "zweier Abstiegskandidaten", wie der Freiburger Trainer Dietmar Sehrig nach dem Spiel einräumen musste. Nicht dass er tatsächlich meinte, Freiburg hätte etwas mit dem Abstieg zu tun, aber dieses eine Spiel allein betrachtet hatte er wohl nicht ganz Unrecht.

Myriam Krüger, Nadine Beck, Tanja Wörle

Nach zehnmonatiger Fußballpause feierte Tanja Wörle (Mitte), hier im Kampf um den Ball mit Myriam Krüger (l.), erfolgreich ihr Comeback. Rechts Nadine Beck.

Die Freiburgerinnen begannen etwas nervös, waren aber über die gesamte erste Halbzeit hinweg drückend überlegen. Das Spiel fand weitgehend in der Hälfte von Crailsheim statt, die erste Ecke indes war für die Gäste aus dem Schwabenland zu notieren: Alexandra Stegmann kam ihrer Torhüterin Alexandra Schwald mit einer Kopfballabwehr zuvor und rettete zur Ecke, die nichts einbrachte.

Es dauerte eine Viertelstunde, bis der Ball erstmals auf das Tor von Crailsheim kam. Jeanne Haag mit einem Drehschuss markierte die erste ernsthafte Torchance für Freiburg. Nur eine Minute später kam Crailsheim erstmals gefährlich vors Tor, Myriam Krüger und Schwald retteten gemeinsam.

Danach war es dann das besagte "Duell der Abstiegskandidaten", das Spiel verflachte zunehmend.


Ines Rechl, Havva Kutal, Ramona Treyer

Crailsheim in Person von Ramona Treyer war obenauf. Unten Freiburgs Havva Kutal, links Ines Rechl.

Erst in der 32. Minute konnte man so etwas wie eine weitere Chance für Freiburg sehen, als Havva Kutal aus halbrechter Position mit einem Schüsschen zwar die Crailsheimer Torhüterin, die Neuseeländerin Rachel Howard, überwand, der Ball aber auch am linke Pfosten vorbeirollte.

Zehn Minuten später war es die ansonsten aufopferungsvoll kämpfende Myriam Krüger, die ebenfalls nur ein Schüsschen, diesmal direkt auf Howard, abgeben konnte. Kurz vor Abpfiff machte sie es besser: ein Freistoß aus 25 Metern, halblinker Position - eigentlich ein Fall für die U-19-Europameisterin Juliane Maier - brachte Krüger scharf aufs Tor, die Torhüterin konnte den Ball aber gerade noch so über die Latte lenken.

Anna Bornhoff, Alexandra Schwald

Anna Bornhoff schiebt den Ball an Torfrau Alexandra Schwald vorbei ins Tor und erzielt das 2:0 für Crailsheim

Dem Crailsheimer Konter nach der anschließenden Ecke versagte Schwald mit einer Ihrer berühmt-berüchtigten Harakiri-Aktionen den Erfolg. So ging es in die Halbzeitpause. Ob es an der Hitze lag, oder an den richtigen Worten, die der Trainer in der Halbzeitpause nicht gefunden hatte, das Freiburger Spiel ließ nach schwachem Anfang stark nach. Die erst 17-jährige Verena Faißt patzte bei einem Konter von Crailsheim und dieses Mal wurde auch Schwald 20 Meter vor Ihrem Tor geschlagen, Anna Bornhoff konnte seelenruhig zum 0:1 einschieben (60.).

Nicole Söder, Christine Kaltenbach, Carolin Hörber

Christine Kaltenbach klärt vor Carolin Hörber. Nicole Söder (l.) muss nicht eingreifen.

Knapp zehn Minuten später zappelte der Ball im Crailsheimer Netz, doch das Spiel war bereits wegen einer Freiburger Abseitsstellung unterbrochen. In der 76. Spielminute konnte erneut Bornhoff einen Konter zum 0:2 erfolgreich abschließen. Danach ging gar nichts mehr bei Freiburg und der Trainer räumte


auch im Anschluss an das Spiel ein, dass das 0:2 "gelähmt" hat. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff kam dann das Unvermeidliche: Schwald und Alexandra Kury patzten gemeinsam und Carina Breunig konnte mit dem 0:3 für Crailsheim alles klar machen.

Jubel nach dem 3:0

Unbändiger Jubel bei den TSV-Spielerinnen, nachdem Carina Breunig das 3:0 erzielt hat.

Trotz des deutlichen Sieges blieb TSV-Trainer Günther Wörle erstaunlich nüchtern. Er war sich mit Sehrig einig, dass es qualitativ kein hochstehendes Spiel war, die "Qualität muss verbessert werden, um die Klasse zu halten". Sehrig haderte - aber jammerte nicht - ein wenig mit der Verletzung von Melanie Behringer: "Wir sind eine relativ ruhige Mannschaft, das Feuer fehlt." Auf der Tribüne wurden sowohl die langzeitverletzte (Kreuzbandriss) Abwehrchefin Kerstin Boschert - die immerhin wieder ohne Krücken unterwegs ist -, aber auch die US-Amerikanerin Alena Thom schmerzlich vermisst.

Autogrammstunde SC Freiburg

Im neuen Stadion gaben die SC-Spielerinnen nach der Partie erstmal fleißig Autogramme.

SC Freiburg:

Schwald - Stegmann, Faißt, Kury, Kaltenbach - Söder, Krüger - Maier (59. Österle), Kutal (71. Zirnstein), Haag (46. Enoch) - Bornschein

TSV Crailsheim:

Howard, Beck, Burger, Manger (80. Wagner), Hörber, Treyer, Bornhoff, Honecker, Vogt (64. Rechl), Wörle (55. Limbach), Breunig

Tore:
0:1 Bornhoff (60.)
0:2 Bornhoff (76.)
0:3 Breunig (83.)

Schiedsrichterin: Moiken Jung (Worms-Hermsheim)

Gelb: Wörle, Treyer

Zuschauer: 1600

Zur FanSoccer-Startseite