| 10.4.2007
Bei strahlendem Sonnenschein erfüllten die Frauen des SC Freiburg ihre Pflicht im Heimspiel gegen den sicheren Absteiger Brauweiler Pulheim mit Bravour und gewannen mit 4:0. 280 ZuschauerInnen sahen im Freiburger Weststadion zwei unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten wurde man das Abstiegskampf-Gefühl nicht los, in der zweiten wurden die Breisgauerinnen ihrer Favoritenrolle weitgehend gerecht.
Von der Papierform her konnte man nichts anderes erwarten: Der Traditionsclub und Deutsche Meister von 1997, Brauweiler, schaffte es in den letzten 14 Spielen der Saison nicht, auch nur einen Punkt zu gewinnen und steht damit unangefochten am Tabellenende. Der SC Freiburg dagegen ist auf dem aufsteigenden Ast, das letzte Spiel in Bad Neuenahr wurde recht souverän gewonnen, und der Abstiegsplatz damit verlassen. Dennoch standen die Breisgauerinnen unter Druck, alles andere als ein klarer Sieg gegen Brauweiler wäre ein bitterer Rückschlag im Abstiegskampf gewesen.
 Juliane Maier wurde zur Schlüsselspielerin der Partie, indem sie an dreien der vier Tore beteiligt war. Hier läuft sie Sara Sedgwick davon
Bild: Peter Clesle
„Wir wollten früh ein Tor machen” offenbarte Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig nach dem Spiel. Doch das frühe Tor blieb aus, so dass die Spannung auf den Rängen während der gesamten ersten Halbzeit groß war. Aus dem Spiel heraus kam Freiburg selten zu Torchancen, es waren zumeist die Standards, die ab und an für Torgefahr im Brauweiler Strafraum sorgten: Einen Freistoß an der Strafraumgrenze nach einem Foul an Nationalspielerin Melanie Behringer lupfte Juliane Maier knapp über das Tor; nach zwanzig Minuten stand Alexandra Kury nach einer von Maier geschlagene Ecke einen Meter zu weit am Tor und konnte deshalb aus Rückenlage nur noch weit vorbeiköpfen.
 Nicole Söder kommt hier gegen Nathalie Bock zum Schuss
Bild: Peter Clesle
Aus dem Spiel heraus scheiterte Alexandra Stegmann auf Vorlage von Behringer nach 25 Minuten knapp, drei Minuten später war es die sehr gut aufgelegte Maier, die sich gegen zwei, drei Gegenspielerinnen an der Strafraumgrenze durchsetzte und abzog. Indes, der Ball landete wieder nur über dem Tor von Brauweilers Torhüterin Katharina Höhfeld.
 Nationalspielerin Melanie Behringer, hier noch im Zweikampf, mußte verletzt ausgewechselt werden
Bild: Peter Clesle
Im direkten Gegenzug eine der wenigen Chancen für Brauweiler: Susanne Kasperczyk versuchte die weit vor dem Tor postierte Marisa
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Brauweilers Paula Balzer versucht hier an Freiburgs Kapitänin Katja Bornschein vorbeizukommen. Brauweiler konnte nur die erste Halbzeit einigermaßen ausgeglichen gestalten. Im Hintergrund von links: Anne Kathrin Lenz, Ines Österle, ganz rechts Susanne Kasperczyk
Bild: Peter Clesle
Weitere Fotos von Peter Clesle findet ihr unter: www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/709767
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Brunner zu überlupfen, doch der Ball landete fast über dem Fangzaun hinter Freiburgs Tor.
Nach einer halben Stunde gab es eine Schrecksekunde für Freiburg: Behringer verletzte sich beim Versuch einen hohen Ball anzunehmen ohne Zutun einer Gegenspielerin; Ferndiagnose Zerrung im linken Oberschenkel. Dafür kam Ines Österle ins Spiel, die einmal mehr ihre Chance wahrnahm und von da an eine starke Partie spielte.
Der Ausfall von Behringer verunsicherte die Breisgauerinnen zunächst merklich, bis kurz vor dem Halbzeitpfiff konnten auf beiden Seiten keine bemerkenswerten Szenen mehr notiert werden. Doch kurz vor dem Pausentee schlug Jeanne Haag einen Ball scheinbar blindlings hoch und weit vors Tor, Maier pflückte ihn sich und verwandelt in ihrer schier unnachahmlichen Manier zum „glücklichen” (Sehrig) 1:0 Pausenstand.
 Mit diesem platzierten Flachschuss überwand Juliane Maier Brauweilers Keeperin Katharina Höhfeld zum 1:0
Bild: Peter Clesle
Anfangs der zweiten Halbzeit kam Brauweiler besser ins Spiel, Freiburg spielte „zu statisch” wie Sehrig hernach meinte. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Brunner den Schuss von Melanie Schneider in der ersten Minute der zweiten Spielhälfte nicht gehalten hätte. Einmal mehr war es in der 50. Spielminute eine Standardsituation, die für Torgefahr sorgte: Nach einem Foul an Nicole Söder, 25 Meter zentral vor dem Tor, trat Maier den fälligen Freistoß an den Pfosten.
Freiburg berappelte sich, die Strafraumszenen nahmen in der Folge zu, doch wirkliche Torchancen ließen weiter auf sich warten, bis Julia Zirnstein eine Viertelstunde vor Schluss sich ein Herz fasste und geistes- gegenwärtig aus rund 25 Metern den Ball über Freund und Feind hinweg ins Tor lupfte, 2:0 (76.). Ein Treffer mit „Wow!”-Faktor.
 Julia Zirnstein, hier hat sie sich gerade gegen Nathalie Bock durchgesetzt, besorgte das wichtige 2:0 mit einem sensationellen Lupfer aus 25 Metern!
Bild: Peter Clesle
Danach brach Brauweiler ein und Freiburg spielte befreit auf. Ein Freistoß von rechts, wie beinahe alle Standards von Maier getreten, landetet auf dem Kopf von
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Alexandra Stegmann, die zum 3:0 einnickte (85.); zwei Minuten später nutze Katja Bornschein nach einer Ecke die Verwirrung in Brauweilers Strafraum, und stocherte den Ball zum 4:0 Endstand ins Tor.
Dabei verletzte sich Höhfeld und wurde - wie als Beleg für die Ersatzgeschwächtheit der Brauweilerinnen - durch die Feldspielerin Jessica Kreuzer im Tor ersetzt. Das beklagte nach dem Spiel auch Brauweilers Trainer Manuel Ortiz-Gonzales - Brauweiler hatte nur zwei Ergänzungs- spielerinnen auf der Bank - der konstatierte in der zweiten Halbzeit „wie ein Absteiger”gespielt zu haben, aber „wenn die halbe Mannschaft nicht mitkämpft, haben wir auch keine Chance, auch wenn es gegen einen Abstiegskandidaten geht”. Bemerkenswert: Brauweiler brachte das Kunststück fertig, sage und schreibe dreimal wegen eines falschen Einwurfs zurückgepfiffen worden zu sein.
Sehrig meinte, es wäre auch noch mehr drin gewesen, wenn die ein´ oder andere Situation „mit mehr Auge” zu Ende gespielt worden wäre. Ein Extralob hatte er für Katja Bornschein übrig, die die Mannschaft Mitte der zweiten Halbzeit „gut zurück ins Spiel gebracht hat.”
Ebenso erfreulich aus Freiburger Sicht war, dass bei einigen Spielerinnen ein deutlich sichtbarer Aufwärtstrend in der Formkurve zu beobachten ist. Insbesondere Juliane Maier, die an drei der vier Tore beteiligt war, sei hier erwähnt, die sich damit vorab wohl selbst das schönste Geburtstagsgeschenk machte.
Alexandra Stegmann (rechts) hat gerade das 3:0 erzielt, Katja Bornschein gratuliert
Bilder: Peter Clesle
SC Freiburg:
Brunner - Stegmann, Faißt, Kury, Haag - Bornschein, Söder - Maier, Zirnstein, Krüger (84. McGhee), Behringer (32. Österle)
FFC Brauweiler Pulheim 2000:
Höhfeld - Sedgwick, Bock, M. Schneider, Kreuzer, Kasperczyk, Lenz (73. Peters), Balzer, Koch, Fehrenbach (55. Thal), Blöhmen
Tore: 1:0 Maier (45.) 2:0 Zirnstein (76.) 3:0 Stegmann (85.) 4:0 Bornschein (87.)
Gelbe Karten: - / Lenz, Kasperczyk
Schiedsrichterinnen: Tanja Schneider - Christiane Söder, Sabine Greth
Zuschauer: 280
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