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1. Bundesliga, 16. SpieltagSonntagsspaziergang1. FFC Frankfurt - SC Freiburg 4:0 (2:0) | ||
Text von Tom Schlimme22.4.2007 Ein schönes Spiel bei schönstem Wetter, da kann man nicht klagen. Hinterher waren auch noch alle zufrieden, die Freiburger, weil sie nicht zu hoch verloren haben, die Frankfurter, weil die erwarteten drei Punkte und damit die Verteidigung der Tabellen- führung auf dem Konto waren. Doch ich bin mir nicht so sicher, wie man diesen Sonntags- spaziergang bewerten kann. Das Wort „Spaziergang” ist dabei nicht abfällig gemeint, die Frankfurterinnen zeigten feinsten Kombinationsfußball und machten gehörig Druck auf das Freiburger Tor, schlossen die Freiburger Spielerinnen förmlich in deren Hälfte ein. Die Freiburgerinnen ihrerseits mühten sich redlich, stemmten sich gegen eine hohe Niederlage, verteidigten taktisch geschickt und mit anerkennes- wertem Einsatz. Dazu hatte Freiburg noch mit Marisa Brunner, der schweizer Nationaltorhüterin, eine Spielerin in ihren Reihen, die eine länderspielreife Leistung abrufen konnte. ![]() Dieser Ball erreicht gleich Sandra Smisek (links), doch die trifft nur das Außennetz - sehr zur Freude von Keeperin Marisa Brunner und Ines Österle, die hier sicher schon schlimmes befürchteten Aber zu einem Fußballspiel gehört eigentlich, dass man auch selber versucht, Tore zu schießen, und dazu gab es von Freiburger Seite aus praktisch keine Versuche in diesen 90 Minuten. Mit Julia Zirnstein als einziger Spitze angetreten, die völlig in der Luft hing, weil sie kaum einmal ein Pass erreichte, und Miriam Krüger dahinter, die aber eigentlich schon eher als erste Verteidigerin bezeichnet werden muss und kaum zum Stürmen kam, erspielte sich Freiburg im gesamten Spiel weder einen Eckball noch eine Torchance. ![]() Auch diesen Schuss von Petra Wimbersky parierte Marisa Brunner Man muss berücksichtigen, dass Freiburgs einzige aktuelle deutsche A-Nationalspielerin Melanie Behringer angeschlagen geschont wurde, um für das existentiell wichtige Heimspiel gegen Rheine am nächsten Sonntag ihren Einsatz nicht zu gefährden. In diesem Spiel wird es um eine Vorentscheidung im Abstiegskampf gehen. Freiburg hat derzeit drei Punkte Vorsprung auf Rheine und damit auf die Abstiegsränge, ein Freiburger Sieg würde sechs Punkte Vorsprung bedeuten, eine Niederlage dagegen Freiburg auf einen Abstiegsplatz zurückwerfen. ![]() Das 1:0 durch Petra Wimbersky, die sich hier gegen Jeanne Haag durchsetzt. Alexandra Kury und Alexandra Stegmann können nicht mehr eingreifen Kurioserweise ist die Situtation in Frankfurt ähnlich: Es steht eine „englische Woche” mit dem schweren Auswärtsspiel in Essen, dem Nachholspiel gegen den Tabellendritten in München und dem Heimspiel gegen die wiedererstarkten Potsdamerinnen an. Auch auf Frankfurter Seite war also das Bemühen unverkennbar, Kräfte zu schonen. So wurden die beide nur leicht angeschlagenen Steffi Jones und später auch Birgit Prinz ausgewechselt, als das Spiel entschieden war, um auch hier unnötige Risiken zu vermeiden. Trotzdem kombinierten die Frankfurterinnen so sicher, dass die Tore einfach fallen mußten, und schonten damit sowohl ihre eigenen Nerven als auch die der Zuschauer. Bereits in den ersten 25 Spielminuten habe ich 14 Frankfurter Torchancen auf meinem Zettel. Sandra Smisek, Petra Wimbersky und Kerstin Garefrekes, unterstützt noch von den beiden Außenverteidigerinnen Saskia Bartusiak und Judith Affeld, kamen immer wieder über die Flügel gefährlich zu Flanken oder Torschüssen, Birgit Prinz kam in dieser Phase meist durch die Mitte und wirkte nicht minder gefährlich. Doch Marisa Brunner, die dafür auch in der Pressekonferenz von allen Seiten höchstes Lob erhielt, |
Sonderlob von allen Seiten: Freiburgs Keeperin Marisa Brunner war der große Rückhalt ihres Teams. Hier fängt sie eine Flanke vor der kopfballbereiten Steffi Jones. Ines Österle im Hintergrund kann erleichtert durchatmen | |
zeigte einfach Klassereflexe, wobei ihr zugute kam, dass viele Schüsse fast genau auf sie zu kamen, während die anderen Bälle dafür knapp vorbei gingen. ![]() Kerstin Garefrekes, hier gestoppt von Alexandra Stegmann, sorgte wieder einmal für viel Gefahr über den rechten Flügel 33. Spielminute, Fußabwehr Brunner gegen die von Prinz hervorragend freigespielte Wimbersky - 34. Minute, Bartusiak flankt von rechts, Smisek verlängert mit dem Kopf auf Renate Lingor, Flachschuss, gehalten von Brunner. So ging es Schlag auf Schlag weiter. Trotz vieler weiterer Chancen dauerte es aber bis zur 40. Minute, ehe der Knoten platzte. Es war eine von vielen Traumkombinationen, die Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig in der Pressekonferenz nur mit dem Wort „geil” kommentieren konnte: Garefrekes von rechts auf Wimbersky, volley genommen, keine Chance für Brunner. Gleich danach der nächste Super-Angriff: Smisek von links auf Wimbersky, weiter zu Prinz, doch deren Schuss landet wieder in den Armen von Brunner. Doch schon in der nächsten Minute die nächste Traumkombination, diesmal Garefrekes über Wimbersky auf Smisek, und schon steht es 2:0 für Frankfurt. ![]() ![]()
Mit der Hand war Marisa Brunner noch am von Renate Lingor fest und platziert getretenen Elfmeter, doch der Ball war nicht zu halten Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts an der Frankfurter Überlegenheit. Kopfball Garefrekes ganz knapp vorbei, Schuss Smisek vorbei, Bartusiak mit links knapp vorbei, Direktabnahme Lingor drüber. Dann verwandelte Lingor einen Elfmeter (Foul an Wimbersky an der Strafraumgrenze), und Brunner warf sich wiederholt in gefährliche Flanken, parierte Schüsse auf ihren Kasten, fischte einen Kopfball von Smisek noch aus dem kurzen Eck. In der 65. Minute durfte Frankfurts Keeperin Uschi Holl dann erstmals in diesem Spiel einen Schuss von Julia Zirnstein aus großer Entfernung fangen, was ihr keine Mühe bereitete. Praktisch im direkten Gegenzug fiel das 4:0 durch Prinz nach Vorarbeit von Wimbersky. |
Es war also zwar kein spannendes, aber ein ansehnliches Spiel auf hohem technischen Niveau (zumindest auf Frankfurter Seite). Beide Trainer wie gesagt zufrieden. Doch der wahre Leistungsstand beider Teams wird sich erst nächste Woche zeigen. Freiburg wird zeigen müssen, dass man gegen Rheine auch in der Lage ist, selber nach vorne zu spielen und dabei trotzdem noch sicher in der Abwehr zu stehen. Frankfurt wird zeigen müssen, dass man auch gegen schwerere Gegner noch genauso gut kombinieren kann wie heute, wo die größte Schwierigkeit eigentlich der holprige Platz war, und seine Chancenausbeute mal wieder steigern müssen. Weder für Freiburg noch für Frankfurt werden die kommenden Aufgaben Selbstläufer werden.
Das 4:0 durch Birgit Prinz: Prinz stoppt das Zuspiel von Petra Wimbersky mit der Brust und zieht ab, ohne dass Freiburgs Verteidigerin Jeanne Haag eingreifen kann
1. FFC Frankfurt
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