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1. Bundesliga, 14. SpieltagBeste Saisonleistung im Spitzenspiel1. FFC Frankfurt - FCR Duisburg 3:0 (1:0) | ||
Text von Tom Schlimme25.3.2007 Da sein, wenn es drauf ankommt, das war das Motto dieses mit Spannung erwarteten 14. Spieltages der Frauenfußball Bundesliga, der das Aufeinandertreffen der beiden mit weitem Abstand die Tabelle anführenden Mannschaften aus Frankfurt und Duisburg auf dem Plan hatte. Da waren 2130 Zuschauer, Rekordkulisse für ein Bundesligaspiel am Brentanobad in dieser Saison, da waren Bundestrainerin Silvia Neid und der extra mit einer früheren Maschine von der WM-Quali der Männer aus Prag eingeflogene DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger. Da war vor allem auch die Mannschaft des 1. FFC Frankfurt, die von der ersten Minute an mit Kampf, Einsatz und sichtlich hoher Konzentration eine Klasseleistung bot, sicherlich die beste Saisonleistung zumindest in einer Heimpartie, wo sich der FFC Frankfurt in dieser Saison häufig schwer getan hatte. Da, das war auch die Mannschaft des FCR Duisburg, aber mehr im Sinne von anwesend. Das junge Team um routinierte Hochkaräter wie Inka Grings und Sonja Fuss versteckte sich nicht und versuchte, dagegenzuhalten. Aber mit wenig Fortune.
Die Entstehung des wichtigen 1:0: Birgit Prinz jagt Elena Hauer den Ball an der Mittellinie ab, setzt sich dann gegen Annike Krahn (Nr. 13) durch, verlädt Keeperin Kathrin Längert und passt zu Petra Wimbersky, die ins leere Tor einschieben kann Im Mittelfeld waren die Hausherrinnen vom Main deutlich überlegen und fast immer einen Schritt schneller am Ball. Ihre Zuspiele kamen präziser als die der Duisburgerinnen, die Angriffe der Frankfurterinnen stachen immer wieder in die Duisburger Abwehr, und die Frankfurter Abwehr ließ außer zwei allerdings wirklich guten Kopfballchancen für Inka Grings im ganzen Spiel keinen richtigen Schuss aufs Frankfurter Tor zu. Schneller, spritziger, ehrgeiziger, das waren nicht die jungen Wilden aus Duisburg, das waren die dazu noch routiniert und abgeklärt auftrumpfenden Frankfurterinnen. So übte dann hinterher auch Inka Grings deutliche Kritik an ihren Mitspielerinnen, indem sie äußerte, bei einigen habe die Einstellung nicht gestimmt. Allerdings muss man sagen, dass auch Grings selber nicht ihren besten Tag erwischt hatte. |
Von Renate Lingor steil geschickt, zieht Petra Wimbersky hier ab zum 2:0 für Frankfurt. Annike Krahn bekommt den Fuß nicht mehr dazwischen | |
Duisburgs Trainer Thomas Obliers trauerte dann auch in der Pressekonferenz der Riesenchance für Grings aus der 20. Minute hinterher. Da hatte Patricia Hanebeck von links eine wunderbare Flanke hoch in den Strafraum gezogen, die sich punktgenau auf den Kopf von Grings senkte. Diese stand nur wenige Meter vor dem Frankfurter Tor, hätte sich die rechte oder die linke Ecke aussuchen können, doch ihr Kopfball ging genau auf die in der Mitte stehende Frankfurter Keeperin Uschi Holl. Hätte Grings hier verwandelt und hätte Elena Hauer sich nicht in der 34. Minute an der Mittellinie von Birgit Prinz den Ball abnehmen lassen, woraus das 1:0 resultierte (siehe Bilder), es wäre ein anderes Spiel geworden, erklärte Obliers. Doch man darf nicht vergessen, dass es einer Spielerin von der Klasse einer Birgit Prinz bedarf, so eine Chance mit einem Sololauf gegen Nationalabwehrspielerin Annike Krahn dann auch zum Torerfolg umzusetzen. Man darf die Klasse einer Renate Lingor nicht unterschätzen, die von Spiel zu Spiel wieder fitter werdend den Ball zum 2:0 einfach genial steil in die Gasse auf Petra Wimbersky spielte. Und man darf die Kaltschnäuzigkeit und Cleverness einer Petra Wimbersky nicht unterschätzen, die solche Chancen dann auch souverän nutzt. ![]() Duisburgs Innenverteidigerin Elena Hauer stört hier Judith Affeld, die ein gutes Spiel links in der Viererkette machte und oft so wie hier nach vorne ging. Das 3:0 fiel dann auch nach einem Spielzug wie aus dem Lehrbuch: schneller Konter, Lingor schickt mit einem präzisen Steilpass die gerade erst eingewechselte Pia Wunderlich auf links, diese in die Mitte - Wimbersky, Tor, abjubeln. Solche Spielzüge hat man in dieser Saison auch schon von Duisburg gesehen, doch jeder spielt nur so gut, wie es der Gegner zuläßt, und an diesem Tag war Frankfurt ein Gegner, der selber spielte, nicht mit sich spielen ließ. ![]() Renate Lingor brauchte einige Spiele, um ihre verletzungsbedingte Zwangspause hinter sich zu lassen, doch langsam findet sie zu alter Leistungsstärke zurück! Dabei nutzten auch die Frankfurterinnen längst nicht alle Chancen. Schon in der 8. Minute spielte Prinz in den Lauf von Wimbersky, Duisburgs Keeperin Längert kam dieser entgegen, Wimbersky schoss aufs lange Eck, doch der Ball ging knapp vorbei. Nur eine Minute später konnte Längert den Ball gerade noch vor Prinz erwischen, die von Sandra Smisek angespielt worden war. In der 21. Minute war es Hauer, die gerade noch klären konnte, als der Ball von Kerstin Garefrekes hoch auf den langen Pfosten in den Duisburger Strafraum flog und von Prinz dann zur einschussbereiten Wimbersky weitergeleitet wurde. |
Duisburg hatte eine starke Phase nach dem 2:0 - Rückstand, als sich die Mannschaft noch einmal aufbäumte und die Frankfurterinnen zeitweise am eigenen Strafraum einschloss. „Ihr müßt euch freispielen” schrie Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks da besorgt auf den Platz, und seine Spielerinnen erlösten dann ihren Trainer und die Fans tatsächlich, indem sie sich nach etwa 10 Minuten von dem Duisburger Druck wieder befreiten. In diese Duisburger Druckphase fiel dann auch die zweite große Chance für Grings, deren Kopfballtorpedo aus kurzer Entfernung von Uschi Holl mit einem Weltklassereflex zur Ecke gelenkt wurde. (Der Kopfball kam, wie im Fernsehen zu erkennen, doch von Grings und nicht, wie von einigen in der Pressekonferenz vermutet, von Tina Wunderlich). ![]() Duisburgs Keeperin Kathrin Längert erwischt hier den Ball mit der Faust noch vor Kerstin Garefrekes. Ich fand die Leistung von Längert insgesamt gut, auch wenn ihr im Fernsehen eine Mitschuld am zweiten Tor gegeben wurde, doch was soll sie machen, wenn Wimbersky frei vor ihr auftaucht! Insgesamt ein verdienter, vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallener Sieg der Frankfurter Elf, die einfach doch noch ein ganzes Stück reifer und schlicht besser wirkte als das junge Team aus Duisburg. Ist die Meisterschaft jetzt entschieden? Ich meine, wenn Frankfurt in jedem Spiel so spielt wie heute, dann ja. Nur bezweifle ich, dass diese Leistung durchgehend abrufbar ist. Ausrutscher sind immer drin, und deswegen ist für mich bestenfalls eine kleine Vorentscheidung gefallen. ![]() Auf Frankfurter Seite war Jubeln angesagt. Hier gratuliert Renate Lingor der dreifachen Torschützin Petra Wimbersky
1. FFC Frankfurt
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