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1. Bundesliga, 10. Spieltag

Frankfurt wieder in der Spur

1. FFC Frankfurt - SC 07 Bad Neuenahr 2:1 (1:0)

Text von Tom Schlimme

11.12.2006   Nachdem Frankfurt am Spieltag zuvor in Hamburg überraschend gepatzt und zwei wichtige Punkte gelassen hatte, konnte man dem Spitzenspiel zwischen dem Zweiten und Dritten der Tabelle recht gespannt entgegensehen. Doch in einer recht niveauvollen Begegung setzte sich dann doch der Favorit aus Frankfurt durch, wobei die Spielerinnen aus Bad Neuenahr aber beweisen konnten, nicht ohne Grund so weit oben in der Tabelle zu stehen.

Der Spielbeginn gehörte den Hessinnen. Schon nach 50 Sekunden kam Sandra Smisek, die nach ihrer prüfungsbedingten Pause das Frankfurter Angriffsspiel deutlich belebte, zu einer Flanke von links, die Kerstin Garefrekes, in Hamburg ebenfalls schmerzlich vermißt, aus drei Meter Entfernung im Tor von Kerstin Wasems unterbrachte. Nur wenige Minuten später wackelte dann die Latte des Bad Neuenahrer Tores nach einem hohen Ball von Smisek.

Kerstin Garefrekes und Sandra Minnert

Kaum wiedergenesen, schon Torschützin: Kerstin Garefrekes, hier gegen Sandra Minnert, zeigte, wie wichtig sie für den 1. FFC Frankfurt ist

Bild: Nora Kruse

Dann jedoch begannen die Bad Neuenahrer Stürmerinnen, die Frankfurter Abwehrspielerinnen schon beim Spielaufbau empfindlich zu stören, und auch im Mittelfeld gingen die schnell und spritzig wirkenden Spielerinnen aus Bad Neuenahr so energisch dazwischen, dass die Frankfurterinnen ihre liebe Mühe bekamen. So kam dann auch Bad Neuenahr zum Lattentreffer: Nach einer schnellen Balleroberung in der Frankfurter Hälfte konnte Frankfurts Torhüterin Silke Rottenberg einen Schuss nur abblocken, den Nachschuss setzte Isabell Bachor an die Latte.

Sandra Smisek und Anne-Kathrin Sabel

Sandra Smisek brachte frischen Wind in das Frankfurter Angriffsspiel. Hier schirmt sie den Ball vor Anne-Kathrin Sabel ab

Bild: Nora Kruse

Nach ca. 20 Minuten mußte auf der anderen Seite Bad Neuenahrs Keeperin Kerstin Wasems im Herauslaufen vor Petra Wimbersky klären. Wenig später jubelte das Frankfurter Publikum, als nach einem flach geschossenen Freistoß von Wimbersky der Ball im Tor zu sein schien, doch da täuschte der Winkel, der Schuss ging ans Außennetz. Frankfurt kam noch zu zwei weiteren Chancen, erst lenkte Wimbersky den Ball mit dem Kopf zu Smisek, deren Schuss jedoch von Wasems gehalten wurde, dann ging ein Kopfball von Garefrekes nach einer Ecke über das Tor.

Petra Wimbersky und Lena Goeßling

Lena Goeßling (rechts), zu Beginn der Saison vom Zweitligisten Gütersloh zu Bad Neuenahr gewechselt, hat sich gut in der ersten Liga eingelebt. Hier setzt sie sich mit Petra Wimbersky auseinander

Bild: Nora Kruse

Bad Neuenahr wirkte jedoch ebenfalls immer gefährlich. Zwar waren die Spielerinnen von Trainer


Lydia Neumann

Lydia Neumann, hier gegen Judith Affeld am Ball, bereitete durch ihren schnellen Antritt das zwischenzeitliche Ausgleichstor für Bad Neuenahr vor

Bild: Nora Kruse

Didi Schacht, der heute nicht lauter agierte als man es von vielen anderen Trainern gewöhnt ist, weniger oft und vor allem weniger lange in Ballbesitz, aber wenn sie den Ball hatten, ging es blitzschnell nach vorne, eine Taktik, die in der ersten Hälfte zwar keine großen Chancen mehr erbrachte, aber angesichts der hohen technischen Fähigkeiten, die speziell Celia Okoyino da Mbabi und Isabell Bachor präsentierten, sehr erfolgsversprechend aussieht.

So ging es mit der knappen Führung für Frankfurt in die Pause. Nach Wiederanpfiff gehörte die erste Aktion wieder den Hessinnen: Wimbersky konnte sich durchsetzen und einen gefährlichen Querpass auf die heute verhältnismäßig unauffällige Birgit Prinz spielen, den Bad Neuenahrs Abwehrchefin Sandra Minnert gerade noch zur Ecke abgrätschen konnte.

Petra Wimbersky und Eva Augustin

Hier ist Eva Augustin einmal vor Petra Wimbersky am Ball. Häufig war es aber umgekehrt

Bild: Nora Kruse

Nachdem Steffi Jones einen Kopfball am Tor von Bad Neuenahr vorbei gesetzt hatte und ein weiterer Kopfball von Garefrekes noch von der Linie gekratzt werden konnte, kam wie so oft im Fußball die Strafe für die vielen von den Frankfurterinnen ausgelassenen Chancen: Lydia Neumann überlief auf rechts die ansonsten sicher stehende Jones, gab in die Mitte zu Sandra Albertz, der Schuss der ehemaligen Frankfurterin wurde abgeblockt, der Ball im Besitz der Abwehr, doch nur kurz, Okoyino da Mbabi kommt zum Schuss, und auf einmal steht es 1:1 unentschieden.

Celia Okoyino da Mbabi

Celia Okoyino da Mbabi schoss das Tor für Bad Neuenahr und machte ein gutes Spiel. Hier wird sie von Saskia Bartusiak (links) und Louise Hansen, die am Frankfurter Siegtreffer maßgeblich beteiligt war, angegriffen

Bild: Tom Schlimme

Frankfurt wirkte jedoch nicht geschockt, spielte gut weiter, kam zu einer Kopfballchance von Jones, die Wasems entschärfte, und dann zum schönsten Spielzug des Spiels. In einem Konter aus der eigenen Hälfte zeigte Wimbersky, wie schnell sie den Ball mitnehmen kann, ging links durch und spielte einen sauberen Pass zur mitgelaufenen Louise Hansen. Deren Schuss konnte Bad Neuenahrs Abwehrspielerin Marina Himminghofen kurz vor der Linie abblocken, der Ball bleibt in Frankfurter Besitz, nach rechts zu Garefrekes gespielt, die zurück in die Mitte zu Smisek, und es steht 2:1 für Frankfurt. Bad Neuenahr hatte noch eine Chance durch Bachor, die aber von Saskia Bartusiak vereitelt wurde, und Frankfurt kam noch zu einem Pfostenschuss durch Prinz, dann beendete der Schlusspfiff der sehr gut leitenden Bibiana Steinhaus die Partie.


Bad Neuenahrs Trainer Didi Schacht zeigte sich in der Pressekonferenz stolz auf seine Mannschaft, die Moral bewiesen, aggressiv in die Zweikämpfe gegangen sei und den Gegner gut unter Druck gesetzt habe. Sein Frankfurter Kollege Dr. Hans-Jürgen Tritschoks war ebenfalls zufrieden. " Ergebnis wie immer 2:1" wies Tritschoks auf das Standardergebnis des FFC gegen schwerere Gegner in dieser Saison hin. Allerdings hatte Tritschoks auch Kritik zu üben, so mit der Abwehr, die beim Gegentor im Tiefschlaf gewesen sei, und mit der mangelnden Chancen- ausnutzung. Die Winterpause sei jetzt sehr wichtig, damit die Spielerinnen sich erholen könnten. Bis jetzt habe man eine gute Saison gespielt, jetzt gelte es, im Pokalspiel gegen den SC Sand am nächsten Sonntag einen guten Jahresabschluss zu finden. Leider muss der FFC schon wieder auf die gerade erst von langer Verletzungspause zurückgekehrte Pia Wunderlich verzichten, die sich vor einer Woche in Hamburg einen Bänderriss zugezogen hat. Ich wünsche der vom Pech geplagten Pia von Herzen gute Besserung!

Silvia Neid und Didi Schacht

Nationaltrainerin Silvia Neid ließ sich die Spitzenbegegnung nicht entgehen und plauderte hinterher noch angeregt mit Bad Neuenahrs Trainer Didi Schacht

Bild: Tom Schlimme




1. FFC Frankfurt

Rottenberg - Wunderlich, Jones, Affeld (46. Künzer), Kliehm (85. Zerbe), Hansen, Bartusiak, Garefrekes, Prinz, Wimbersky, Smisek

SC 07 Bad Neuenahr:

Wasems - Himminghofen, Augustin, Minnert, Sabel, Goeßling, Schmitz, Okoyino da Mbabi, Bachor, Albertz, Neumann

Tore:
1:0 Garefrekes (1.)
1:1 Okoyino da Mbabi (63.)
2:1 Smisek (76.)

Gelbe Karten: Sabel, Schmitz

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Hannover)

Zuschauer: 1030


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