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1. Bundesliga, 20. Spieltag

Potsdam macht "zu zehnt" die Meisterschaft für Frankfurt fast klar!

FCR Duisburg - Turbine Potsdam 0:1 (0:1)

Von Andrea Vehlken

21.5.2007   Turbine Potsdam entscheidet vermutlich den Kampf um den Meistertitel endgültig. Mit einem nicht unverdienten 0:1-Auswärtssieg gegen verkrampfte Duisburgerinnen - und das in Unterzahl - wächst Frankfurts Vorsprung auf 5 Zähler. Wer will da noch zweifeln?

Potsdam legte fulminant los...das Spiel lief zunächst in Richtung Tor von Kathrin Längert, Duisburg wirkte von Anfang an seltsam gehemmt. Ein Lattenkracher von Aferdita Podvorica hätte bereits dass 0:1 bringen können.

Simone Laudehr

Für unsere Autorin steht fest: Schiedsrichterin Anja Kunick hat bei Simone Laudehr mit zweierlei Maß gemessen.

Archivfoto: Heinz Günter Sporkel

Erst nach einer Viertelstunde fing sich Duisburg etwas. Im Mittelpunkt stand dabei desÖfteren Simone Laudehr. Nach einer von einigen fragwürdigen Entscheidungen der Schiedsrichterin Anja Kunick, als sich ihre Potsdamer Gegnerin eindeutig aufstützte und Laudehr sich beschwerte, erhielt diese die gelbe Karte. Wenig später wurde erneut Laudehr böse gefoult - die Übeltäterin bekam von der Schiedsrichterin aber nur eine Verwarnung. Hier wäre eine gelbe Karte sicher deutlich passender gewesen.

Aferdita Kameraj

Aferdita Kameraj sah die gelb-rote Karte.

Archivfoto: Jan Kuppert

Das Spiel wurde zerfahrener, bot kaum Chancen und war optisch nun ausgeglichen. Aferdita Kameraj erhielt nach bösem Foul an Anne van Bonn in der 25. Minute zurecht die gelbe Karte. Eben jene sah nach wieder einem Foul an Simone Laudehr zum zweiten Mal gelb und somit in der 34.Minute die berechtigte gelb-rote Quittung. Bis dahin wirkte Potsdam nach vorne gefährlicher als Duisburg. Erst jetzt kam Duisburg zu seiner ersten echten Chance durch wiederum Laudehr, die aber mit einem harmlosen Kopfball abschloss, der kein Problem für die sichere Nadine Angerer darstellte.


Aferdita Podvorica

Auch gestern hatte Torschützin Aferdita Podvorica wieder allen Grund für ein Tänzchen.

Archivfoto: www.bawue-loewen.de

Ihr Gegenüber, Kathrin Längert, bis dahin fehlerfrei, schaffte es fast, sich selber den Ball ins Netz zu legen - in letzter Sekunde konnte sie ihren Fehler aber noch korrigieren und den Ball von der Linie kratzen. In der 37. Minute dann musste Nationalspielerin Anja Mittag verletzungsbedingt den Platz verlassen. Sie wurde durch Conny Pohlers ersetzt. Kurz vor der Halbzeit schließlich scheiterte Verena Hagedorn freistehend vor Angerer und verpasste die Führung.

Inka Grings

Inka Grings fehlte dem Duisburger Spiel gestern sichtlich - doch reicht das als Erklärung?

Archivfoto: Heinz Günter Sporkel

Trotz der Chance und der zahlenmäßigen Überlegenheit fand Duisburg keine Sicherheit: im Gegenteil. So ist es Annike Krahn, die im "16er" foult, und Potsdam erhält berechtigt einen Elfmeter mit dem Schlusspfiff zur ersten Halbzeit. Podvorica verwandelt zum 0:1, auch wenn Längert die Ecke ahnt und fast dran ist.

Zur zweiten Halbzeit machte Duisburg jetzt das Spiel - aber selbst dickste Chancen durch Laudehr, Fatmire Bajramaj und Hagedorn wurden nicht genutzt oder landeten in den Armen von Angerer. Potsdam wirkte weiterhin gefährlich und kämpfte aufopferungsvoll.

Fast wäre ihnen sogar das 0:2 gelungen - allerdings wurde im Gewühl des Strafraums zurecht wegen eines Foulspiels an Längert abgepfiffen. Duisburg fehlten ganz deutlich Vollstreckerin Inka Grings und die länger Verletzte Jennifer Oster, die mit ihren Flanken zuletzt immer für Gefahr gesorgt hat. Deswegen um so weniger verständlich, warum Trainer Thomas Obliers die bis dahin einzig über außen spielende Corinna Schröder gegen Vanessa Martini auswechselte.

Es gab allerdings weiter Chancen für Laudehr und auch für Krahn, die ihren Fehler wieder gutmachen


wollte. Aber Potsdam gab trotz oder gerade wegen der Unterzahl alles. Am Ende siegten sie nicht unverdient. Duisburg nutzte seine Chancen nicht und Potsdam hat sicher höchsten Respekt für diese kämpferische Leistung verdient.



Anja Mittag

Anja Mittag musste schon vor der Pause verletzungsbedingt ausgewechselt werden und hatte gestern nur als Beobachterin Grund zum Jubeln.

Archivfoto: Jan Kuppert

Möglicherweise war Duisburg schon zu viel mit dem DFB-Pokalfinale am Samstag gegen den 1. FFC Frankfurt beschäftigt und hatte die noch mögliche Meisterschaft nicht mehr wirklich im Blick - man hatte von Anfang an das Gefühl, dass heute nichts gehen würde für Duisburg.



FCR Duisburg

Längert - van Bonn, Krahn, Fuss, Hauer - Schröder (83. Martini), Hagedorn, Hanebeck, Kiesel (77.Weber) - Laudehr, Bajramaj

Turbine Potsdam

Angerer - Kuznik, Schlanke, Peter, Kameraj - Draws, Zietz, Podvorica (87.Min Schiewe)- Kerschowski, Mittag (42.Pohlers), Schmidt (67.Hagemann)

Tore:
0:1 Podvorica (45./FE)

Gelbe Karten: Hanebeck, Laudehr, Krahn, Fuss

Gelb-rote Karte: Kameraj

Schiedsrichterin: Anja Kunick (Lissa)

Zuschauer: 1.100


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