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1. Bundesliga, 11.Spieltag

Wasserschlacht in Essen

SG Essen Schönebeck - VFL Wolfsburg 2:1 (1:1)

Text und Bilder Heinz Günter Sporkel

1.3.2007   Der Ball rollt wieder. Die Frauenfußball Bundesliga hat ihre Hinrunde am letzten Sonntag abgeschlossen. Zum Ende der Winterpause erlebten beide Teams noch einmal alle Facetten, die einem das Wetter so bietet. Am Ende gewann die SG Essen Schönebeck sicherlich etwas glücklich das Spiel gegen den Aufsteiger aus Wolfsburg.

Vorfreude war allen Spielerinnen anzumerken. Zumindest den Spielerinnen, die auch wirklich spielen konnten. In der Winterpause war der Verletzungsteufel zu Gast an der Ardelhütte. Ersatztorhüterin Monique Langpohl erlitt im Training einen Bänderriss. Ersatz ist Melanie Höffkes, vielen Frauenfußballfreunden sehr bekannt. Weiterhin noch nicht auf dem Spielfeld, aber bald wieder dabei Stephanie Weichelt. Die quirlige Offensivspielerin wird an allen Ecken vermisst. Angeschlagen auch Jennifer Balkenhol und Sabrina Duhme. Ralf Agolli musste reagieren und beorderte Ersatz aus der zweiten Mannschaft. So war Danny Arndt direkt von Spielbeginn an dabei. Nadia Gäggeler und Silke Tancyus durften in der zweiten Halbzeit ran, alle immerhin Spielerinnen mit Bundesligaerfahrungen. Positiv, dass nach der zweiten schweren Kreuzbandverletzung Sandra Deilmann wieder mit dabei war.

Cristiane beim Elfmeter

Elfmetertor durch Cristiane

Die Wolfsburger Führung: Cristiane (Nr. 18) ließ Essens Torhüterin Steffi Löhr keine Chance beim Elfmeter

Der VFL Wolfsburg war am Anfang besser im Spiel und machte Druck. Martina Müller bewies ihre Klasse. Eine tolle Spielerin, auch wenn sie heute keinen Torerfolg verzeichnen konnte, Müller war immer brandgefährlich. Die erste dicke Tormöglichkeit hatte allerdings Jennifer Horwege für den VFL. Doch ohne Erfolg. Erfolg hatte dann das nahende Gewitter. Dicke Regenschauer mit anschließendem Hagelguss sorgten für eine fünfminütige Pause.

In der 24. Spielminute dann ein Pfiff von Schiedsrichterin Beck aus Magstadt. Steffi Schubert hatte im Strafraum Martina Müller zu Fall gebracht. Cristiane ließ sich die Möglichkeit nicht nehmen und erzielte die Führung für den Gast.

Drei Minuten später eine Galavorstellung von Linda Bresonik mit einem genialen Zuspiel auf Melanie Hoffmann. Deren Hammer aus ca. 20 Meter Entfernung brachte den schnellen Ausgleich für Essen. Müller brachte Essen’s Torhüterin Steffi Löhr in Bedrängnis. Elegant schlug die Torhüterin über das runde Leder. Doch der Ball kullerte am Tor vorbei. Sicherlich birgt ein glitschiger Boden gerade für die Torhüterinnen immer einen Gefahrenherd. Linda Bresonik knallte einen Freistoß auf die Latte. Zur Pause stand es leistungsgerecht also 1:1. Allerdings wirkte die Heimmannschaft doch gehemmt und der VFL Wolfsburg bissiger in seinen Aktionen.


Linda Bresonik

Essens Nationalspielerin Linda Bresonik (links) bereitete das erste Tor durch Melanie Hoffmann vor und erzielte dann den Siegtreffer selber. Im Hintergrund Essens Kapitänin Stephanie Schubert, rechts Cristiane, die mit einem Elfmetertor die Führung für wolfsburg besorgt hatte

In der zweiten Halbzeit wurde dann trotz der Wasserschlacht im Stadion "Am Hallo" den Zuschauern anständiger Fußball geboten. Die Aktionen der Heimmannschaft wurden zielstrebiger. Doch Wolfsburg war immer gefährlich und keinen Deut schlechter. Linda Bresonik wurde dann zum MIP für die Schönebecks. In der 63. Spielminute knallte die Wiedernationalspielerin das runde Leder auf das VFL Tor. Doch Stephanie Ulrich mit einer Glanztat.

Britta Carlson

Ungewohntes Bild: Britta Carlson in ihrem ersten Spiel im Trikot des VFL Wolfsburg

Drei Minuten später dann das 2:1 für Essen. Charline Hartmann spielte Richtung VFL-Gehäuse. Die Abwehr diesmal nicht im Bilde und Linda Bresonik sagte danke zur Essener Führung. Charline Hartmann haute noch einmal einen aufs Holz und auch Silke Tancyus vergab eine Riesenmöglichkeit.

In der Schlussphase hatten dann noch Paula und Cristiane für den VFL Wolfsburg die Möglichkeit, einen Punkt zu entführen. Immer wieder wirbelte auch Martina Müller, doch es half alles nichts. Die SG Schönebeck gewann am Ende mit etwas Glück 2:1 trotz der Verletzungsliste.


Bernd Hunecke, der Trainer des VFL Wolfsburg, haderte in der Pressekonferenz noch den Möglichkeiten zum Punktgewinn nach. Ralf Agolli war zufrieden mit seinen Mädels. Trotz vieler Ausfälle ein Sieg, nun hat man die Möglichkeit, sich oben weiter festzubeißen. Der Gast muss trotz eines starken Kaders aber „noch“ nach unten schauen. Allerdings sollte man mit diesen Leistungen in der Lage sein, die Klasse zu halten. Ansonsten werden die Bemühungen Richtung Verpflichtungen aus Potsdam wohl fehlschlagen.

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Spiel mit viel Einsatz: Hier trennt Wolfsburgs Kaptitänin Andrea Wilkens Essen Linda Bresonik sauber vom Ball


SG Essen-Schönebeck

Löhr - Mpalaskas, Chojnacki, Schubert, van Kampen (46. Deilmann), Kowalik, Bresonik, Arndt, Kothe (64. Tancyus), Hoffmann, Hartmann (85. Ganser)

VFL Wolfsburg

Ullrich - Carlson, Mohs, Tetzlaff, Brendel (70. Pezzato), Bock, Unzeitig (77. Paula), Wilkens, Christiane, M. Müller, Horwege (67. Kazubski)

Tore:
0:1 Christiane (24.)
1:1 Hoffmann (27.)
2:1 Bresonik (64.)

Gelbe Karte: Tetzlaff

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: 750


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