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1. Bundesliga, 9. Spieltag

Kopfballsache

SG Essen Schönebeck - FC Bayern München 3:0 (2:0)

Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel

5.12.2006   Zum letzten Bundesliga Hinrundenspiel „Am Hallo“ gab der FC Bayern München seine Visitenkarte ab. Das Team von Sissi Raith zieht immer wieder die Massen nach Schönebeck. Für das Team um Ralf Agolli eine tolle Sache. So konnte man wieder Werbung für den Frauenfußball machen und danach die Spielerparty genießen.

In den letzten Tagen haben sich einige Dinge bei der SG Schönebeck ereignet. Das erste Törchen im Essener Adventskalender gehört einer Spielerin, die in Essen wieder zur alten Stärke fand. So bekam Linda Bresonik eine Einladung zum A-Nationalmannschafts Lehrgang nach Köln. Linda ist happy und will die Chance nutzen. Diese Möglichkeit hat sich Bresonik nach ihren Leistungen in den vergangenen Wochen verdient. Das zweite Törchen ist für viele SGS Fans bitter. Stefanie Schubert - drei Jahre Spielführerin bei der SG Schönebeck - macht Ende der Saison endgültig Schluss. Die beste Abwehrspielerin des Vereins kann aus beruflichen Gründen das Pensum nicht mehr erfüllen. Marketing Chef Andreas Kuhn will aber diese Lücke auf alle Fälle schließen. Sportlich ist dies sicher möglich, nur menschlich verliert der Klub eine Spielerin, die für den Frauenfußball in Essen alles gegeben hat und bis zum Saisonende geben wird.

Charline Hartmann und  Carmen Roth

Traten häufiger paarweise auf: Essens Goalgetterin Charline Hartmann (rechts), die heute torlos blieb, und Münchens Carmen Roth

Das dritte Tor im Adventskalender ist ein Kalender selbst. Die SG Schönebeck hat einen hervorragenden Kunstkalender für das Jahr 2007 herausgebracht. Tolle Fotos von den Spielerinnen von einem Profi-Fotografen hervorragend in Szene gesetzt. Die Menschen am Fanstand waren begeistert.

Mandy Islacker

Bayerns Julia Kremser beim Einwurf, beobachtet von Mandy Islacker, die leider verletzt ausgewechselt werden mußte. Rechts im Hintergrund Schiedsrichterin Riem Hussein, die zusammen mit ihren Assistentinnen Silke Lüken und Schiedsrichter Urgestein Monika Fornacon eine erstklassige Leistung bot!

1312 Zuschauer wollten das Spiel "Am Hallo" sehen. Auch bei den übelsten Wetterbedingungen standen die Zuschauer wie eine Wand zu ihrem Klub - dem FC Bayern München !!! So ging diesmal die Fanwertung nicht an die SG Schönebeck. Eindrucksvoll, wie das Gäste-Team nach vorne gepeitscht wurde. Grund für die Auswärtskulisse beim Essener Heimspiel: Manager Willi Wißing hatte die zahlreichen Fanklubs des FCB im Ruhrgebiet zu ermäßigten Preisen eingeladen. Eine offensichtlich erfolgreiche Idee, mit der auch andere Vereine den Frauenfußball allgemein bekannter machen könnten, denn Bayern-Fanclubs gibt es nicht nur im Ruhrgebiet!

Beide Mannschaften begannen forsch. Charline Hartmann erzielte den ersten Treffer für Essen, doch der Treffer zählte wegen Abseits nicht. Mirja Kothe, für die angeschlagene Karina Hellmann wieder in der Mannschaft, brachte viel Schwung über ihrer linken Seite. Eine Traumflanke in den Strafraum köpfte Marlene Kowalik zur 1:0 Führung ein. Trotzdem waren beide Teams gleichwertig. Der FC Bayern zeigte sich vom Rückstand nicht geschockt. So setzte sich Bayerns Schweizer Nationalstürmerin Vanessa Bürki einmal technisch stark gegen Carina Chojnacki durch, doch bei Stefanie Löhr war Endstation.


Bianca Rech

An ihrer Einstellung lag es nicht: Bayerns Antreiberin Bianca Rech, hier mit dem Ball mal in der Hand statt am Fuß. Links ihre Mannschaftskollegin Nicole Banecki, rechts Essens Carina Chojnacki und ganz rechts Essens Abwehr-Urgestein Steffi Schubert, die aus beruflichen Gründen nach dieser Saison mit dem Fußball aufhören muss

Linda Bresonik dann mit einem wuchtigen Schuss in der 26. Spielminute, doch Bayerns Keeperin Ulrike Schmetz verhinderte den Deep Impact.

Das 2:0 in der 39. Spielminute. Ein Eckball von Melanie Hoffmann fand ihren Abnehmer mal wieder in Marlene Kowalik. Ein Kopfball wie zu Horst Hrubesch Zeiten, und der Ball lag im Netz. Bei der Ecke sahen die Abwehr und auch Torhüterin Ulrike Schmetz nicht allzu glücklich aus. Der Halbzeitpfiff war eine Erlösung von der Dauerdusche im Freien. Die SG Schönebeck führte 2:0, von den Spielanteilen eindeutig ein Tor zu hoch.

Marlene Kowalik und Vanessa Bürki

Essens Stürmerin Marlene Kowalik (links) hier mal defensiv gegen Vanessa Bürki

In der zweiten Halbzeit hatte der FC Bayern München mehrfach die Chance, das Ergebnis zu verkürzen. Daniela Leonbacher, am Mittwoch gegen Rheine beim 2:1 Sieg Doppel Torschützin, scheiterte in der 50. Spielminute an Stefanie Schubert. Dann kam das Duell Sandra de Pol gegen Stefanie Löhr. Zweimal scheiterte die Spielerin freistehend an Essens Torhüterin. Die erste Möglichkeit vergab sie kläglich (57.Spielminute). Sechs Minuten später musste Steffi Löhr ihr Können aber deutlich zeigen. In diesen Minuten vergab Bayern die Möglichkeit, die SGS zu ärgern. Ein Fleisskärtchen ging auch in diesem Spiel an Bianca Rech. Rech versuchte immer wieder, das Spiel ihrer Bayern nach vorne zu treiben, doch am Ende ohne Erfolg.

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Essens Torhüterin Steffi Löhr machte eine gute Partie. Hier hat sie den Ball sicher vor Vanessa Bürki

In der 67. Spielminute dann der Schlusspunkt durch Linda Bresonik. Eine Maßflanke von Charline Hartmann und wieder ein Kopfball an Schmetz vorbei ins Tor. Drei herrliche Flanken, drei schöne Kopfballtore - da können sich so manche Bundesligamannschaften der Herren eine Scheibe abschneiden. Das Spiel war entschieden. Essen gewann verdient, aber für mich zu hoch 3:0. Die SGS hat die Fehler der Bayern Abwehr gnadenlos ausgenutzt. Umgekehrt konnten Münchens Stürmerinnen ihre Möglichkeiten nicht nutzen, woran auch die starke Keeperin Löhr ihren Anteil hatte. Die Pressekonferenz fand diesmal in der Sporthalle Am Hallo statt. Dort wurde eine kleine Feier für die Spielerinnen und Sponsoren sowie Ehrenamtliche und Helfer des Vereins ausgerichtet. Der FC Bayern erschien auch mit seiner Mannschaft. Allerdings nur kurz,


um ca. 19 Uhr mussten die Mädels in Köln wieder im Flieger sitzen - Rückflug München.

Sissy Raith, die Trainerin des FC Bayern München, zeigte sich nach dem Spiel unzufrieden mit der Einstellung der meisten ihrer Spielerinnen. Die Tore seien aufgrund schwerer individueller Fehler möglich geworden, die aus mangelnder Abstimmung und Einstellung resultierten. Beim dritten Tor seien sechs Bayernspielerinnen gegen zwei Essenerinnen nicht in der Lage gewesen, den Treffer zu verhindern, im Mittelfeld hätte Bayern mit fünf Spielerinnen ein nominelles Übergewicht gehabt, ihr seien es aber meist nur wie zwei Spielerinnen vorgekommen. Über diese Einstellung werde noch intern zu reden sein.

Essens Trainer Ralf Agolli lobte seine Mannschaft dafür, die Niederlage in Duisburg gut weggesteckt zu haben. Sie könnten den Blick weiter nach oben richten und stolz auf die in der Hinrunde gezeigte Leistung sein. Entscheidend für das Spiel heute sei der Gewinn der wichtigsten Zweikämpfe gewesen und dass die Tore zum richtigen Zeitpunkt gefallen seien. Sorgen, vor allem im Hinblick auf das Pokalspiel in Crailsheim in zwei Wochen, bereiteten Agolli die Verletzungen von Islacker und Bresonik. "mir gehen langsam die Spielerinnen aus!"

Fanbus nach Crailsheim
Die Firma "Dies und Das" in der Siemensstraße 2 möchte den Fans der SG Essen-Schönebeck die Möglichkeit geben, beim Viertelfinale gegen den TSV Crailsheim dabei zu sein. Die Kosten betragen 30 Euro (25 Euro Bus und 5 Euro Eintrittskarte). Interessenten melden sich bitte bei Harald Schubert c/o Dies und Das in der Siemensstraße 2 in Essen-Altendorf oder telefonisch unter: 0201/3601489

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Pressekonferenz: Links Münchens Trainerin Sissy Raith, in der Mitte Andreas Kuhn, Marketing Chef der SGS, rechts Essens Trainer Ralf Agolli

SG Essen-Schönebeck

Löhr - Chojnacki, Schubert, Mpalaskas, Kowalik, Bresonik (77. van Kampen), Duhme, Kothe (83. Ganser), Islacker (46. Hellmann), Hoffmann, Hartmann

FC Bayern München

Schmetz - Rech, Eder (81. Würmseer), Paukner, Kremser (63. Simic), Roth, de Pol, Baunach, Bürki, N. Banecki, Leonbacher (83. S. Banecki)

Tore: 1:0 Kowalik (9.)
2:0 Kowalik (39.)
3:0 Bresonik (67.)

Gelbe Karten: Bresonik, Chojnacki, Kothe / Roth, Eder

Schiedsrichterin: Riem Hussein (Bad Harzburg)

Zuschauer: 1312


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