Text: Von Dani Schumann Fotos: Volker Lieberum 09.10.2006
Das Spiel sollte eine Standortbestimmung sein. Die beiden Meisterschaftskandidaten 1. FFC Frankfurt und FCR2001 Duisburg trafen am 8. Oktober im Homberger PCC Stadion aufeinander. Der FCR konnte mit einem Sieg die Tabellenspitze festigen, der FFC - allerdings mit einem Spiel weniger - den Anschluss wahren.
1910 Zuschauer, unter ihnen auch die Bundestrainerin Silvia Neid, waren bei besten Fußballwetter im Stadion und sahen in der ersten Viertelstunde eine ausgeglichene Partie, in der beide Mannschaften mit Offensivfußball zu gefallen wussten und Katrin Längert die erste große Chance gegen Petra Wimbersky vereiteln konnte.
Anders sah es nach fünfzehn Minuten aus: Katrin Kliehm setzte sich auf der rechten Seite durch., sprintet mit dem in den 16 Meter Raum, spielte einen Querpass auf Kerstin Garefrekes, die den Ball nur noch einschieben muss. Nicole Bender kam einen Schritt zu spät um den Ball abzuwehren.

Kerstin Garefrekes ist schneller als der Ball, der allmählich zum 1:0 ins Netz rollt
Der FCR ließ sich durch den Rückstand nicht beirren und legte einen Gang zu. Knapp fünf Minuten nach der Führung der Gäste konnte Patricia Hanebeck eine Flanke von der rechten Grenze des 16ers in den fünf Meter Raum geben, die die herauseilende Silke Rottenberg zweimal nicht greifen konnte. Es war Pech des Gastgebers, dass keiner der Spielerinnen diese Chance verwerten konnte.
Knapp 25 Minuten waren gespielt als der FFC einen Freistoß aus etwa zwanzig Metern bekam. Lingors Schuss wurde abgeblockt, Louise Hansen reagierte am Schnellsten, aber ihr Schuss knallte an der Latte ab.
Duisburg spielte weiterhin nach vorne und wurde nach knapp einer halben Stunde belohnt. Im Durcheinander im Strafraum der Hessinnen scheitert zunächst Inka Grings an Rottenberg, bevor Hanebeck den Ball zu Jennifer Oster weitergibt, die ihn im Tor der Gäste unterbringen kann. Rottenberg und Affeld kamen jeweils einen Schritt zu spät.
Den Ausgleich konnte der FCR nur kurz genießen. In der 34. Minute setzt sich erneut Garefrekes auf der rechten Seite durch, passt zu Wimbersky, die im Lauf aus halbrechter Position ins Tor schießt. Bezeichnend war, dass der FFC für dieses Tor beinahe über das gesamte Feld laufen konnte ohne ernsthaft von einer FCR Spielerin angegriffen zu werden.

Zum Teil marschierten die Franfurterinnen, wie hier Petra Wimbersky, durch drei Duisburgerinnen (Jennifer Oster, Nicole Bender und Sonja Fuss) durch
Mit diesem Ergebnis ging es in die Halbzeit.
Sofort nach Wiederanpfiff setzte der FFC sein Angriffsspiel fort. Garefrekes setzte aus 16 Metern den Ball knapp am Tor vorbei. Kurze Zeit später flankt Birgit Prinz von links zu Garefrekes, die in der Mitte lauerte und den Ball direkt nahm, aber Längert kann den Ball halten.
In der 52. Minute kam aus der Hälfte des FFC ein langer Pass auf Wimbersky. Annike Krahn, heute völlig unter ihrer Form, kam mit dem Kopf nicht an diesen Ball. Wimbersky leitet den Ball weiter auf Prinz, die sich diese Chance nicht nehmen lässt und den Ball ins Tor schießt. Der Augenblick, der den Duisburgerinnen das Genick brach, wie ihr Trainer später sagte.
Trotz des erneuten Tores versuchte der FCR - wenn auch mit deutlich weniger Druck wie
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War das der Bruch in der Duisburger Elf? Petra Wimbresky (verdeckt) erzielt das 2:1. Kathrin Längert und Anne van Bonn schauen entsetzt dem Leder nach
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nach dem 1:0 Rückstand - dagegen zu halten. Grings wurde wegen Abseits zurückgepfiffen, es mangelte beim FCR deutlich bei der Absprache untereinander.
Dieses wurde nur sechs Minute nach dem 1:3 deutlich und schmerzhaft bestraft. Nach einem Freistoß für den FCR, den Laudehr zu Bender gibt, wird deren versuchter Rückpass von einer dazwischen sprintenden Prinz abgefangen. Die Nationalstürmerin lässt sich nicht zweimal bitten, marschiert mit dem Ball zum Tor des FCR, lässt drei Abwehrspielerinnen stehen, umtanzt sie teilweise förmlich und überwindet mit einem wunderschönen Lupfer, Marke "Tor des Monats", Längert zum 1:4.

Ungewohnt sanft lupft Birgit Prinz zum 4:1 ein, ohne das es Corina Schröder und Anne van Bonnverhindern können
Frankfurt konnte nun agieren wie sie wollten. Die überragende Garefrekes bekommt den Ball an der Mittellinie, passt auf Prinz, die bis an den 16er geht, von links den Ball quer zu Wimbersky passt und diese nutzt ihre Chance und erzielt in der 65. Minute ihr zweites Tor an diesem Tage.
Wie leider bereits gewohnt wurde im Anschluss viel über die Leistung der Schiedsrichter diskutiert, so auch über eine Szene, die sich nur zwei Minuten nach dem 1:5 abspielt. Rottenberg stieß da an der Strafraumgrenze mit Oster zusammen, die verletzt liegen blieb. Einen Pfiff vernahm man von der Schiedsrichterin jedoch nicht.
Die Tordifferenz erhöhen hätte Prinz in der 74 Minute können, jedoch scheiterte sie freistehend an Längert, die sich an den

Kathrin Längert verhinderte eine höhere Niederlage; hier scheitert Birgit Prinz an ihr.
Gegentore des Tages keine Schuld geben muss. Ohne ihre Reflexe hätte das Spiel zweistellig enden können.
Beinahe im Gegenzug vergab Laudehr, mit eine der wenigen Spielerinnen des FCR, die ihre Normalform erreichten, eine Chance indem sie den Ball am Tor

Simone Laudehr spielt Renate Lingor aus (Annike Krahn im Vordergrund)
vorbei schoss. Drei Minuten später dringt sie erneut in den 16 Meter Raum des FFC ein, will abgeben, aber Rottenberg kann klären.
Der FFC reagierte auf diese Minioffensive indem sie das machten, was sie an diesem Tage am Besten konnten: Stürmen.
Wimbersky gibt von rechts Ball nach Vorarbeit von Kliehm rein.
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Prinz in der Mitte stehend nimmt den Fall schräg im Fallen an und schlägt ihn in die Maschen des Tores. Ein weiteres Tor, das dem Anspruch "Tor des Monats" gerecht werden würde.

Birgit Prinz, mit "Piwi" und Saskia Bartusiak, war heute mit sich und der Welt zufrieden
Mit dem 1:6 revanchierte sich der FFC für die 0:4 Niederlage, die man im letzten Spiel gegen den FCR der letzten Saison hinnehmen musste und verwies den Mitfavorit auf die Meisterschaft in seine Schranken.
Dr. Hans Jürgen Tritschoks:
Heute sind zwei Meisterschaftsfavoriten aufeinander getroffen. Wir haben ein gutes Spiel gesehen, auf einem hohen Niveau, das Werbung für den Frauenfußball war. Ich kann meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen. In der 1. Halbzeit hat der FCR dagegen gehalten, wir haben in der 2. Halbzeit zugelegt. Die Zuschauer konnten schöne Tore und Kombinationen sehen.
Dietmar Herhaus:
Gratulation zum verdienten Sieg, es war ein gutes Spiel für die Zuschauer. Für den FCR war das eine schwere Stunde und eine bittere Lektion in der 2. Halbzeit. Sie hat gezeigt, wenn man bei einem Gegner wie den FFC nicht absolut konzentriert spielt, wird jeder Fehler gnadenlos ausgenutzt. Das war heute ein Paradebeispiel dafür wie eine erfahrene Mannschaft eine junge ausspielt. Meine Mannschaft hat eine Halbzeit lang gezeigt was sie kann und 90 Minuten, dass sie will. Die Mannschaft steht zusammen. Wir werden unsere Ziele nicht aus den Augen lassen, weder in der Meisterschaft noch im DFB Pokal.
FCR Duisburg:
Längert - van Bonn, Krahn, Schröder (76. F. Weber), Fuss - Oster (76. Martini), Bender (60. Odebrecht), Bajramaj, Hanebeck - Grings, Laudehr
FFC Frankfurt
Rottenberg - Kliehm, T. Wunderlich, Affeld, Zerbe - Garefrekes, Hansen (46. M. Weber), Lingor (68. Smisek), Bartusiak (84. Jannermann) -Prinz, Wimbersky
Tore:
0:1 Garefrekes (15.)
1:1 Oster (29.)
1:2 Wimbersky (34.)
1:3 Prinz (52.)
1:4 Prinz (58.)
1:5 Wimbersky (65.)
1:6 Prinz (80.)
Zuschauer: 1910
Schiedsrichter: Beck
Gelb: Bajramaj, Wunderlich
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