Text von Jasmin Gentner Fotos von Ludwig Manger 16.10.2006
Eine starke erste Halbzeit reichte dem Team des TSV Crailsheim, um im wichtigen Spiel gegen den Abstiegskonkurrenten aus Wolfsburg die ersten drei Heimpunkte der laufenden Bundesligasaison einzufahren. Crailsheim konnte sich damit mit insgesamt 6 Punkten auf Platz 8 der Tabelle hocharbeiten, während der VFL Wolfsburg außer gegen Potsdam noch kein Tor geschossen hat und mit 1:14 Toren und den drei Punkten aus Potsdam auf einen Abstiegsplatz abgerutscht ist.
Schon in der 5. Minute kam der TSV durch einen Freistoß dem Gehäuse des VFL Wolfsburg gefährlich nahe, wobei Stephanie Ullrich eine frühre Führung der Hausherrinnen verhinderte.
In der 10. Minute gab es die erste gelbe Karte des Spiels für Deniz Özer (Wolfsburg) nach ihrem harten Einstieg gegen Carolin Hörber, der fällige Freistoß getreten von Ramona Treyer flog jedoch über das Tor.
In der 12. Minute verursachten die Wölfe den ersten Eckball des Spiels für den TSV Crailsheim. Die Ecke wurde getreten von Tanja Wörle, aber die Abwehr des VFL konnte ihn entschärfen.
 Daniela Held (Crailsheim) und Martina Müller (Wolfsburg) kämpfen um den Ball. Karin Burger, Ramona Treyer, Carolin Hörber (Crailsheim) und Nathalie Bock (Wolfsburg) beobachten das Geschehen
Der Crailsheimer Druck hielt jedoch an, und nach etlichen vergebenen Torschancen erzielte nach einer Flanke von außen die völlig allein stehende Carolin Hörber den längst fällig gewordenen Führungstreffer für die Hausherrinnen.
Erst in der 28. Minute kam der VFL das erste Mal gefährlich vors Tor der Crailsheimer Torfrau Stefanie Kübler, die aber die Großchance von Nationalspielerin Martina Müller vereiteln konnte.
 Julia Manger (Crailsheim) im Zweikampf mit Sahra Freimuth (Wolfsurg)
In der 31. Minute ergab sich wieder eine gute Freistoßmöglichkeit für die Hausherrinnen ca. 20 Meter vorm Tor entfernt, aber Nadine Beck wusste den Freistoß nicht zu nutzen.
Bei Wolfsburg schien der Frust bereits jetzt tief zu sitzen, so kassierte Nathalie Bock in der 35. Minute eine Gelbe Karte, weil sie den Ball wegwarf, nach einer für sie nicht nach vollziehbaren Entscheidung von Schiedsrichterin Martina Storch-Schäfer.
Eine weitere Gelbe Karte folgte für die Wölfinnen bereits in der darauf folgenden Minute für Annelie Brendel nach einem Foul an Claudia Nußelt.
Die passende Antwort hatte Claudia Nußelt wieder nur eine Minute später, als sie nach einem Solo alleine vorm Tor der Wolfsburger Nummer 1, Stephanie Ullrich, stand und zum 2:0 einschieben konnte.
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Nach Ende ihrer Rotsperre (aus der letzten Saison) erzielte Claudia Nußelt (Crailsheim) zwei Tore. Mit auf dem Bild die Wolfsburgerinnen Inga Kappel (am Boden) und Franziska Unzeitig
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In der 42. Minute versuchte sich Anna Bornhoff mit ihrem vierten Treffer der laufenden Bundesligasaison in die Torschützenliste einzutragen, aber der Ball ging übers Gehäuse.
Dafür machte es Claudia Nußelt mit ihrem Doppelschlag zum 3:0 besser. Sie deutete nach dem Ablauf ihrer Rotsperre ihre Torgefährlichkeit an. Nicht umsonst wurde sie vereinsinterne Torschützenkönigin in der vergangenen Saison.
Dies war auch der Schlusspunkt in der ersten Halbzeit, in der der TSV Crailsheim klar dominierte und Wolfsburg völlig abgemeldet war.
 Souveräne Leistung: Schiedsrichterin Martina Storch-Schäfer (Petersberg-Marbach). Hier gibt sie Gelb für Nadine Beck nach Foulspiel
Nach dem Wechsel versuchten die Wolfsburgerinnen noch die Wende, indem sie nun mit drei Spitzen angriffen und zwei frische Kräfte ("Joker" Jennifer Horwege für Julia Pieper und Sahra Freimuth für Paula) auf den Platz brachten, aber eine wirkliche Gefahr für Stefanie Kübler war zu keinem Zeitpunkt der Partie zu spüren.
In der 59. Minute bekam Nadine Beck die Gelbe Karte nach einem Foulspiel, aber die Freistoßchance des VFL ging weit übers Tor.
 Alte Bekannte aus Frankfurt am Main nach dem Spiel: Links Deniz Özer, die vom FSV Frankfurt nach Wolfsburg gewechselt ist, rechts Julia Manger, die es vom 1. FFC Frankfurt nach Crailsheim zog
In der 62. Minute wechselte der Trainer die zweifache Torschützin Nußelt aus, die mit Applaus vom Crailsheimer Publikum vom Platz verabschiedet wurde, und versuchte mit Julia Manger noch mal frischen Wind in die Partie zu bringen.
Die weiteren Wechsel wurden in der 74. Minute, als Nadine Vogt für Hörber, und in der 77. Minute, als Birgit Müller für Anna Bornhoff eingewechselt wurden, vollzogen.
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Die letzte Chance in einer auf beiden Seiten völlig desolaten zweiten Halbzeit, in der außer den Wechseln kaum etwas passierte, hatte Müller für Wolfsburg, aber sie verfehlte das Gehäuse von Kübler knapp.
So blieb es beim 3:0 Endstand für den TSV Crailsheim, der in der ersten Halbzeit hervorragende spielte, aber in der zweiten Halbzeit mit den Wolfsburgerinnen unterging.

Wolfsburger Frust und Crailsheimer Jubel nach dem Spiel
TSV Crailsheim:
Kübler - Beck, Burger, Honecker, Held, Hörber (74.Vogt), Treyer, Wörle, Breunig, Nußelt (62.Manger), Bornhoff (77.B.Müller)
VFL Wolfsburg:
Ullrich - Pieper (46.Horwege), Özer, Paula (46. Freimuth), Brendel, Bock, Unzeitig, Wilkens, Cristiane, M.Müller, I.Kappel
Tore: 1:0 Hörber (23.)
2:0 Nußelt (37.)
3:0 Nußelt (43.)
Gelbe Karten: Wörle, Beck (Crailsheim)
Özer, Brendel, Bock (Wolfsburg)
Schiedsrichterin: Martina Storch-Schäfer (Fulda)
Assistentinnen: Christin Hoche,
Karin Rafalski
Zuschauer 248
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