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1. Bundesliga, 21. Spieltag

Tolle Aufholjagd, aber wieder kein Punkt

FFC Brauweiler Pulheim - VfL Wolfsburg 3:4 (0:1)

Von Mareike und Uwe Carlitscheck, Bilder von Florian Büchting

06.06.2007   Dieses letzte Heimspiel des FFC Brauweiler in der 1. Liga hätte mehr als die üblichen etwa 100 Zuschauer verdient gehabt; aber die voraus gegangenen zwanzig Niederlagen in Folge versprachen keinen besonderen Nervenkitzel. Der Gang in die 2. Liga steht schon lange fest, und weil auch der heutige Gegner aus Wolfsburg gesichert im Mittelfeld steht, war wenig Spannung, vielleicht jedoch ein unverkrampftes "Abschieds"-Spiel zu erwarten.

Zugleich wurde es auch zum Abschied für sechs Spielerinnen der Gastgeber, die in der nächsten Saison ihr Glück in anderen Teams oder Ländern suchen: Susanne Kasperczyk geht nach Essen, Irmela Koch zu TuS Köln rrh, Jessica Kreuzer nach Kommern, Anne Kathrin Lenz zum Studium nach Spanien, Melanie Schneider und Sara Sedgwick zurück in die USA. Auch von unserer Seite ein herzliches Danke sehr für Leistung und Einsatz!

Susanne Kasperczyk

Gleich für sechs Spielerinnen galt es Abschied zu nehmen. Susanne Kasperczyk zieht es zur SG Essen-Schönebeck.

Das Spiel hatte zwei recht unterschiedliche Hälften, wobei die zweite nicht nur durch die erzielten sechs Tore hervorstach. Es begann gut, beide Teams waren offensiv eingestellt und kamen auch bald zu guten Gelegenheiten. Schon in der sechsten Minute umspielte Nationalstürmerin Martina Müller die gut haltende Torfrau des FFC, Elena Mladin, traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz.

Ein schlimmes Foul von Wolfsburgs Nathalie Bock an Susanne Kasperczyk in der siebten Minute hätte die gelbe Karte zur Folge haben müssen, doch Schiedsrichterin Marija Kurtes blieb hier zu passiv. Zum Glück konnte Brauweilers Kapitänin bald wieder mitspielen.

Kameramann

Letzter Heimspiel in der 1. Liga für Brauweiler, er hat's auf Video!

Die nächsten Chancen hatten die Wolfsburgerinnen, doch Mladin reagierte mehrmals sehr gut oder hatte das Glück und eine Verteidigerin auf ihrer Seite. In der 19. Minute war sie aber gegen einen harten und platzierten Kopfball von Cristiane machtlos und musste das 0:1 hinnehmen.


Mariana Ciorba, Paula Balzer, Britta Carlson

Mariana Ciorba (am Ball) und Paula Balzer versuchen Wolfsburgs Britta Carlson (l.) zu entkommen.

Die Führung der Gäste war durchaus verdient. Nach dem Rückstand kam aber auch Brauweiler zu einigen guten Tormöglichkeiten, doch standen dem Ausgleich eine gute Torhüterin, Stephanie Ullrich, und das eigene Schusspech im Wege, besonders bei Versuchen von Kasperczyk und Ciorba. So blieb es bis zum Pausenpfiff bei der knappen Führung der Gäste.

Cristiane

Mit Riesenschritten auf dem Weg zum 1:0: Cristiane.

Die zweite Halbzeit brachte dann endlich Spannung und Torjubel nach Pulheim; beides haben wir - bis auf wenige Ausnahmen - sehr lange vermisst. Nach Spannung sah es allerdings zunächst gar nicht aus, denn schon in der 48. Minute konnte Müller mit schönem Flachschuss das 0:2 erzielen.

Damit schienen die Gäste zufrieden und überließen den Brauweilerinnen mehr Spielanteile. Diese wurden dann auch genutzt: In der 72. Minute war es Lena Fehrenbach, die den Ball nach gutem Angriff hoch in den rechten Winkel knallte. Brauweiler schöpfte wieder Hoffnung - ging noch was? Die Antwort kam im Doppelpack in der 75. und 77. Minute. Müller mit ihrem zweiten Treffer und Britta Carlson trafen mit fast gleichen Schüssen - von halbrechts ins linke lange Eck - zum 1:3 und 1:4. Würde es wieder zu einer der vielen hohen Niederlagen kommen?

Lena Fehrenbach

Lena Fehrenbach ließ mit ihrem Treffer zum 1:2 wieder Hoffnung aufkeimen.

Brauweiler ließ sich nicht in Resignation fallen, sondern kämpfte tapfer weiter - und wurde belohnt. Zunächst vergab Jeanette Blömen eine gute Chance, als sie allein vor Ullrich auftauchte, die VfL-Torfrau aber nicht umspielen konnte. Den abgewehrten Ball angelte sich im Gewühl Mariana Ciorba, und sie gewann das Duell gegen Ullrich, umspielte diese und schob den Ball zum 2:4 ins Netz.

Und jetzt ging es richtig los! Wolfsburgs bis dahin sichere Abwehr wankte bedenklich, wurde


öfter ausgespielt als ihnen lieb war, und nur die eigene Unsicherheit in der Chancenverwertung verhinderte einen weiteren Treffer der Gastgeberinnen.

Und dann fasste sich Kasperczyk in der 84. Minute ein Herz und zog aus über dreißig Metern ab. Der Ball krachte an die Unterkante der Latte, sprang hinter der Torlinie auf und landete im Netz - ein Supertor und Susannes Abschiedsgeschenk an das Team! Hätte Ciorba nicht plötzlich das Nervenflattern ereilt, wäre ihr auch noch der Ausgleich gelungen; zweimal stand sie noch frei vor Wolfsburgs Tor und zweimal blieb sie erfolglos.

Paula Balzer, Andrea Wilkens

Hart umkämpftes Spiel: Paula Balzer (l.) kämpft mit Wolfsburgs Spielführerin Andrea Wilkens um das Leder.

So war der VfL letztlich froh, den knappen Sieg von 4:3 bis zum Schlusspfiff gerettet zu haben, und Brauweiler hatte noch einmal gezeigt, dass die Mannschaft nicht so schlecht ist, wie es das Tabellenbild leider ausweist. Wir wünschen dieser sympathischen Mannschaft eine bessere Saison in der 2. Liga und eine hoffentlich baldige Rückkehr ins Oberhaus!

FFC Brauweiler Pulheim

Mladin; Thal (70.Blömen), Bock, Schneider (46.Kreuzer), Kasperczyk, Fehrenbach, Koch, Ciorba, Niculescu, Seuren, Balzer

VfL Wolfsburg

Ullrich; Tetzlaff, Pieper (62. Silva dos Santos), Mohs, Unzeitig, Cristiane, Wilkens, Horwege (59.Pezzato), Bock, Carlson, Müller (83.Rissling)

Tore:
0:1 Cristiane (18.)
0:2 M. Müller (49.)
1:2 Fehrenbach (75.)
1:3 M. Müller (76.)
1:4 Carlson (78.)
2:4 Ciorba (81.)
3:4 Kasperczyk (85.)

Gelbe Karten: -

Schiedsrichterin: Marija Kurtes (Düsseldorf)

Zuschauer: 110

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