Von Uwe und Mareike Carlitscheck
16.10.2006
Heimpremiere für Brauweilers neuen Trainer Manuel Ortiz Gonzalez, der die Nachfolge des vor vier Wochen nach der 1:8-Schlappe gegen Duisburg
überraschend zurückgetretenen Willi Küpper angetreten hat. Ein schweres Erbe mit einer Mannschaft, die zu Saisonbeginn bedeutende Defizite im technischen
wie konditionellen Bereich aufwies. Davon ist noch einiges geblieben, trotz einer immerhin verbesserten taktischen und kämpferischen Einstellung.
Vor allem die technischen Fertigkeiten bedürfen noch erheblicher Verbesserung, denn viel zu oft ging auch im Spiel gegen den SC Freiburg der Ball durch zum
Teil eklatante Fehlpässe verloren. Häufige Abgaben vor des Gegners Füße, Querpässe ins Nichts, mangelhafte Ballkontrolle führten zu gefährlichen
Gegenangriffen - diese wurden jedoch auch durch die Freiburger nicht verwertet. So kam es in der ersten Halbzeit zu mehr oder weniger verteiltem Spiel von
Strafraum zu Strafraum, mit nur ganz wenigen Aktionen, die einer der beiden Mannschaften einen zählbaren Erfolg hätten bringen können. Die meiste Gefahr -
wenn überhaupt - entstand nach Fehlern des Gegners.
In der letzten Saison war Lea Spangemacher (l.) noch in der zweiten Mannschaft von Brauweiler zu Hause, seit dieser Saison nimmt sie die Zweikämpfe in der
Ersten Bundesliga an.
Foto: die Carlitschecks
Einen gefährlichen Schuss von Anne Kathrin Lenz in der 17. Minute konnten wir beobachten, doch fischte die sicher haltende Marisa Brunner den Ball aus dem
Winkel. Die anschließende Ecke brachte nichts ein, ebenso wenig die beiden Ecken, die Freiburg in der ersten Halbzeit erzielte. Auch Mariana Ciorba, die
viel zu oft im Abseits stand, zielte entweder zu hoch oder wurde von einer Verteidigerin abgedrängt. Ihre sonstige Torgefährlichkeit war kaum zu spüren,
allerdings wurde sie auch mehrmals überhart gestoppt.
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Nach über zwei Jahren ein neues Gesicht auf der Brauweiler Trainerbank: Manuel Ortiz Gonzalez
Foto: Florian Büchting
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Noch ein Freistoß kurz vor der Strafraumgrenze in der 45. Minute wäre zu erwähnen, doch Susanne Kasperczyk traf nur die Mauer. Das 0:0 zur Pause war bis
dahin gerecht; die leichten spielerischen Vorteile von Brauweiler verloren sich in der Unentschlossenheit und mangelnden Erfahrung der Angreiferinnen und
den vielen Ballverlusten im Mittelfeld.
Die bangen Befürchtungen der heimischen Fans, dass es am Ende wieder nichts würde mit dem ersten Punktgewinn der laufenden Saison, bewahrheiteten sich
dann, fast erwartungsgemäß. Brauweiler vermochte nicht, sich für länger in der gegnerischen Hälfte festzusetzen, den Druck zu erhöhen, Gefahr zu erzeugen,
während Freiburg sich tatsächlich etwas zu steigern vermochte und einige torgefährliche Szenen hatte.
Das 0:1 fiel – typisch für dieses Spiel – nach einer völlig überflüssigen Fehlabgabe aus der Brauweiler Hintermannschaft heraus. Die flinke Sandra Schmidt schnappte sich in der 65. Minute den Ball, spielte sich geschickt in Schussposition und ließ Britta Trescher mit einem flachen Schuss ins linke
Eck keine Chance.
Hier ist Susanne Kasperczyk (r.) zwar eher am Ball, Sandra Schmidt fand dennoch den Weg zum 2:0 für die Gäste.
Foto: Florian Büchting
Die Gegenangriffe blieben weitgehend schon frühzeitig
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in der Freiburger Abwehr hängen, wie gehabt.
Zwar tauchte Kasperczyk plötzlich doch einmal ganz frei vor Brunners Kasten auf, hatte aber auch nicht die Nerven für einen erfolgreichen Schuss. Brunner
bewahrte ihre Elf vor dem Ausgleich, und im Gegenzug kam es zu einer Standardsituation, die von Sandra Schmidt mit einem schönen Kopfball zum 0:2
abgeschlossen wurde. Das Spiel war entschieden, denn auch die letzten elf Minuten brachten keine Höhepunkte mehr.
Alles in allem ein verdienter Sieg des SC Freiburg, der damit einen wichtigen ersten Schritt zum Klassenerhalt getan hat. Die Lage für Brauweiler ist mehr
als ernst; der neue Trainer hat noch viel Arbeit vor sich!
Aufstellungen
Brauweiler
Trescher; Bock, Kasperczyk, Fehrenbach (70. Stommel), Koch (52. Scharmanski), Ciorba, Niculescu, Löhr, Blöhmen (52. Spangemacher), Lenz, Balzer
Freiburg
Brunner; Söder, Kury, Kaltenbach, Maier, Bornschein, Faißt, Zirnstein (56. Österle), Stegmann, Krüger (81. Haag), Schmidt
Tore
0:1 Schmidt (65.)
0:2 Schmidt (79.)
Gelbe Karten
Spangemacher, Österle
Schiedsrichterin
Marina Wozniak (Herne)
Zuschauer 150
Erste Bundesliga
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