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1. Bundesliga, 18. SpieltagWieder nur verlorenFFC Brauweiler Pulheim - TSV Crailsheim | ||
Von Mareike und Uwe Carlitscheck, Bilder von Florian Büchting06.05.2007 Es fing eigentlich so lebendig und sogar viel versprechend an und endete auch heute wieder genauso wie alle Spiele vorher: Als Zuschauer hatten wir die ganz vage Hoffnung, einmal nicht von einer Niederlage des FFC Brauweiler berichten zu müssen. Schließlich steht der Gang in die zweite Liga auch rechnerisch fest, so dass jeder Grund für eine Verkrampfung und ein unbedingtes Gewinnen-Müssen weggefallen ist; die Mannschaft könnte eigentlich frei und ohne Druck aufspielen. Das tat sie auch in der ersten Halbzeit, um dann aber prompt dem eigenen Tempo zum Opfer zu fallen. Diese erste Halbzeit war wirklich nach dem Herzen der wenigen Zuschauer. Beide Teams waren gleichwertig und zeigten einen respektablen kämpferischen und läuferischen Einsatz, so dass ein munteres Spiel mit verteilten Torchancen dabei herauskam. Bei Brauweiler wirkte die aus den USA zurück gekehrte Maike Seuren wieder mit, und das mit viel Einsatz so lange die Kraft reichte. ![]() Kurzzeitiger grün-weißer Jubel nach dem Ausgleich von Paula Balzer (Mitte) Die Partie begann gleich mit einem bangen Augenblick, denn schon in der zweiten Minute kam Susanne Kasperczyk im Zweikampf zu Fall und wurde an der Hand verletzt. Doch zum Glück für die Gastgeberinnen kam sie nach einer Behandlungspause mit einem dicken Verband und einiger Wut im Bauch zurück. Ihr kämpferischer Einsatz war dann so hoch wie in allen Spielen vorher bis auch sie in der zweiten Hälfte schwächelte. Nach einigen Angriffen und einer Eckballchance für den FFC kam dann doch etwas überraschend in der 10. Minute der Führungstreffer für die Gäste. Eine Ecke von links wurde gekonnt auf die Höhe des Elfmeterpunktes geschlagen, wo Karin Burger am höchsten sprang und mit dem Kopf der Kugel die genau richtige Wucht und Richtung gab. Elena Mladin im Tor der Brauweilerinnen war hier völlig machtlos. 0:1 mal wieder! Ramona Treyer gelang der Treffer zum 3:1-Endstand.
Die Befürchtung, dass dieses sehr frühe Tor bereits das Spiel entschieden haben könnte, erwies sich jedoch als unbegründet. |
![]() Tanja Wörle (r.) enteilt Susanne Kasperczyk. | |
Brauweiler steckte den Rückstand ohne negative Reaktion weg und startete sofort nach dem Wiederanpfiff einen schönen Angriff über die linke Seite. Melanie Schneider wurde gekonnt frei gespielt und schoss beherzt flach auf das Tor. Der Ball konnte von Torfrau Rachel Howard nur abgeklatscht werden, und dann war Paula Balzer schneller als ihre Gegenspielerin und schob den Ball in die rechte Ecke zum überraschenden, aber verdienten Ausgleich. Dies war gleichzeitig das zehnte Saisontor ? nein, nicht von Paula, sondern von der ganzen Mannschaft! Aber es war der Ausgangspunkt zu einer sehr ansehenswerten ersten Halbzeit, in der beide Angriffsreihen zeigten, dass sie in der Lage waren, sich Torchancen zu erspielen. Die besseren Gelegenheiten ergaben sich gegen Ende dieser Hälfte für die Gäste. In der 33. Minute trudelte der Ball aus einem etwas unübersichtlichen Gedränge heraus an Verteidigerin und Torfrau vorbei und wäre auch noch über die Linie ins Netz gerollt, wenn nicht Sara Sedgwick ihn gerade noch weggeschlagen hätte. Es wäre eins dieser vermeidbaren Tore geworden, wie wir sie in dieser Saison in Brauweiler leider häufig gesehen haben. Günther Wörle hat es geschafft: mit dem Abstieg hatte der Aufsteiger in dieser Saison nichts zu tun. Das wird bis zum 22. Spieltag auch so bleiben. Vier Minuten später übersah Schiedsrichterin Marina Wozniak ein klares Handspiel im Brauweiler Strafraum, oder hatte sie den Vorfall als "angeschossene Hand" beurteilt? Die Gastgeberinnen hätten sich jedenfalls nicht beklagen können, wenn sie auf den berühmten Punkt gezeigt hätte. Immerhin beschwerten sich aber die Crailsheimer Spielerinnen nicht, sondern nahmen die Entscheidung fair zur Kenntnis. Und kurz vor der Pause traf der TSV mit einem "Kullerbällchen" gegen den Brauweiler Torpfosten. Auch hier hätte niemand mehr die Chance zum Eingreifen gehabt. So blieb es bei dem etwas glücklichen, aber durchaus verdienten 1:1 zur Halbzeit. Die zweite Hälfte begann zunächst genau wie die erste: nach zwei Minuten mit einer Verletzung. Diesmal traf es Torfrau Mladin, und zu diesem Zeitpunkt war der Brauweiler Physiotherapeut noch nicht einmal aus der Kabine zurück. |
Glücklicherweise gelang es jedoch, die angeschlagene Torhüterin wieder einsatzbereit zu bekommen. Ab dann aber war alles völlig anders. Brauweiler fiel immer mehr dem hohen Tempo der ersten 45 Minuten zum Opfer, wirkte kraftlos und verlor die meisten Zweikämpfe. Auch die Konzentration bei Abgaben oder langen Pässen ging mehr und mehr verloren. Da sich aber auch die Gäste diesem Leistungsabfall weitgehend anpassten, wurde das Spiel regelrecht einschläfernd und öde. Die zweite Halbzeit sorgte für keine großen Adrenalinstöße... Immerhin gelangen dem TSV noch zwei Treffer, die den letztlich verdienten Sieg bedeuteten. In der 62. Minute schloss Julia Manger einen sehr schönen und schnell vorgetragenen Konterangriff über links mit dem Tor zur Gästeführung ab, und sieben Minuten später war Ramona Treyer einen winzigen Schritt eher am Ball als Elena Mladin und schob zum entscheidenden 3:1 ein. Das war's mal wieder in Brauweiler; es reicht bei allem guten Willen und allem Einsatz in dieser Saison offensichtlich noch nicht einmal zu einem einzigen Punkt, über den sich alle Anhänger dieser Mannschaft ehrlich freuen würden!
FFC Brauweiler Pulheim
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