Text von Stephan Sürth, Fotos von Florian Büchting 05.12.2006
Als in dieser Saison leidgeprüfter FFC-Fan war die Erwartungshaltung an das Ergebnis aus dem Spiel beim aktuellen Tabellenvierten aus Bad Neuenahr nicht wirklich hoch. Konnte man doch hier ohne allzu großen Erfolgsdruck antreten. Es bestand sogar zumindest die leise Hoffnung, dass der SC 07 uns als punktlosen Tabellenletzten schlichtweg unterschätzen könnte.
Die erste Überraschung war die Verlesung der Mannschaftsaufstellung. Die Abwehr des FFC wurde leicht umgestellt durch die Hereinnahme von Jessica Kreuzer. Dafür rückte Susanne Kasperczyk ins Mittelfeld, um mehr Druck nach vorne machen zu können. Und im Angriff waren mit Esmeralda Negron, Jennifer Lutz und Mariana Ciorba drei nominelle Stürmerinnen aufgestellt, sodass die Hoffnung bestand, dass sich die Grün-Weißen nicht kampflos ergeben wollten.

Sandra Minnert brachte ihre Mannschaft kurz vor Pausenpfiff wieder in Führung.
Die zweite Überraschung war für die Hintermannschaft des FFC offensichtlich dann auch schon der erste Angriff der Rheinland-Pfälzerinnen, bei dem keine Zuordnung funktionierte. Bei dem Versuch, den Ball wegzubekommen, rutschte dieser von Stefanie Löhrs Fuß ins eigene Tor zur Bad Neuenahrer 1:0-Führung.
 Sein Konzept ging zunächst auf: Brauweiler-Coach Manuel Ortiz Gonzalez.
Sollte das schon nach zwei Minuten das Ende der Bemühungen sein? Wer jetzt dachte, der SC 07 würde in Schwung kommen und den Tabellenletzten komplett demontieren, sah sich allerdings getäuscht. Das Team ließ sich zurückfallen, ging nicht besonders engagiert zu Werke und ließ bei den Fans unverzüglich Erinnerungen an den mühsamen 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg am letzten Wochenende aufkommen. Auf der anderen Seite ging dafür offensichtlich das Konzept von Gäste-Trainer Manuel Ortiz Gonzalez auf, denn die Abteistädterinnen gingen ihrerseits aggressiv zu Werke und zeigte einen Offensivdrang, der in der
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Brauweilers Neuzugang und Torschützin Esmeralda Negron (Mitte) setzt sich hier kraftvoll gegen Anne-Kathrin Sabel (l.) und Sarah Schmitz durch.
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Form in dieser Saison bislang nicht zu sehen war. Folgerichtig kam der FFC dann in der 25. Minute auch zum hochverdienten Ausgleich, als unser amerikanischer Neuzugang Esmeralda Negron Torfrau Jasmin Paganetti mit einem schönen Heber überwinden konnte.
Neuenahrs Trainer Schacht reagierte unmittelbar mit der Einwechslung der ehemaligen Brauweilerin Eva Augustin, doch auch in der weiteren Folge blieben die Brauweilerinnen bissiger im Zweikampf und hatten den größeren Drang nach vorne. Der SC 07 tat weiterhin zu wenig und brachte vereinzelte Zuschauer bereits dazu, die Führung für Brauweiler zu fordern.
Kurz vor der Halbzeitpause musste es dann Nationalspielerin Sandra Minnert für die Kurstädterinnen geradebiegen, indem sie bei einem Eckball am höchsten stieg und zur schmeichelhaften 2:1-Pausenführung für Bad Neuenahr einköpfte.
 Doppelpack I: Celia Okoyino da Mbabi
Sichtlich zurückhaltender kamen die Brauweilerinnen dann auch aus der Pause zurück. Für die angeschlagene Anne-Kathrin Lenz kam die 17-jährige Paula Balzer ins Team, die sich auch engagiert in die Zweikämpfe einbrachte, aber im Spiel nach vorne leicht überfordert wirkte. Dadurch verlor das Spiel der Grün-Weißen ein wenig an Fahrt, während auf der anderen Seite auch die Gastgeberinnen nicht zwingend bemüht schienen, das Spiel zu organisieren. Dadurch ergab sich ein eher zerfahrenes Spiel auf beiden Seiten, in dem die Spielerinnen aus Bad Neuenahr lediglich den an diesem Tag ausschlaggebenden Vorteil besaßen, dass sie in der Chancenauswertung effektiver waren.
 Doppelpack II: Lydia Neumann, rechts Oana Niculescu.
Einem Treffer durch Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi in der 56. Minute ging ein individueller Fehler im Brauweiler Mittelfeld voraus, der die Abwehr mitten in der Vorwärtsbewegung kalt erwischte. Die endgültige Entscheidung kam dann durch einen Doppelschlag, als Lydia Neumann und wiederum Celia Okoyino da Mbabi innerhalb von 60 Sekunden auf 5:1 erhöhen konnten. Das 6:1 wiederum durch Neumann in der 80. Minute war dann lediglich Ergebniskosmetik.
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Bleibt als Fazit der Tipp an die Gastgeberinnen, die nach dem Spiel etwas überheblich auf das „Spitzenspiel“ in der nächsten Woche beim FFC Frankfurt hinwiesen, dass sie in der Verfassung vom Spiel gegen Brauweiler in Frankfurt mit ziemlicher Sicherheit ein böses Erwachen erleben werden. Denn an diesem 9. Spieltag hat sich im Heimspiel gegen den Tabellenletzten trotz des Ergebnisses definitiv kein Spitzenteam präsentiert.
 Ackerte und rackerte bis zur letzten Minute unermüdlich: Susanne Kasperczyk.
Für den FFC Brauweiler bleibt die Hoffnung, dass die Mannschaft durch diese zumindest in der Höhe völlig unverdiente Niederlage nicht den Glauben an sich verliert. Die taktischen Umstellungen aus diesem Spiel waren durchweg positiv und lassen darauf hoffen, dass es kurzfristig zu den ersten Punktgewinnen kommen sollte und dann vielleicht mit einer glücklicheren Rückrunde der Klassenerhalt weiterhin ein Thema bleibt.
SC 07 Bad Neuenahr:
Jasmin Paganetti – Marina Himmighofen, Sandra Minnert, Sarah Schmitz (85. Eva Langenfeld) Lena Goeßling, Anne-Kathrin Sabel - Celia Okoyino da Mbabi, Sandra Albertz – Lydia Neumann, Melanie Schmacher (28. Eva Augustin), Isabell Bachor
FFC Brauweiler Pulheim:
Anna Randerath – Nathalie Bock, Stefanie Löhr, Oana Niculescu, Jessica Kreuzer – Susanne Kasperczyk, Lena Fehrenbach (62. Irmela Koch), Anne-Kathrin Lenz (46. Paula Balzer) – Mariana Ciorba (72. Jeanette Blömen), Jennifer Lutz, Esmeralda Negron
Tor:
1:0 Löhr (2./ET) 1:1 Negron (25.) 2:1 Minnert (43.)
3:1 Okoyino da Mbabi (56.)
4:1 Neumann (66.)
5:1 Okoyino da Mbabi (67.)
6:1 Neumann (80.)
SRin: Anja Kunick (Leipzig)
Gelb: Anne-Kathrin Sabel, Lydia Neumann -
Susanne Kasperczyk, Anne-Kathrin Lenz, Paula Balzer
Zuschauer: 380
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