1. Bundesliga - 10. Spieltag

Neuenahr vom Potsdamer Ballett entzaubert

1. FFC Turbine Potsdam - SC 07 Bad Neuenahr 7:1 (3:0)

Text von Marko Schiller, Bilder von Jan Kuppert

08.12.2005

Mit Neuenahr war ein sonst eher unbequemer Gegner für die Turbinen im „Karli“ zu Gast, aber diesmal war für sie nichts zu holen. Trotz schlechter Sicht und der ungewohnten Spielzeit hielt Potsdam klar den Verfolgungskurs Richtung Frankfurt und Duisburg.

Für einen Mittwochabend, bei winterlichen Temperaturen, fanden sich überraschend viele Zuschauer, exakt 389, im Stadion ein. Und jeder, der etwas früher kam, sah erst mal nur Nebel. Dieser hatte sich in dichten Schwaden über den Rasen gelegt. Erst kurz vor Anpfiff lichtete sich ein wenig die „Nebelsuppe“. So ging der erste Treffer halb im Nebel unter. Aferdita Podvorica staubte bereits in der 5. Minute zum 1:0 ab, nachdem die Torfrau den rutschigen Ball nicht richtig festhalten konnte und er so der Torschützin vor die Füße viel, die aus fünf Metern einschob. So recht gesehen hatte das Tor keiner und so kam auch zunächst die Frage nach der Torschützin auf. Aber die Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus war Herrin des Geschehens.

Didi Schacht, Bernd Schröder

Potsdams Bernd Schröder (r.) kennt sein Gegenüber Didi Schacht noch aus Co-Trainer-Zeiten von Schacht bei Babelsberg 03

Dies wurde zur Überraschung vieler dann auch deutlich durch die Heimmannschaft bestimmt. Neuenahr erwickelte kein eigenes Aufbauspiel und kam nur mit langen Bällen aus ihrer massiven Abwehr heraus. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, was zu diversen Freistößen führte.

Petra Wimbersky, Kerstin Wasems

Eines der drei Tore von Petra Wimbersky. Neuenahrs Keeperin Kerstin Wasems streckt sich vergeblich.

In der 34. Minute war es dann Petra Wimbersky, die nach schönen Pass von Navina Omilade von der linken Seite zum verdienten 2:0 traf. Dass es der Tag eben jener Torschützin werden sollte, wurde beim 3:0 durch sie in der 40. Spielminute klar – sowohl ihr selbst als auch dem Publikum. Nur eine Minute vor dem Tor wechselte Gästetrainer Didi Schacht das erste Mal – für Anne-Kathrin Sabel kam Jasmin Stümper.

Sicher hatte Herr Schacht seiner Mannschaft einiges in der Kabine erzählt, aber umsetzen konnte sie es an diesem Abend nicht. Zu gut waren die Gastgeberinnen in Schwung und tanzten durch die Reihen von Neuenahr und hatten dazu auch noch bessere Sicht. Der


Peggy Kuznik, Isabell Bachor

Potsdam war immer einen Schritt voraus - hier Peggy Kuznik (l.) vor Isabell Bachor. Im Hintergrund Jennifer Zietz.

Nebel hatte sich fast verzogen und so konnten die Zuschauer das weitere Spektakel voll genießen.

Es kam, wie es kommen musste - Conny Pohlers bewies Torriecher und verwandelte zum umjubelten 4:0 in der 56. Minute nach Pass von Petra Wimbersky. Damit war allen klar, dass das Spiel entschieden war. Direkt im Anschluß wechselte Bernd Schröder die agile und lauffreudige Aferdita Podvorica aus und brachte Cristiane.

Conny Pohlers, Sandra Minnert

Tor durch Conny Pohlers - Sandra Minnert und Torfrau Kerstin Wasems können es nicht verhindern.

In der 73. Minute krönte Petra Wimbersky ihre Spitzenleistung in diesem Spiel mit ihrem dritten Treffer, einem Kopfballtor zum zwischenzeitlichen 5:0. Direkt im Anschluss (75.Minute) gelang dann Isabell Bachor der Ehrentreffer für die Gäste, begünstigt durch eine unachtsame Abwehrarbeit. Sie schob aus halbrechter Position an der chancenlosen Nadine Angerer vorbei den Ball ins linke Toreck. Bernd Schröder brachte dann noch mal frischen Wind in die Partie mit Carolin Schiewe und Karolin Thomas für Britta Carlson und Navina Omilade.

Aferdita Podvorica

Aferdita Podvorica im Nebel.

In der 80. Minute gelang dann der eingewechselten Cristiane ihr Tor, nachdem Anja Mittag, selbst in aussichtsreicher Position, den Ball uneigennützig weiterpasste und "Cris" so nur noch verwandeln


musste. Wieder einmal setzte Conny Pohlers den Schlusspunkt unter die Partie. Sie traf zum Endstand von 7:1 in der 86. Minute.

Ein unerwartet hoher, aber spielerisch überzeugend herausgespielter Sieg ließ Potsdam auf den dritten Platz in der Tabelle hochrutschen und damit in direkte Sichtweite zu Duisburg und Frankfurt. Die Mannschaft hatte auf dem Platz ein Ausrufezeichen gesetzt und die Fans bedankten sich dafür - passend zur Jahreszeit - mit Freudenfeuer per Wunderkerze.

1. FFC Potsdam:

Angerer – Kuznik, Becher, Carlson (76. Schiewe) – Omilade (76. Thomas), Hingst, Wimbersky, Zietz – Podvorica (57. Cristiane), Pohlers, Mittag

SC 07 Bad Neuenahr:

Wasems – Hinnighofen, Bender, Minnert, Zimmermann – Sabel (39. Stümper), Schmitz, Hagmann – Fols, Neumann, Bachor

Jubel Turbine Potsdam

Kollektiver Jubel bei Turbine - hier Aferdita Podvorica, Ariane Hingst, Anja Mittag, Petra Wimbersky und Navina Omilade (v.l.n.r.)

Tore:
1:0 Podvorica (5.)
2:0 Wimbersky (34.)
3:0 Wimbersky (40.)
4:0 Pohlers (56.)
5:0 Wimbersky (73.)
5:1 Bachor (75.)
6:1 Cristiane (80.)
7:1 Pohlers (86.)

Gelbe Karten: Minnert

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Hannover)

Zuschauer: 389


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