1. Bundesliga, 1. Spieltag

Erwartungsgemäßer Saisonstart

FFC Turbine Potsdam : VfL Sindelfingen 3:0 (2:0)

Von Katja Knappe (Text)
und Jan Kuppert (Fotos)

15.08.2005

Das sollte eigentlich eine klare Sache werden: Der Uefa-Cup-Sieger 2005 empfängt den Aufsteiger VfL Sindelfingen zum 1. Spiel der Saison 2005/06 - die Erwartungen der Fans sind dementsprechend hoch.

Von Beginn an sind beide Mannschaften agil. Seitens der Elf von Markus Witte ist nichts zu spüren von eventueller Angst oder Respekt vor dem Gegner. Dennoch spielt sich das Geschehen auf dem Rasen zum größten Teil vor dem Sindelfinger Tor ab. Schon in den ersten zehn Minuten hat Turbine etliche Torchancen, ohne jedoch vollenden zu können, besonders gefährlich ein Schuss von Anja Mittag in der achten Minute, der knapp am Tor vorbeisauste. Jedoch blieb auch der darauffolgende Konter der Gäste erfolglos. In der 17. Minute dann die Führung für den Favoriten: Potsdams Navina Omilade traf freistehend von rechts in lange Eck zum 1:0.

Cristiane spielte heute 90 Minuten durch, konnte jedoch kein Tor für ihre Mannschaft beisteuern.

Sindelfingens Antwort darauf folgte prompt: Sandra Ruf testete Nadine Angerer, die den Ball erst im Nachfassen und direkt vor der Torlinie halten konnte.

Die Abwehr der Gäste stand gut und kompakt, viele Angriffe der Potsdamerinnen gingen ins Leere, es war ein kurzweiliges Hin und Her durchaus gleichwertig wirkender Gegner, wenn auch größtenteils vor dem Tor des VfL.

In der 23. Minute erneut Einwurf für Potsdam durch Cristiane, Conny Pohlers flankte zu Jenny Zietz, deren Schuss vom Pfosten ins Tor trudelt: das 2:0. Auch danach ist Sindelfingen noch nicht wirklich eingeschüchtert. Immer wieder warteten die Mädels auf ihre Möglichkeit zum Kontern. In der 25. Minute klärte Britta Carlson zum Einwurf für den VfL, der darauffolgende Angriff von Sandra Ruf blieb jedoch unvollendet, genau wie sieben Minuten später, als es Ruf erneut nicht gelang, an Angerer im Turbine-Tor vorbeizukommen.

Es folgten ruhigere Minuten, ein abwechslungsreiches, aber ungefährliches Belauern. Und daran änderte sich auch nichts mehr bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichterin Schneider.


Der VfL Sindelfingen, hier mit Tanja Hees (r.) zeigte keinen Respekt vor dem UEFA-Cup-Sieger aus Potsdam und hielt gut mit beim ersten Spiel in der höchsten Spielklasse.

Beide Mannschaften begannen die zweite Halbzeit mit der gleichen Besetzung und machten in dem Tempo weiter, in welchem die erste Halbzeit aufgehört hatte. Auch dabei entpuppte sich Ruf immer wieder als sehr zweikampfstark und lauffreudig. Es folgten etliche Chancen für Potsdam, in der 52. Minute ging der Ball von Ariane Hingst nach einer Ecke von Petra Wimbersky nur knapp übers Tor, kurz darauf versuchte es Wimbersky selbst nach einem Pass von Omilade, ohne jedoch an Sindelfingens Torfrau Conoli vorbeizukommen. Turbine arbeitete sich etliche gute Möglichkeiten heraus, war aber vor dem Tor selbst zu ungefährlich.

Zwischendurch schaffte es Tanja Coblenzer immer wieder, sich den Ball zu holen, kam aber selten an Inken Becher vorbei. In der 65. Minute gelang ihr schließlich ein Pass zu Ruf - zu diesem Zeitpunkt war von der Potsdamer Abwehr nichts zu sehen, wenngleich Angerer ihre Position als Nummer zwei im Tor der Nationalmannschaft beweisen und den Schuss parieren konnte. Der darauf folgende Eckball war jedoch ungefährlich.

Nationalspielerinnen unter sich: dreimal hatten Petra Wimbersky, Ariane Hingst und Navina Omilade (v. l.) an diesem Tage Grund zum Jubeln.

In der 69. Minute jagte Pohlers den Ball nach Flanke von Omilade an die Lattenunterkante, die aus der Abwehr aufgerückte Becher vollendete im Nachschuss zum 3:0-Endstand.


Es folgten zwei Wechsel auf Potsdamer Seite: für Omilade und Pohlers kamen Karolin Thomas und Isabell Kerschowski, letztere kam damit zu ihrem ersten Einsatz für Turbine Potsdam nach dem Wechsel von BSC Marzahn. Auch Sindelfingen wechselte dann zur 83. Minute: Ruf und Ulrike Müller verließen den Platz, für sie kamen Claudia Spörl und Bettina Gramm, eine Minute vor dem Abpfiff kam schließlich noch N. Müller für Tanja Coblenzer - das Spiel war aber schon zu ermüdet und lebte auch durch die Wechsel nicht mehr auf.

Beide Trainer waren nach dem Spiel zufrieden. Die Potsdamerinnen befinden sich noch lange nicht in der Form, in der sie Uefa-Cup- und DFB-Pokalsieger wurden. Ihr Spiel war geprägt von Fehlpässen und natürlich dem erfolglosen Abschluss: viel zu wenige Torchancen wurden genutzt. Sindelfingen dagegen spielte frisch und griff immer wieder an. Gerade Conoli ist es zu verdanken, dass Sindelfingen nur 3 Gegentreffer zu verbuchen hat: trotz teilweise konfuser Abwehr des VfL konnte sie den Überblick behalten und ihre Mannschaft vor einer höheren Niederlage bewahren.

Aufstellungen:

Potsdam:
Angerer, Carlson, Becher, Kuznik, Cristiane, Zietz, Hingst, Omilade (70. Thomas), Mittag, Pohlers (70. I. Kerschowski), Wimbersky

Sindelfingen:
Donoli, Burger, Ribeiras, Beck, Hees, M. Müller, U. Müller (83. Spörl), Althaus, Ruhland, Coblenzer (89. N. Müller), Ruf (83. Gramm)

Zuschauer: 1.362

Schiedsrichterin: Daniela Schneider (Limbach-Oberfrohna)

Tore:
1:0 Omilade (17.)
2:0 Zietz (23.)
3:0 Becher (69.)

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