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1. Bundesliga, 18.Spieltag

Glückwunsch zum Sieg und zur Meisterschaft

1. FFC Turbine Potsdam - FCR Duisburg 2:1 (1:0)

Text und Bilder von Daniela Schumann

25.4.2006   Zur Einstimmung des Spitzenspiels kamen Cheerleader auf den Platz um das Publikum für das Spiel einzustimmen. 2207 Zuschauer hatten den Weg ins Karl – Liebknecht – Stadion gefunden, darunter zwei Hände voll Gästefans.

Den Gäste, die erneut ohne die verletzte Inka Grings antraten, diese jedoch als Joker im Gepäck hatten, hatten den besseren Start. In der 5. Minute war Jennifer Oster vor der deutschen Nummer zwei im Tor, Nadine Angerer, brachte den Ball mit einem Lupfer über die Keeperin, doch Ariane Hingst rettete. Die Gastgeber traten ohne ihre "Tormaschine" Conny Pohlers an, die wegen ihrer Grippe nur auf der Tribüne saß.

Silke Rottenberg

Gefahr vor dem Tor von Silke Rottenberg: v.l. Corinna Schröder, Anja Mittag, Rottenberg, Annike Krahn, Madleen Wilder, Navina Omilade, Ariane Hingst,

Zwei Minuten später war es Shelley Thompson, die den Ball knapp über das Tor lupfte, es schien, der FCR spiele nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Es war erneut Oster, die die nächste Chance hatte. Leider ging ihr Ball nach einer Vorlage von Lira Bajramaj knapp am Tor vorbei. Der FCR hätte zu diesem Zeitpunkt längst führen müssen, aber konnte seine Chancen nicht nutzen.
Nach zehn Minuten gab es einen schönen Luftkampf am und im Strafraum der Gäste. Anja Mittag köpfte im Luftkampf mit Corinna Schröder den Ball zu Christiane, aber die Brasilianerin verlor das Kopfballduell gegen Annike Krahn. Der Freistoß von Karolin Thomas etwas später landete genau in den Armen der deutschen Nummer eins, Silke Rottenberg.

Verletzung Verena Hagedorn

Die schwere Verletzung von Verena Hagedorn schockte alle Spielerinnen auf dem Platz. Im Bild v.l.: Lira Bajmaraj, Betreuer, Anne van Bonn, Silke Rottenberg, Corinna Schröder, Schiedsrichterin Christine Beck

Das nächste packende Duell lieferten sich auf der anderen Seite Thompson und Angerer. Die Torhüterin konnte den Ball knapp vor der Stürmerin mit einem Gewaltschuss aus der Gefahrenzone bringen, die sonst die Möglichkeit zum Einschuss gehabt hätte. Fast im Gegenzug gab es auf der anderen Seite das Duell Petra Wimbersky gegen Rottenberg, außerhalb des 16 Meter Raums. Dieses Duell gewann die Torhüterin, die eher zum Kopfball kam und den Ball so rettete.

Nachdem Bajramaj eine Chance vergab, gab es die Strafe für all die vergebenen Chancen. Cristiane passte auf Mittag und die U19 Weltmeisterin von 2004 ließ sich nicht zweimal bitten und schoss den Ball an Rottenberg vorbei ins Tor. Die Führung der Gastgeber, die unverdient war. Der FCR war bisher die feldüberlegende Mannschaft, verpasste jedoch das Tore schießen. Der traurige Höhepunkt des Spiel war in der 34. Minute. Mittelfeldspielerin Verena Hagedorn knickte mit einem Schrei, den man durch das ganze Stadion hören konnte, um und blieb liegen. Die traurige Vermutung, dass es ein erneuter Kreuzbandriss ist, wurde inzwischen offiziell bestätigt. Für sie kam Petra Hauser ins Team.
Dass die Partie nicht nur schnell und offensiv war, zeigte die gelbe Karte gegen Simone Laudehr, die


Ausgleichstor

Simone Laudehr (rechts) erzielte per Kopf den Ausgleich gegen Navina Omilade und Torhüterin Nadine Angerer

wegen eines „Frustremplers“ verwarnt wurde. Zuvor hätte Schiedsrichterin Beck allerdings auch gelb für Thomas geben müssen, die sich sehr an dem Trikot von Laudehr festgehalten hatte. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gehörte die letzte Chance den Gästen: Nach einem weiten Abschlag von Rottenberg landet der Ball bei Thompson, diese verpasst jedoch knapp das Tor.

Simone Laudehr

Simone Laudehr am Ball gegen Anja Mittag, links Britta Carlson

Die Gastgeberinnen hatten in der zweiten Halbzeit den besseren Start. Wimbersky passte im der 50. Minute auf Mittag, diese verfehlte knapp das Tor. Das Spiel gestaltete sich wie bereits in der ersten Halbzeit offensiv und ohne Durchhänger, so dass die Fans jederzeit mit einem weiteren Tor rechnen konnten. Nach einem Foul trat Patricia Hanebeck in der 64. Minute zum Freistoß an. Ihre gefühlvolle Flanke fand ihren Weg direkt auf den Kopf von Laudehr, die ihre Chance nutzte und den Ball ins Tor köpfte. Dieser Treffer ging auf die Kappe von Angerer und der Verteidigung, wie Schröder später erbost äußerte.

Drei Minute später hatten die Gastgeberinnen die Chance zur erneuten Führung, aber der Ball von Wimbersky ging knapp über das Tor. Viele kleine Fouls ließen das Spiel inzwischen etwas langsamer vorangehen. In der 73. Minute eine erneute große Chance für die Gäste. Annemieke Griffoen versuchte ihr Glück aus der zweiten Reihe, aber Angerer bekam den Ball im Nachfassen unter Kontrolle und rettete so vor den Stürmerinnen des FCR. Isabel Kerschowski, die in der 63. Minute für Cristiane auf den Platz gekommen war, hatte in der 78. Minute ihre große Chance, aber sie nutzte ihre Chance zu einem aussichtsreichem Schuss nicht.

Besser machte es Wimbersky, die nach einem ungeahndeten Foul von Mittag an Anne van Bonn den Ball bekam und ins Tor schoss. Die unverdiente Führung des Tabellenführers, der sich diese Führung nicht mehr abnehmen ließ. So gewannen elf glücklichere Turbinen gegen elf bessere Duisburgerinnen in einem schnellen, offensiven Spiel, in dem die Schiedsrichterin jedoch eine gelbe Karten mehr hätte zeigen können, denn Navina Omilade hatte mehrmals unfaire Mittel eingesetzt um ihre Gegnerinnen zu stoppen.

Pressekonferenz:

Dietmar Herhaus:
Glückwunsch zum Sieg. Ich betone das Wort „Glück“ ganz besonders. Es war ein sehr gutes Bundesligaspiel, leider ohne Gerechtigkeit für uns. Die Routine hat gegen die Besseren gewonnen. Ich bin mit meiner Mannschaft hochzufrieden und stolz auf sie. Sie haben es geschafft, sich aus einem Sumpf zu ziehen. Wir hatten mehr Chancen, aber haben


weniger Tore gemacht. Trotz 5 bis 6 einhundertprozentiger Chancen. Ich bin absolut zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir haben uns fußballerisch und mannschaftlich weiterentwickelt. Ich gratuliere Turbine Potsdam zur Deutschen Meisterschaft.
Die Verletzung von Verena Hagedorn ist nicht nur schmerzlich für den Verein, sondern vor allem auch für Verena. Zur Einwechselung Inka Grings: Sie hatte 2 Wochen nicht trainiert, war in der Reha und hatte dort versucht 20 bis 30 Minuten schmerzfrei zu laufen. Ihre späte Einwechselung war das einzige, was gesundheitsmäßig vertretbar war und sie wurde in Absprache mit ihr eingewechselt. Shelley Thompson wurde ausgewechselt, da sie noch im Aufbau ist und es gibt weitere Ziele als den Sieg heute. Ich kann sie nicht verheizen, sie hatte ein riesiges Laufpensum heute, ihr Akku war einfach leer, da blieb mir nur diese Variante.

Bernd Schröder:
In 9 Tagen 4 Spiele, wir waren auf dem letzten Level. Der FCR Duisburg war die bessere Mannschaft. Potsdam hat die gleiche Philosophie wie Duisburg, Offensivfußball. Nur so kann man den Frauenfußball voran bringen. Es gab keine hässlichen Fouls im Spiel. Der FCR hat sich als fairer Verlierer gegeben, nicht wie eine andere Mannschaft aus Deutschland. Die Tore waren aus dem Nichts heraus gefallen. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der letzten 9 Tage. Wir werden bis zum DFB Pokal regenerieren. Conny Pohlers hat uns heute gefehlt. Wir sind auf dem besten Wege zur Meisterschaft und können uns nur selber schlagen. Meine Mannschaft ist heute auf einem Grad zwischen gut und böse gewandert. Nach dem 1:1 waren sie weg. Beim Ausgleich hat Nadine gepennt. Der FCR hat zwei starke Kopfballspielerinnen, Laudehr und Krahn, und es wurde versäumt, diese zu bewachen. Meine Mannschaft hat alles aus sich heraus geholt, sie hätte keine 5 Minuten länger spielen können, dann wären sie zusammengebrochen. Ich hoffe, Conny Pohlers und Inken Becher werden beim DFB Pokal spielen, aber es steht noch nicht fest.

Bericht aus neutraler Sicht

Bericht aus Potsdamer Sicht folgt

1. FFC Turbine Potsdam:

Angerer - Peter, Hingst, Kuznik - Thomas, Omilade, Carlson, Zietz - Mittag (84. Podvorica), Cristiane (63. I. Kerschowski), Wimbersky

FCR 2001 Duisburg

Rottenberg - van Bonn, Oster, Krahn, Hagedorn (34. Hauser) - Hanebeck, Griffoen, Schroeder (58. Wilder), Laudehr - Thompson (76. Grings), Bajmaraj

Tore:
1:0 Mittag (29.)
1:1 Laudehr (64.)
2:1 Wimbersky (82.)

Gelbe Karten: Wimbersky - Laudehr

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: 2.207


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