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1. Bundesliga 12. SpieltagAuswärtsspiel als HeimspielVfL Sindelfingen - 1. FFC Turbine Potsdam 1:5 (0:3) | ||
Von Detlef Püschel (Text), Fotos von den www.bawue-loewen.de 01.03.2006 Da die hiesige Stadtverwaltung, den Spielbetrieb im heimischen Floschenstadion untersagte, musste das Geschehen nach Stuttgart-Zazenhausen verlegt werden. Dort gibt es allerdings nur einen Kunstrasenplatz, der auch etwas kleiner ist, als normalerweise. Da die weite Reise (650 km) im Bus doch sehr anstrengend wäre, nahm Turbine Potsdam auch Turbinenkraft in Anspruch und kam mit dem Flieger ins Schwabenland. Obwohl das Spiel erst um 12 Uhr angepfiffen wurde, fuhren wir schon früh zum Stuttgarter Flughafen, wo wir die Mannschaft herzlich begrüßten. Sie brachten noch Thomas, einen weiteren Fan aus Berlin mit! Dann ging es nach Zazenhausen. Nachdem die obligatorischen Banner montiert waren, wartete alles auf den Anpfiff! Einige Turbine-Fans begrüßten die Mannschaft bei ihrer Ankunft auf dem Stuttgarter Flughafen. Turbine-Trainer Bernd Schröder war gezwungen, die Abwehr auf zwei Positionen zu ändern. Für die mit Knieproblemen ausgefallene Abwehrchefin Inken Becher rückte Ariane Hingst auf die zentrale Abwehrposition. Da auch Routinier Britta Carlson geschont wurde, weil sie ebenfalls Kniebeschwerden hatte, kam die wieder genesende Peggy Kuznik auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz. Die linke Defensivseite beackerte unser Turbineneuling Babette Peter. Da nun im Mittelfeld eine Spielerin fehlte, gab Schröder Karolin Thomas das Vertrauen. Sie spielte nun neben Navina Omilade, Jenny Zietz und Petra Wimbersky. Vorne stürmten Anja Mittag, Isabell Kerschowski und Conny Pohlers. Turbine begann das Match ziemlich verhalten und ließ den Gegner gewähren. Die Sindelfingerinnen kamen zu Beginn auch zu Chancen, die aber nicht wirklich Gefahr brachten. Das erste Tor der Partie fiel allerdings im Turbine-Strafraum, wurde aber wegen angeblicher Abseitsstellung nicht gegeben. Wir schauten uns alle erschrocken an, das war niemals Abseits! Zu allem Unglück für die arme Sandra Ruf, die die einzige echte Sturmspitze beim Vfl darstellte, bekam sie auch noch die gelbe Karte, weil sie vor Wut den Ball ins Turbine-Tor schlug. Eine der wenigen Szenen, in denen Turbine-Torfrau Nadine Angerer eingreifen musste. Hier klärt sie vor Julia Merkhoffer.
Jetzt wachte Turbine auf und erspielte sich erste Chancen. Die Frauen aus dem Schwabenland standen in der Abwehr ziemlich geschickt und hatten vor allem in der Luft einige Vorteile. Doch in der 26. Minute setzte sich die individuelle Klasse von Conny Pohlers durch. Einen Pass von Piwi verwandelte sie zum 0:1! Nur zwei Minuten später schlug die „Potsdamer Torfabrik“ erneut zu. Zu diesem Zeitpunkt zog Conny mit der Duisburgerin Inka Grings in |
Während Inka Grings derzeit verletzungsbedingt pausieren muss, ist Conny Pohlers mit drei Treffern in der letzten Woche und vier Toren in Sindelfingen in der Torschützenliste an ihrer Nationalmannschaftskollegin vorbeigezogen und hat nun 21 Tore aufzuweisen - Grings kann 19 auf ihrem Konto verbuchen. | |
der Torjägerwertung gleich. Nur 60 Sekunden später zappelte der Ball erneut im Sindelfinger Kasten. Doch der Abseitspfiff verhinderte zunächst Connys lupenreinen Hattrick. Wenige Minuten später gelang ihr dieser trotzdem, als ein Abschlag von Julia Sandmann direkt vor ihre Füße fiel. Ein wunderschöner Schlenzer brachte Turbine das 0:3 und Conny die Führung in der Torschützenliste! Sindelfingen war nun in der eigenen Abwehr gebunden und schaffte es nie, sich so richtig zu befreien. Die Angriffsbemühungen der Schwäbinnen verpufften entweder in der Turbine-Abwehr oder im Abseits. Dann war Pause und beide Teams verschwanden in den Kabinen. Die rund 250 Zuschauer, darunter etwa 20 Turbine-Fans, vertrieben die Kälte mit Glühwein oder Kaffee. Nach dem Wiederanpfiff begann Turbine da, wo sie aufgehört hatten. Sofort war der Druck wieder da und in der 51. Minute erhöhte Anja Mittag nach Zuspiel Conny Pohlers zum 0:4. Kurz darauf konnte Sandra Ruf, durch einen Abstimmungsfehler der Potsdamer Abwehr, in den Turbine-Strafraum stürmen. Sie wurde von Ariane Hingst zwar noch abgefangen und nach außen abgedrängt, stolperte dann aber über Arianes Füße und kam zu Fall. Die unsichere Schiedsrichterin Moiken Jung schenkte den Sindelfingerinnen einen Strafstoß, den Katrin Burger sicher verwandelte. "Die den Ball küsst": Anja Mittag. Danach stürmte aber wieder nur Turbine und hätte durch Navina Omilade auf 1:5 erhöhen können. Doch "Ommel" schoss den Ball übers Tor, obwohl sie 5 Meter vor dem Tor frei stand. Auch ein schöner Kopfball von Ariane Hingst, ein Lattentreffer von Jennifer Zietz sowie Fernschüsse von Karolin Thomas und Babett Peter hätten die Potsdamer Torausbeute verbessern können. Es war aber wieder Conny Pohlers, die nach sehr schönem Zuspiel von Anja Mittag den 1:5 Endstand herstellte! Dann war das Spiel aus, und Turbine hatte verdient gewonnen. Das Fazit sieht aber etwas freundlicher aus, als nach dem Brauweiler-Spiel. Es gab diesmal keine Konzentrationsprobleme im Spiel. Karolin Thomas machte für mich ihr bestes Spiel im Turbine-Trikot, und auch Anja Mittag gefiel mir wieder sehr gut. Zu Conny muss man wohl nichts sagen, sie hat weiter Spaß am Tore schießen!
Das Mittelfeld war mir etwas zu teilnahmslos - klar, es fehlte Ari! Die Abwehr hatte einige Probleme mit der richtigen Abstimmung, war aber Frau gegen Frau ganz stark. Schön für Peggy, dass sie wieder mit dabei ist. Wieder nahezu fehlerlos war auch Babett Peter, die noch etwas aggressiver werden muss. Im Angriff fehlt allerdings immer noch die nötige Feinjustierung, der tödliche Pass. Da sollte noch mehr Präzision an den Tag gelegt werden!
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Völlig unverständlich dagegen war für viele Turbine-Fans, dass Stephanie Ullrich nicht zum Zuge kam. Nach dem 0:3-Halbzeitstand hätte das Potsdamer Trainerduo Nadine Angerer aus dem Kasten nehmen können und der ewigen Bankdrückerin, die aber in einer tollen Form ist, das Vertrauen geben müssen. Hoffentlich rächt sich dieses ignorante Verhalten nicht einmal! Petra Wimbersky (r.) kämpft hier mit Claudia Spörl um den Ball. Links beobachtet die Elfmeterschützin Karin Burger das Geschehen. Nachdem die Mädels geduscht hatten wartete der Bus schon auf sie, um die Mannschaft umgehend zum Flughafen zu bringen. Fünf Turbinen fuhren jedoch nicht wieder mit zurück. Unsere Nationalspielerinnen blieben im Süden, denn sie spielen ja am Mittwoch gegen China. Nun wollten sie zum Stuttgarter Hauptbahnhof, um von dort nach Homburg/Saar zu gelangen. Die BaWü-Löwen hatten sich vor dem Spiel schon angeboten, sie zum Bahnhof zu bringen, was diese dankend annahmen! So fuhren Anja Mittag und Nadine Angerer im Faust-Mobil, Babett Peter im Pieps-Mobil und Conny Pohlers und Britta Carlson im Dexy-Mobil von Zazenhausen zum Stuttgarter Hauptbahnhof! Dort brachten wir unsere „wertvolle Fracht“ auch sicher hin und verabschiedeten unsere fünf Turbinen. „Tschüss bis Mittwoch, dann sieht man sich wieder in Homburg!“ Turbine war meist einen Schritt voraus - hier enteilt Peggy Kuznik (r.) Sandra Ruf.
Aufstellungen VfL Sindelfingen 1. FFC Turbine Potsdam: | |