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1. Bundesliga - 19. Spieltag

Schade eigentlich

SC Freiburg - 1. FFC Turbine Potsdam 0:1 (0:0)

Von Johannes Huber (Text) und Peter Clesle (Fotos)

08.05.2006

www.dorfgeschwaetz.de

Das vorletzte Heimspiel im Stadion am Bergmattenhof bestritt die Mannschaft des SC Freiburg bei herrlichem Wetter vor 620 ZuschauerInnen gegen den frisch gekürten Pokalsieger aus Potsdam. Alles andere als eine Niederlage für Freiburg wäre eine Überraschung gewesen, ist Potsdam doch auf dem besten Wege, nach 2004 ihre zweite Meisterschaft klarzumachen. Doch ein Spaziergang wurde es für Turbine nicht, und wenn das eine oder andere "hätte, wenn und aber" gepasst hätte...

Potsdam hatte Anstoß und zeigte auch gleich, dass sie nicht gewillt waren, hier Punkte auf dem Weg zur Meisterschaft liegen zu lassen. Bereits in der dritten Spielminute hatten die Turbinen ihre erste hochkarätige Chance, der Ball zischte nur knapp am linken Torpfosten der Freiburgerinnen vorbei.

Melanie Behringer, Anja Mittag

Zwei Nachwuchskräfte im Duell: Melanie Behringer gegen Anja Mittag.

Doch die Potsdamer Anfangsoffensive ebbte bald ab, die Breisgauerinnen bekamen das Spiel zunehmend in den Griff, die Defensive stand weitgehend sicher, aber ganz chancenlos blieb Potsdam nicht: In der elften Minute wird Conny Pohlers (nach dem letztjährigen Pokalfinale trägt diese den redaktionsinternen Titel "Stürmerin vor dem Herrn") per Hacke bedient, zieht den Ball jedoch über das Gehäuse von Alexandra Schwald, in der 17. Minute landet ein Eckball von Turbine ebenfalls nur knapp im Toraus.

Einen herben Verlust musste Freiburg in der 20. Minute hinnehmen, als Kerstin Boschert sich im Zweikampf mit Pohlers verletzte und ausgewechselt werden musste. Dafür rückte die Stürmerin Katja Bornschein in die Innenverteidigung, den Offensivpart übernahm die eingewechselte Rebecca Kuhle, die so zu Ihrem zweiten Saisoneinsatz kam.

Kerstin Boschert

Freiburgs Kerstin Boschert musste mit der Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt werden. FanSoccer wünscht gute Genesung!

"Abseitsfestival" könnte man das folgende Spiel nennen, beide Mannschaften liefen ein ums andere mal in die gegnerische Abseitsfalle, in der 26. Minute bekommt Petra Wimbersky - ausnahmsweise nicht im Abseits - den Ball alleine an der Strafraumgrenze, zieht ihn jedoch knapp vorbei.

Alexandra Schwald, Ariane Hingst

Alexandra Schwald, Ariane Hingst

Ariane Hingst stürmt auf das Tor, doch Schwald klärt. Im Hintergrund Ines Österle und Alena Thom.

Es sollte eine Viertelstunde dauern, bis die nächste nennenswerte Chance zu sehen war, als Inken Becher den Ball über Freund und Feind, aber eben auch über das Tor lupfte. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde das Spiel etwas hektischer, und Freiburg verstärkte seine Offensivbemühungen, drei Minuten vor Ende der ersten Halbzeit setzt


Isabel Kerschowski

Dynamische Torschusseinlage von Isabel Kerschowski, deren Schuss jedoch von Freiburgs Torfrau Alexandra Schwald pariert werden konnte. Rechts Nicole Söder und Conny Pohlers.

sich Christine Kaltenbach souverän im rechten Mittelfeld durch und bedient Kuhle, die sich den Ball aber einen Tick zu weit vorlegt, so dass Potsdams Torhüterin Nadine Angerer klären kann. Fast mit dem Halbzeitpfiff flog ein mit dem Kopf verlängerte Ecke der Turbinen aufs Freiburger Tor zu, Alena Thom kratzt den Ball noch von der Linie. So ging es mit einem gerechten 0:0 in die Kabine.

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff durfte es Nicole Söder Thom gleichmachen und für die bereits geschlagene Alexandra Schwald auf der Linie klären.

Beim anschließenden Konter tauchte plötzlich Havva Kutal alleine vor Angerer auf, diese war jedoch schneller und konnte den Ball wegschlagen, Kuhle bekam ihn und versuchte die herausgelaufene Torhüterin zu überlupfen, zu langsam, zu schwach geschossen, eine Potsdamerin war schneller am Ball und konnte klären.

Im Gegenzug machte Wimbersky das Tor des Tages: 1:0 für Potsdam.
Fünf Minuten später kann Schwald mit all ihrer Klasse einen Kopfball von Navina Omilade sicher halten. Freiburg verstärkte seine Offensivbemühungen, ging noch konzentrierter zur Sache und kam nun auch zu nennenswerten Chancen. In der 70. Spielminute setzt sich Melanie Behringer im Mittelfeld durch und hätte gemeinsam mit Karine Levy alleine zum Potsdamer Tor spazieren können, doch wieder einmal winkte die Linienrichterin, wo sie das Abseits gesehen hatte, bleibt allein ihr Geheimnis.

Alexandra Schwald

Dietmar Sehrig

Feuerten ihre Freiburger Mannschaft unermüdlich an: Torfrau Alexandra Schwald und Trainer Dietmar Sehrig

Zwei Minuten später scheiterte Pohlers zweimal an Schwald, die sich dabei verletzt, jedoch nach kurzer Unterbrechung weiterspielen kann, Zietz im Nachschuss kann den Ball nur über das Tor befördern.

Petra Wimbersky, Christine Kaltenbach

Tor Wimbersky

Petra Wimbersky, oben gegen Christine Kaltenbach, erzielte wieder einmal das spielentscheidende Tor (Bild unten).

In der 81. gab es einen Freistoß für Freiburg aus 25 Metern, halblinker Position, den Behringer direkt aufs Tor zog, Angerer unterläuft den Ball und von der Seite sah es so aus, als fände er den Weg ins Tor, doch er ging knapp vorbei. Eine Minute später taucht Söder an der


Strafraumgrenze auf und versucht den Bal mit einem Seitfallzieher ins Tor zu befördern, scheiterte jedoch an der Potsdamer Abwehr, die umgehend den Konter einleitete, gleich zwei Potsdamerinnen gingen mutterseelenallein auf das Freiburger Tor zu, Schwald, einmal mehr als Libero, rettete harakirimäßig 20 m vor dem Tor.

Isabel Kerschowski, Nicole Söder, Ines Österle, Melanie Behringer

Isabel Kerschowski, Nicole Söder, Ines Österle, Melanie Behringer

Isabel Kerschowski, Nicole Söder, Ines Österle, Melanie Behringer

Akrobatischer Kampf um den Ball bei Nicole Söder (l.) und Isabel Kerschowski. Im Hintergrund verfolgen Ines Österle und Melanie Behringer die Szene.

Die SC-Damen stemmten sich gegen die Niederlage, allen voran Söder, die fünf Minuten vor Schluss den Lucio gab und sich bis zum gegnerischen Strafraum durchsetzt, Angerer zwang, aus ihrem Kasten zu kommen, die jedoch klären konnte. Levy versucht den Abpraller über Angerer ins Tor zu lupfen, zieht ihn aber leider knapp vorbei.

Fast mit dem Abpfiff kommt nochmals eine Flanke von rechts in den Potsdamer Strafraum, Thom gewinnt das Kopfballduell, kann den Ball aber nicht exakt platzieren, so dass auch diese Chance über dem Tor landet.

Insgesamt gewinnt Turbine dieses Match verdient und ist wohl auf dem Weg zur Meisterschaft kaum mehr aufzuhalten. Über einen Punktverlust im Breisgau hätten sie sich aber auch nicht beschweren dürfen. Wie im Pokalfinale enttäuschte Pohlers auf Potsdamer Seite, der die Torjägerkrone jedoch dennoch nicht mehr zu nehmen sein dürfte, bei Freiburg zeigte Kuhle, warum sie normalerweise (noch) nicht spielen darf: im Bezug auf Schnelligkeit lies sie Wünsche offen, eine mangelnde Einstellung zeigte sie, als sie mehrmals Bälle schon verloren gab, die sie vielleicht noch bekommen hätte.

Aufstellungen

SC Freiburg
Schwald - Boschert (23. Kuhle), Söder, Behringer - Bornschein, Kutal, Österle, Kaltenbach - Levy, Haag (76. Schneider), Thom

Turbine Potsdam:
Angerer - Becher, Peter, Kuznik - Hingst, Omilade, Carlson, Zietz - Wimbersky (54. I. Kerschowski), Mittag (83. Podvorica), Pohlers

Tor:

0:1 Wimbersky (51.)

Gelbe Karte: Haag - Peter

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: 620

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