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1. Bundesliga, 16.Spieltag

Conny Pohlers Festspiele II

FFC Heike Rheine - 1. FFC Turbine Potsdam 0:7 (0:4)

Text von Detlef Püschel

14.4.2006   Conny Pohlers Festspiele wurden es wieder einmal. Allerdings sollte sie heute, im Vergleich zum Spiel in Aschheim, nicht die Einzige sein, die zum Torerfolg kam.

Der Torreigen wurde in Minute 17 durch Navina Omilade eröffnet. Ein präzises Zuspiel von Jennifer Zietz nutzte "Ommel" zum 0:1. Danach ging es munter weiter in Richtung Rheine-Tor. Nach einer knappen halben Stunde traf Ariane Hingst nur den Pfosten, Glück für Heike Rheine! Doch nur drei Minuten später bekam Conny Pohlers in Rheines Strafraum akute Standprobleme und fiel einfach um. Schiedsrichterin Moiken Jung erkannte zu Unrecht auf Elfmeter. Petra Wimbersky (Piwi) verwandelte das Geschenk sicher zum 0:2.

Torfreude

Die Potsdamerinnen hatten viel Grund zum Jubeln in diesem Spiel. Von links Navina Omilade, Jennifer Zietz und Conny Pohlers

Bild: Jan Kuppert

Kurz darauf flankte Piwi von der linken Seite in den Strafraum hinein und Conny spitzelte den Ball das erste Mal über die Torlinie. Damit waren die zweiten Conny Pohlers-Festspiele in dieser Saison eröffnet! Vor der Pause hätte es erneut Strafstoß geben müssen, denn diesmal wurde Conny im 16-er klar umgerissen. Doch dieses Mal blieb der Pfiff aus, so gleicht sich eben alles wieder aus.

Kerstin Stegemann

Ballzauber: Rheines Nationalspielerin Kerstin Stegemann und Petra Wimbersky haben das Leder fest im Blick

Bild: Jan Kuppert

Dann fiel in Halbzeit eins doch noch ein Tor. Navina Omilade zielte aus gut 15 Metern auf das Tor der Gastgeberinnen. Frederike Bittner konnte den Schuß zwar noch abklatschen, doch gegen Connys Nachschuß war sie machtlos. Das 0:4 war dann auch der Pausenstand, und im Potsdamer Fanblock breitete sich tiefe Zufriedenheit aus. Zum einen, weil der amtierende UEFA-Pokalsieger ein tolles Spiel zeigte, und mit schönen Spielzügen das Geschehen beherrschte. Zum anderen ließ das Ergebnis aus Hamburg aufhorchen, denn dort konnte der HSV gegen die Favoritinnen aus Frankfurt zur Pause ein 0:0 halten!!!

Kerstin Stegemann

Zufriedene Gesichter bei den Fans von Turbine Potsdam

Bild: Detlef Püschel

Nach der Pause verlagerte sich die Partie erneut in die Hälfte der Gastgeberinnen, die nur selten einmal da heraus kamen. Meist ging es mit weiten Bällen auf Dyanne Bito, die aber oft allein gelassen wurde. So hatte die Turbineabwehr einen recht ruhigen Nachmittag. Selbst schwerste Abwehrschnitzer konnten die Rheine-Spielerinnen nicht bestrafen.


Conny Pohlers

Conny Pohlers, hier am Ball gegen Theresa Hunecke, schoss gegen Rheine fünf Tore hintereinander und führt die Torschützenliste der ersten Liga nun bereits mit 27 Treffern und sieben Toren Abstand auf die Zweitplatzierte Inka Grings an

Bild: Jan Kuppert

So rollte Angriffswelle auf Angriffswelle auf Frederike Bittner zu. Bereits vier Minuten nach Wiederanpfiff fiel das wohl schönste Tor der Partie. Einen sehenswerten Spielzug über Anja Mittag, Karolin Thomas und Petra Wimbersky konnte Conny Pohlers zum 0:5 verwerten. Das war Zauberfußball vom Allerfeinsten, was die TURBINEN da zeitweise demonstrierten.

Dyanne Bito

Peggy Kuznik (hinten) hatte wenig Mühe mit der schnellen Dyanne Bito, die zu sehr auf sich alleine gestellt blieb

Bild: Jan Kuppert

Leider zeigte sich aber auch die Achillesferse der Brandenburgerinnen sehr deutlich. Durch den Verlust der Abwehrchefin Inken Becher, die immer noch verletzt ist sowie den Verjüngungsversuch mit Babett Peter, wackelte die Abwehr doch einige Male. Ariane Hingst unterliefen dabei seltsamerweise die meisten Fehler. Auch Babett leistete sich einige Schnitzer, die man aber ihrer Jugend und Unerfahrenheit zuschreiben muss. Peggy war in Halbzeit eins bis auf eine Aktion fehlerfrei. Durch lautstarke Äußerungen ihres Trainers verunsichert, verlor sie in Halbzeit zwei teilweise total den Spielfaden. Sie traute sich kaum noch den Ball nach vorne zu spielen. Da ist von Bernd Schröder viel mehr Psychologie gefordert, denn so junge Spielerinnen haben noch kein so dickes Fell wie eine Inken Becher oder Conny Pohlers.

Babett Peter

Potsdams U19 Nationalspielerin Babett Peter (rechts), erst vor kurzem vom Drittligisten Leipzig nach Potsdam gekommen, muss behutsam an die erste Liga herangeführt werden. Links im Bild Anouc Dekker

Bild: Detlef Püschel

Die einzige Spitze, die Rheine aufbot, war Dyanne Bito, die zwar sehr schnell ist, aber oft schon vor dem 16-er kraftlos und ideenlos patzte. Warum Nicole Werner nicht die erfahrene Kerstin Steegemann nach vorne beorderte, bleibt wohl ihr Geheimnis.
In der 60. Minute bereitete die sehr eifrige und agile Anja Mittag den nächsten TURBINE-Treffer vor. Nachdem sie sich durch ihre Gegnerinnen bis zur Grundlinie durchgeschlängelt hatte, legte sie geschickt auf Conny Pohlers zurück. Diesmal vollendete Potsdams Torschützenkönigin per Kopf zum 0:6!

In der 65. Spielminute gingen dann Britta Carlson und Anja Mittag vom Feld. Für sie kamen nun Aferdita Podvorica und Cristiane auf den Rasen des Jahnstadions. Drei


Minuten danach kamen die Heike-Spielerinnen zu ihrer ersten echten Torchance. Jennifer Voss verfehlte das Tor von Nadine Angerer nur ganz knapp. Dafür bekam sie von den gut 812 Zuschauern, die sich bei trübem Wetter im Jahnstadion eingefunden hatten, offenen Szenenapplaus.

Als dann Conny Pohlers, nach schöner Vorarbeit von Ommel & Piwi, ihren lupenreinen Hattrick in der 72. Spielminute erzielte, schwante wohl einigen Rheine-Fans nichts gutes. Das 16:0 der TURBINEN vor genau einer Woche gegen den Abstiegskandidat Nummer eins, FSV Frankfurt, war wohl vielen noch im Gedächtnis. So bereiteten sich einige Fans wohl schon auf ein zweistelliges Ergebnis vor. Doch dazu kam es nicht, denn Connys fünfter Treffer war der letzte gewesen. TURBINE schaltete zwei Gänge runter und ließ jetzt sogar den Gegner öfters über die Mittellinie kommen. So kamen die Gastgeberinnen noch zu zwei Torchancen durch die eingewechselte Melissa Thiem und kurz vor dem Ende durch Ines Reinicke.

Der Vollständigkeit wegen sei noch erwähnt, dass in der 84. Spielminute Karolin Thomas ausgewechselt wurde. Für sie spielte die junge Juliane Höfler die Partie zuende. Es gab noch Torchancen durch Cristiane, die einen Kopfball nicht richtig platzieren konnte, und sich auch an einem Fallrückzieher versuchte, und Aferdita Podvorica, die um einen halben Meter verzog.

Gegen Frankfurt müssen sich die Potsdamerinnen noch steigern, vor allem in der Abwehr. Aus dem Mittelfeld dürften auch noch ein paar mehr Ideen kommen. Auch das Potsdamer Trainerduo war nicht ganz zufrieden mit ihren Schützlingen. Das Prunkstück der TURBINEN ist und bleibt der Sturm. Mit Petra Wimbersky, Anja Mittag, Conny Pohlers, Aferdita Podvorica, Cristiane und der pfeilschnellen Isabell Kerschowski, sollte das Frankfurter Abwehrbollwerk sicher zu knacken sein. Man darf gespannt sein, wie der Auftakt der „Frankfurt-Potsdamer- Festspiele“ ausgeht.

FFC Heike Rheine:

Bittner - Torny, Heuvels, Hunecke, Hüwe, Graf, Stegemann, Voss, Reinecke, Dekker (67. Thiem), Bito

1. FFC Turbine Potsdam:

Angerer - Peter, Carlson (65. Podvorica), Kuznik - Omilade, Hingst, Thomas (84. Höfler), Zietz - Mittag (65. Cristiane), Pohlers, Wimbersky

Tore:
0:1 Omilade (17.)
0:2 Wimbersky (31.)
0:3 Pohlers (33.)
0:4 Pohlers (40.)
0:5 Pohlers (49.)
0:6 Pohlers (60.)
0:7 Pohlers (72.)

Gelbe Karte: Thomas

Schiedsrichterin: Moiken Jung (Worms-Herrnsheim)

Zuschauer: 812


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