Bilder von Jan Kuppert Text von Peter Eckhardt 26.5.2006
1450 Zuschauer sorgten am vorletzten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga
für einen würdigen Rahmen mehrerer Ereignisse.
Zunächst gab es vor dem Anpfiff Blumen als Gratulation für eine tolle Saison
der Turbinen. Ariane Hingst nahm strahlend aus der Hand von Thomas Eller (2.
Vorsitzender SC 07) einen Strauß Blumen entgegen. Danach hieß es Abschied
nehmen von Nicole Bender und Katrin Zimmermann. Die beiden langjährigen
Akteurinnren des SC 07 stehen dem Verein in der kommenden Spielzeit nicht mehr zur
Verfügung. Beiden von dieser Stelle alles erdenklich Gute für die Zukunft.
 Lydia Neumann (vorne), hier im Zweikampf gegen Josephine Schlanke, brachte die Gastgeber bereits nach einer Minute in Führung.
Mit Anpfiff von Schiedsrichterin Elke Günthner war es allerdings vorbei mit
der Geschenketour. Keine Minute gespielt, und Sarah Schmitz spielte sich an
der linken Außenbahn durch, passte nach innen, und über Umwege kam der Ball zu
Lydia Neumann, die Stephanie Ullrich im Turbine-Tor keine Chance ließ. 1:0 für den SC 07. Ein perfekter Auftakt für die Kurstädterinnen, allerdings zeigte sich der
Meister wenig beeindruckt und kam in der Folge zu einigen Chancen. Diese hatten aber spätestens an der tollen Kerstin Wasems im Tor der Ahrtalerinnen ihre Endstation.
 Isabel Kerschowski (Mitte) versucht per Fallrückzieher dem Druck der Neuenahrerinnen Sarah Schmitz (links) und Marina Himmighofen zu entkommen.
So dauerte es bis zur 31. Minute, ehe Monique Kerschowski sich ein Herz
nahm, energisch losmarschierte und damit die komplette Abwehr des Tabellenvierten
überrumpelte. Wasems hier ohne Chance, Ausgleich 1:1.
Wer nun glaubte, alles würde seinen normalen Gang gehen, sah sich getäuscht.
42. Minute, Nadine Fols setzt sich auf der rechten Seite durch, genaue
Flanke auf den Kopf von Nicole Bender, und diese machte sich selbst das schönste
Abschiedsgeschenk
|
Abschied vom SC 07 Bad Neuenahr: Nicole Bender (auf den Schultern von Torfrau Kerstin Wasems) und Katrin Zimmermann (rechts neben Bender) verlassen das Ahrtal. Links Nadine Hagmann, rechts Anne-Kathrin Sabel.
|
mit einem platzierten Kopfball ins lange Ecke.
In der zweiten Halbzeit entwickelte sich eine Abwehrschlacht der
Neuenahrerinnen, die gelegentlich von kreuzgefährlichen Kontern unterbrochen wurde.
Nachdem die ganz stark haltende Wasems den SC im Spiel hielt, hatte Lydia Neumann in
der 70. Minute die Entscheidung auf dem Fuß. Glänzend in Szene gesetzt von
Isabell Bachor, spielte sie mit den zurückgeeilten Turbinen Katz und Maus,
hatte Stephanie Ullrich zweimal am Boden, um dann die Kugel wenige Zentimeter am
Tor vorbei zu setzen.
 Monique Kerschowski (l.), hier gegen Katrin Zimmermann, erzielte ihr erstes Bundesligator.
Potsdam warf in der Schlussphase alles nach vorne, konnte aber nicht mehr
zwingend genug agieren um den Ausgleich zu erzielen. Beim Abpfiff von Elke Günthner brach Rieenjubel in Stadion aus, war es nicht
nur der achte Sieg in Folge für die Rot-Weißen, sondern auch die erste
Niederlage für Turbine in dieser Bundesligasaison.
 Kopfball-Duell zwischen Peggy Kuznik (l.) und Lydia Neumann, beobachtet von Inken Becher (vorne).
Dementsprechend stolz war natürlich auch Didi Schacht in der folgenden
Pressekonferenz, musste er doch von Beginn an auf Melanie Schmacher aus der 2.
Mannschaft des SC 07 zurückgreifen, was diese mit einem grandiosen Spiel
dankte.
Potsdams Trainer Bernd Schröder gratulierte dem Trainer des SC 07 Bad Neuenahr fair und ließ
auch
|
nicht gelten, dass er auf sechs Stammspielerinnen verzichtete. "Da müssen auch die Anderen stark genug sein, um hier bestehen zu können." Didi Schacht hingegen ist laut eigener Aussage seit Monaten der glücklichste
Trainer, "weil meine Mädels von Woche zu Woche über sich hinauswachsen". Er
wünscht sich jetzt, dass viele der 1450 Besucher sich angesteckt haben mit dem
"SC 07 Virus".
Verdient hätten sich die Mädels das allemal. Vom Autor sei hierzu nur soviel gesagt: Wenn ein Bernd Schröder beeindruckt
ist von der Arbeit eines Didi Schacht, dann sollte endlich mal das "Genörgel" über seine bisweilen schwer nachzuvollziehende Art aufhören. Denn selbst die Turbine-Fans, in diesem Fall die BaWü-Löwen, wunderten sich nach dem Spiel, wie ruhig auch ein Didi Schacht sein kann. Diese Rolle übernahm am heutigen Tag der Co-Trainer der Potsdamerinnen, Dirk Heinrichs, der zeigte, dass er sich lautstärketechnisch nicht hinter dem kahlköpfigen Neuenahrer Coach zu verstecken braucht.
 Bernd Schröder und seine Mannschaft mussten die erste Saisonniederlage hinnehmen.
SC 07 Bad Neuenahr
Wasems, Schmacher, Himmighofen, Fols, Bender (80. Müller), Minnert, Neumann (90. Stümper), Schmitz, Bachor (90. Scheele), Hagmann, Zimmermann
1. FFC Turbine Potsdam
Ullrich - Schiewe, Hingst, Kuznik - Becher - Schlanke, Omilade - Cristiane - Podvorica, M.Kerschowski, I.Kerschowski
Tore:
1:0 Neumann (1.)
1:1 M. Kerschowski (31.)
2:1 Bender (42.)
Karten: -
Schiedsrichter: Elke Günthner (Bamberg)
Zuschauer: 1.450
Zur FanSoccer-Startseite
|